Archiv | Juli 2012

Ausgerechnet Deutschland?


Der schwerste Angriff auf jüdisches Leben seit dem Holocaust.“ „Das ist das Ende jüdischen Lebens in Deutschland.“ „Ausgerechnet in Deutschland.“ – Das waren einige Kommentare der letzten Wochen. Der Bundestag hat sich beeilt festzustellen, dass für die religiöse Beschneidung eine Ausnahme vom Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit gemacht werden soll. Aber wollen wir wirklich ein Sonderrecht für Juden? Ausgerechnet in Deutschland?

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Beschneidung gegen HIV: Des Kaisers neues Kondom


In allen Diskussionen zum Thema Beschneidung taucht unweigerlich irgendwann das Argument der Befürworter auf, dass selbst die WHO die Beschneidung als Präventionsmaßnahme gegen Aids empfehle. Diese Empfehlung ist allerdings nicht unumstritten. Sie stützt sich auf Studien, denen schwere Mängel attestiert wurden. Darüber hinaus ist dieses Argument in der aktuellen Debatte über das Kölner Beschneidungsurteil allenfalls von rhetorischem Wert, denn auch die WHO empfiehlt nicht die Säuglingsbeschneidung, sondern nur die freiwillige Beschneidung einwilligungsfähiger Männer

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Seit Jahrtausenden: Tradition als Argument


Diesen Artikel habe ich schon vor einiger Zeit unter dem Titel „Das war schon immer so“ veröffentlicht, aber durch die Debatte um das Kölner Beschneidungsurteil (hier im Wortlaut) ist er wieder hochaktuell geworden. Daher bringe ich ihn hier – leicht gekürzt und aktualisiert – noch mal. Denn die Richterschelte, die aus dem gesamten religiös-politischen Spektrum kommt, beruft sich fast ausschließlich auf das Argument aus der Tradition. Am deutlichsten bei Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Diese Rechtssprechung ist ein unerhörter und unsensibler Akt. Die Beschneidung von neugeborenen Jungen ist fester Bestandteil der jüdischen Religion und wird seit Jahrtausenden weltweit praktiziert.“

Ein Wort zu dem impliziten Vorwurf, Beschneidungskritiker seien automatisch Antisemiten: Ein Antisemit ist jemand, der Juden Schaden zufügen will, weil sie Juden sind. Beschneidungskritiker kritisieren, dass Kindern aus traditionell-religiösen Gründen Schaden zugefügt wird, weil sie Kinder sind. Judentum oder Islam kommen in dieser Kritik gar nicht vor. Es geht nicht um Religion, es geht um die Kinder. Lies mehr …

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