Archiv | Juni 2011

Kein Beifall für Ratzinger!


Muster für einen offenen Brief an Ihren Abgeordneten im Deutschen Bundestag

Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter,

Am 22. September 2011 wird Papst Benedikt XVI. alias Joseph Ratzinger vor dem Deutschen Bundestag reden. Er gilt als religiöser Führer und als Staatsoberhaupt. Wenn er als religiöser Führer spricht, stellt sich die Frage: Wann lädt der Deutsche Bundestag Ayatollah Khamenei ein? Wenn er als Staatsoberhaupt spricht, so spricht er als Oberhaupt eines der beiden Staaten, welche die Europäische Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert haben, nämlich Vatikan und Weißrußland. So stellt sich also die Frage: Wann lädt der Deutsche Bundestag Alexander Lukaschenko ein?

Lies mehr …

Peter Singer und der Kampf um Anerkennung


An der Debatte über Peter Singer, wie sie gegenwärtig aus Anlass der Verleihung des Ethikpreises der Giordano-Bruno-Stiftung wieder geführt wird, zeigen sich die Grenzen eines vernünftigen öffentlichen Diskurses über emotionale und komplexe Themen. Wir sind alle bereit, über vieles zu diskutieren, aber wir werden alle zunehmend ungehalten, wenn Überzeugungen in Frage gestellt werden, die unsere eigene Identität betreffen.

Ich persönlich stehe auf der Seite derjenigen, die glauben, dass eine Debatte über die schwierigen ethischen Fragestellungen, die Peter Singer aufwirft, nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig ist. Meine Überzeugung ist, dass wir für die Entscheidung moralischer Fragen kein besseres Werkzeug haben als das klare Denken. In der Wertedebatte bietet die analytische Ethik die besten Chancen, zu tragfähigen Lösungen zu kommen. Je mehr auf dem Spiel steht, desto weniger sollten Autorität, Religion, Tradition, Emotion und Erfahrung  eine Rolle spielen. Das gilt insbesondere für relativ neue Optionen, die sich aus dem Einsatz neuer Technologien ergeben, für die wir emotional überhaupt nicht gerüstet sein können. Zu meinem Weltbild gehört die Überzeugung, dass wir emotional weit hinter unseren technologischen, aber auch analytischen Fähigkeiten herhinken, ebenso wie unsere traditionellen Institutionen.

Aber ich habe leicht reden: Ich bin nicht betroffen. Ich lebe ohne angeborene oder erworbene Behinderung. Ich rede von Behinderungen wie der Blinde von der Farbe. Wir verlangen von den Debatten-Gegnern, dass sie von ihrer eigenen emotionalen Position abstrahieren. Sie sollen Argumente bringen, aber ihre Emotionen und Erfahrungen lassen wir nicht als Argument gelten. In meinem letzten Posting zeigte ich mich verblüfft und ungehalten, dass jemand die Unterscheidung zwischen behinderter Person und Behinderung nicht treffen will und sogar bereit ist, die Konsequenzen zu akzeptieren, nämlich dass der Wert der Person damit auf die Behinderung übergeht. Ich stehe immer noch dazu, dass diese Unterscheidung von zentraler moralischer Bedeutung ist. Aber ich will hier etwas anderes versuchen: Ich will versuchen, mich in die Position der Gegenseite hineinzuversetzen. Lies mehr …

Krankheit ins Weltkulturerbe?


Der Weg zur Menschenverachtung ist gepflastert mit guten Absichten und hehren Prinzipien.

Die Grünen sind die Partei des Artenschutzes, jetzt erfahren wir, dass sich dieser Schutz in der grünen Lesart auch auf Krankheiten erstreckt.

Im Zusammenhang mit der Verleihung des Ethik-Preises der Giordano-Bruno-Stiftung an Peter Singer hat Michael Schmidt-Salomon geschrieben, dass kranke und behinderte Menschen mit allen Mitteln zu fördern seien, nicht aber Krankheit und Behinderung. Anscheinend hat er damit nicht einfach nur eine Selbstverständlichkeit klargestellt. Kaum zu glauben, aber es ist möglich, dies anders zu sehen.

Lies mehr …

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 228 Followern an

%d Bloggern gefällt das: