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	<title>Evidenz-basierte Ansichten &#187; Dokumentation</title>
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	<description>Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Belege</description>
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		<title>Evidenz-basierte Ansichten &#187; Dokumentation</title>
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		<title>Sie sind nichts Besonderes</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 10:06:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die EDGE-Frage für 2011 lautete: &#8220;Welches wissenschaftliche Konzept würde die kognitive Ausstattung aller verbessern?&#8221; Nach meiner Übersetzung der Antworten von Howard Gardner und Richard Dawkins hier jetzt die von P.Z. Myers: Das Prinzip der Mittelmäßigkeit Gerade habe ich wieder eine Einführung in Biologie gegeben, und ich muss sagen, dass ich bei der Frage nach der [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=3047&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edge.org" target="_blank"><img title="Edge" alt="" src="http://www.edge.org/images/edge_banner.gif" width="475" height="83" /></a></p>
<p>Die <a href="http://www.edge.org/q2011/q11_index.html" target="_blank">EDGE-Frage für 2011</a> lautete:</p>
<p><strong><em>&#8220;Welches wissenschaftliche Konzept würde die kognitive Ausstattung aller verbessern?&#8221;</em></strong></p>
<p>Nach meiner Übersetzung der Antworten von <a title="Wie würden Sie Ihren Standpunkt widerlegen?!" href="http://evidentist.wordpress.com/2011/01/19/standpunkt-widerlegen/" target="_blank">Howard Gardner</a> und <a title="Doppelblind sehen wir besser" href="http://evidentist.wordpress.com/2011/02/09/doppelblindstudie/" target="_blank">Richard Dawkins</a> hier jetzt <a href="http://www.edge.org/q2011/q11_12.html#myerspz" target="_blank">die</a> von <a href="http://www.edge.org/q2011/q11_12.html#myerspz" target="_blank">P.Z. Myers</a>:</p>
<blockquote><p><strong><img class="alignright" title="P.Z. Myers" alt="" src="http://www.edge.org/3rd_culture/bios/images/PZ_Myers.jpg" width="180" height="229" />Das Prinzip der Mittelmäßigkeit</strong></p>
<p>Gerade habe ich wieder eine Einführung in Biologie gegeben, und ich muss sagen, dass ich bei der Frage nach der wesentlichen Fähigkeit, die jeder haben sollte, zuallererst an Algebra dachte. Und grundlegende Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik. Das würde jedenfalls mein Leben leichter machen. Es hat etwas schrecklich Deprimierendes, kluge Studenten stolpern zu sehen, weil ihnen grundlegende mathematische Kenntnisse fehlen, die sie in der Grundschule hätten erwerben sollen.</p>
<p>Aber das ist nicht genug. Grundlegende Kenntnisse in Mathematik sind ein wesentliches Werkzeug, das wir in einer wissenschaftlichen und technologischen Gesellschaft als selbstverständlich voraussetzen können sollten. Welche <em>Idee</em> aber sollten die Leute begreifen, um ihren Platz im Universum besser verstehen zu können?</p>
<p>Ich schlage das Prinzip der Mittelmäßigkeit vor. Es ist grundlegend für die Wissenschaft, und es ist auch eines der umstrittensten Konzepte, für viele Leute sehr schwer zu begreifen – und der Widerstand gegen das Prinzip der Mittelmäßigkeit ist eine der Hauptstützen für Religion und Kreationismus und Chauvinismus und gescheiterte Sozialpolitik. Es gibt sehr viele kognitive Leiden, die sauber verpackt und einfach entsorgt werden könnten, wenn nur jeder diese eine einfache Idee verstehen würde.</p>
<p><span id="more-3047"></span>Das Prinzip der Mittelmäßigkeit sagt einfach aus, dass Sie nichts Besonderes sind. Das Universum dreht sich nicht um Sie, dieser Planet ist nicht einzigartig, Ihr Land ist nicht das perfekte Produkt göttlicher Vorsehung, Ihre Existenz ist nicht das Produkt eines gerichteten, beabsichtigten Schicksals, und dieses Thunfischsandwich, das Sie zu Mittag gegessen haben, hat nicht in böser Absicht Ihre Verdauungsstörung verursacht. Das Meiste von dem, was in der Welt geschieht, ist einfach eine Folge natürlicher, universell gültiger Gesetze – Gesetze, die überall und für alles gelten, ohne besondere Ausnahmen oder Erweiterungen zu Ihrem Vorteil – und wobei Unterschiede auf das Konto des Zufalls gehen. Alles, was Sie als Mensch für kosmisch wichtig erachten, ist ein Zufall. Die Gesetze der Vererbung und die Natur der Biologie haben, als Ihre Eltern ein Baby bekamen, dazu geführt, dass dieses Kind anatomisch gesehen ein Mensch und physiologisch im Großen und Ganzen voll funktionsfähig war, aber die einzigartige Kombination der Merkmale, die Sie zu einem Mann oder einer Frau, groß oder klein, braun-oder blauäugig machten, waren das Ergebnis einer zufälligen Mischung genetischer Merkmale während der Meiose, ein paar zufällige Mutationen und das Losglück im großen Spermienrennen bei der Befruchtung.</p>
<p>Sie müssen sich deswegen aber nicht schlecht fühlen, es geht nicht nur Ihnen so. Selbst die Sterne bilden sich als ein Ergebnis der Eigenschaften von Atomen, wobei die spezifischen Merkmale jedes Sterns sich durch die zufällige Verteilung von Kondensationswellen durch Staub- und Gaswolken ergeben. Es besteht keine Notwendigkeit dafür, dass unsere Sonne dort ist, wo sie ist, mit der Leuchtkraft, die sie hat &#8211; sie ist einfach da, und unsere Existenz ergibt sich aus dieser Gelegenheit. Unsere Spezies selbst ist zum Teil durch die Kräfte unserer Umwelt durch Selektion geformt, und zum Teil durch die Wechselfälle des Zufalls. Wenn die Menschen vor 100.000 Jahren ausgestorben wären, würde sich die Welt weiter drehen, das Leben würde weiter gedeihen, und irgendeine andere Spezies würde an unserer Statt prosperieren – und sehr wahrscheinlich nicht auf demselben intelligenzgetriebenen technologischen Pfad, den wir eingeschlagen haben.</p>
<p>Und wenn Sie das Prinzip der Mittelmäßigkeit verstehen, dann ist das OK.</p>
<p>Dieses Verständnis ist deshalb für die Wissenschaft so wesentlich, weil wir nur so anfangen können zu verstehen, wie wir hierher gekommen sind und wie alles funktioniert. Zunächst suchen wir nach allgemeinen Prinzipien, die für das gesamte Universum gelten, und die erklären eine ganze Menge; und dann suchen wir nach Seltsamkeiten und Ausnahmen, die uns zu den Details führen. Es ist eine Strategie, die erfolgreich und nützlich ist, um ein tieferes Verständnis zu gewinnen. Wenn wir mit der überheblichen Annahme beginnen, dass ein Gegenstand unseres Interesses die Gesetzmäßigkeiten des Universums verletzt, dass er einzigartig zu einem spezifischen Zweck in die Existenz gezaubert wurde und dass die Bedingungen für seine Existenz nicht länger gelten können, dann springen wir ohne legitimen Grund zu einer unbegründeten und ungewöhnlichen Erklärung. Das Prinzip der Mittelmäßigkeit sagt uns, dass unser Zustand nicht das Produkt einer Absicht ist, dass das Universum weder bösartig noch wohlwollend ist, sondern dass alles Regeln folgt – und dass das Erfassen dieser Regeln das Ziel der Wissenschaft sein sollte.</p></blockquote>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://evidentist.wordpress.com/category/aufklarung/'>Aufklärung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/uberzeugung/'>Überzeugung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/dokumentation/'>Dokumentation</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/evolution/'>Evolution</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/illusion/'>Illusion</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/perspektive/'>Perspektive</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/wissenschaft/'>Wissenschaft</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/zweifel/'>Zweifel</a> Tagged: <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/ubersetzung/'>Übersetzung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/edge/'>Edge</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/p-z-myers/'>P. Z. Myers</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/prinzip-der-mittelmasigkeit/'>Prinzip der Mittelmäßigkeit</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/evidentist.wordpress.com/3047/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/evidentist.wordpress.com/3047/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=3047&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Homöo-Leaks</title>
		<link>http://evidentist.wordpress.com/2011/02/22/homoeo-leaks/</link>
		<comments>http://evidentist.wordpress.com/2011/02/22/homoeo-leaks/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 12:43:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alternativmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Esoterik]]></category>
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		<category><![CDATA[Ben Goldacre]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist der dringende Appell einer britischen Homöopathin an ihre Zunft, neue Regulierungen zu verhindern, die ihnen das Praktizieren erschweren würden. Es handelt sich natürlich um ein eigentlich geheimes Lobby-Dokument (das Ben Goldacre dankenswerterweise veröffentlicht hat, unter der Überschrift: „Homöopathen sind immer dann am unterhaltsamsten, wenn sie ehrlich zu sich selbst sind“). Die Absenderin, Ms. [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=2035&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright" title="Hahnemann-Briefmarke " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/87/Hahnemann_1996.png" alt="" width="185" height="224" />Dies ist der dringende Appell einer britischen Homöopathin an ihre Zunft, neue Regulierungen zu verhindern, die ihnen das Praktizieren erschweren würden.</p>
<p>Es handelt sich natürlich um ein eigentlich geheimes Lobby-Dokument (das Ben Goldacre dankenswerterweise veröffentlicht hat, unter der Überschrift: „<a href="http://bengoldacre.posterous.com/homeopaths-are-at-their-most-amusing-when-the" target="_blank">Homöopathen sind immer dann am unterhaltsamsten, wenn sie ehrlich zu sich selbst sind</a>“). Die Absenderin, Ms. Dooley, sollte sich aber nicht wundern, dass ihr Schreiben an die Öffentlichkeit gelangte, da sie nach eigener Aussage eine &#8220;ganze Woche damit [zubrachte], alle und jeden damit zuzuspammen&#8221;. Aber vielleicht gibt es in der Welt der Homöopathie auch ein Gesetz, nach dem ein Dokument umso geheimer bleibt, je weiter es verbreitet wird?!</p>
<p>Meine Übersetzung, <em>[meine Anmerkungen in eckigen Klammern]</em>, <strong>Hervorhebung</strong> von Ben Goldacre. Ach ja, und <a title="Vertauscht und vertuscht – Homöopathischer Etikettenschwindel" href="http://evidentist.wordpress.com/2011/01/28/homoeopathie-etikettenschwindel/">diesmal ist es kein Witz</a>, und wenn doch, stammt er nicht von mir.</p>
<blockquote><p><span id="more-2035"></span>Folgende Nachricht von Jennifer Dooley, ehemals Teilnehmerin der Kampagne H:MC21 <em>[„<a href="http://www.homeopathyworkedforme.org/">Homöopathie funktionierte bei mir!</a>“]</em>. Personalisieren Sie die folgende Vorlage bitte und schicken Sie den Brief/die E-Mail an Ms. Andrea Farmer bei der MHRA <em>[<a href="http://www.mhra.gov.uk/index.htm" target="_blank">britische Arzneimittel-Regulierungsbehörde</a>]</em>. Wir haben nur noch wenige Tage Zeit, um sie mit unseren Ansichten zu überfluten. Vielen Dank.</p>
<p>===============</p>
<p>Hallo an ALLE,</p>
<p>Das ist dringend. HÖCHSTE PRIORITÄT!!!  Deadline ist am 18. Februar. Die Praxis der Homöopathie durch Heilpraktiker [lay homeopaths] steht auf dem Spiel, und wenn das MHRA den Wortlaut des unten erwähnten Dokuments ändert, wird uns nicht länger erlaubt sein zu praktizieren. Dies wird sofort wirksam werden. Durch den neuen Wortlaut, der von Sense Against Science <em>[sic! eigentlich heißt es <a href="http://www.senseaboutscience.org.uk/" target="_blank">Sense About Science</a>]</em> vorgeschlagen wurde und den die MHRA in Betracht zieht, geraten wir effektiv in eine Zwickmühle, so dass wir nicht länger Heilmittel ausgeben dürfen – im Wesentlichen geht es um den Unterschied zwischen Ausgeben und Verschreiben. Alle Homöopathen geben Heilmittel als normalen Bestandteil ihrer täglichen Praxis aus. Die neuen Regeln würden bedeuten, dass es illegal würde, ohne eine Lizenz Mittel auszugeben, und nur ein qualifizierter Arzt darf verschreiben. Ohne die Möglichkeit der Ausgabe können wir nur noch dasitzen und uns die Probleme der Leute anhören, aber wir können sonst nichts mehr tun. Dies würde sich auch auf homöopathische Apotheken auswirken, die in Zukunft nur noch lizenzierte Medikamente ausgeben dürfen (gegenwärtig sind nur Arnika und ein oder zwei weitere lizenziert), es sei denn, sie wurden von einem Arzt verschrieben, und das bedeutet den möglichen Verlust von Tausenden von Heilmitteln. Die entscheidenden Wörter, die wir in der Version drin haben wollen, damit es mit der Homöopathie weitergehen kann, lauten: &#8220;&#8230; Einsatz innerhalb der homöopathischen Tradition&#8221;. <strong>Das verhindert, dass wir die Wissenschaft hinter der Verschreibung der Heilmittel beweisen müssen und erlaubt uns, wie bisher normal zu praktizieren.</strong></p>
<p>Könnten Sie bitte diese Vorlage an ALLE schicken und Ms. Farmer mit der Forderung zuschütten, den Wortlaut so wie unten gezeigt zu belassen, damit Homöopathen auch weiterhin legal Homöopathie praktizieren können.</p>
<p>Bitte kontaktieren Sie alle in Ihrer Datenbank, wenn Sie Homöopath sind, schicken Sie die Forderung bitte selbst ab und bitten Sie all Ihre Patienten, dasselbe zu tun. Wir können gegen Sense About Science <em>[siehe oben, das ist jetzt der richtige Name]</em> zahlenmäßig gewinnen. Wir haben gerade bewiesen, dass wir mehr sind als sie, und wenn wir ausreichend mobilisieren, können wir sie auf ihrem eigenen Feld schlagen. Letzte Woche starteten sie eine Umfrage gegen Homöopathie in einer irischen Zeitung (siehe Link <a href="http://www.thejournal.ie/do-you-have-faith-in-homeopathy-2011-02/?voted=1" target="_blank">http://www.thejournal.ie/do-you-have-faith-in-homeopathy-2011-02/?voted=1</a>) und überfluteten sie mit Stimmen dagegen. Es stand 435 gegen 67. Wir starteten eine Kampagne auf Facebook, und innerhalb von 24 Stunden haben wir die Gewichte auf 67% dafür gegen 27% dagegen verschoben, wie Sie im Link sehen können. Sie gaben auf und sind davongeschlichen mit eingezogenem Schwanz, und wir haben ihnen gezeigt, dass die Leute nicht wollen, was sie anzubieten haben. <em>[Naja, der Originaltext von Ms. Dooley ist schon ein paar Tage alt, inzwischen steht es 17346 (77%) dagegen gegen 4802 (21%) dafür, aber das ist sicher nicht repräsentativ und kann sich jederzeit wieder ändern :)]</em></p>
<p>Bitte helfen Sie uns, das wieder zu tun. Viele Leute erkennen diese neue Gefahr nicht, vor der wir stehen. Es dauert nur eine Minute, die Vorlage in eine E-Mail zu kopieren und einzufügen. Ich fürchte, das ist so wichtig, dass ich die ganze Woche damit zubringen werde, alle und jeden damit zuzuspammen, um sie daran zu erinnern, was sie in den nächsten Tagen tun müssen. Entschuldigung im Voraus, wenn Sie schon gehandelt haben, ich schicke das hier täglich rund, um alle Leute zu erreichen, die es noch nicht wissen oder es vergessen haben.</p>
<p>Vielen Dank an alle, ich weiß: Wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir es schaffen.</p>
<p>L&amp;P,</p>
<p>Jennifer</p></blockquote>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://evidentist.wordpress.com/category/alternativmedizin/'>Alternativmedizin</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/dokumentation/'>Dokumentation</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/esoterik/'>Esoterik</a> Tagged: <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/ubersetzung/'>Übersetzung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/ben-goldacre/'>Ben Goldacre</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/homoopathie/'>Homöopathie</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/evidentist.wordpress.com/2035/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/evidentist.wordpress.com/2035/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=2035&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Darf PID überhaupt gesetzlich verboten werden?</title>
		<link>http://evidentist.wordpress.com/2011/02/18/gbs-zu-pid/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Feb 2011 10:29:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Giordano Bruno Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[PID]]></category>
		<category><![CDATA[Präimplantationsdiagnostik]]></category>

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		<description><![CDATA[Endlich klares, helles Licht auf eine Debatte, deren relevante Einzelheiten in moraltheologischen Nebelschwaden kaum mehr zu erkennen waren. Das ist das PID-Problem in High Definition und 3D. Das Problem selbst sieht jetzt gar nicht mehr so groß aus, aber die Bildqualität ist beeindruckend. Mit ihrer klaren und stringenten Argumentation hebt diese Stellungnahme der Giordano-Bruno-Stiftung die [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=1974&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><a href="www.giordano-bruno-stiftung.de" target="_blank"><img class="size-full wp-image-1833 alignnone" title="Giordano-Bruno-Stiftung" src="http://t3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQIC9Wwm8TZ0hCvEJaGErA9TbjvRFEJ_d0muXO6svCy1ipAgjUwlA" alt="Giordano-Bruno-Stiftung" /></a></h1>
<p>Endlich klares, helles Licht auf eine Debatte, deren relevante Einzelheiten in moraltheologischen Nebelschwaden kaum mehr zu erkennen waren. Das ist das PID-Problem in High Definition und 3D. Das Problem selbst sieht jetzt gar nicht mehr so groß aus, aber die Bildqualität ist beeindruckend.</p>
<p>Mit ihrer klaren und stringenten Argumentation hebt diese <a href="http://www.giordano-bruno-stiftung.de/pid.pdf" target="_blank">Stellungnahme der Giordano-Bruno-Stiftung</a> die Debatte auf ein neues Niveau. Bleibt zu hoffen, dass all diejenigen, die ihre Statements gern auf unbegründeten oder gar unbegründbaren Prämissen aufbauen, sie nicht einfach ignorieren. Um ihnen dies möglichst schwer zu machen, sollte der Text weite Verbreitung finden. Daher dokumentiere ich ihn hier vollständig.<span id="more-1974"></span></p>
<blockquote><p><strong>Für eine Zulassung der Präimplantationsdiagnostik in erweiterten Grenzen</strong></p>
<p>Stellungnahme der <em>Ethikkommission der Giordano-Bruno-Stiftung</em></p>
<p><strong>Zusammenfassung</strong><br />
Im Gegensatz zur vorherrschenden Diskussion, in der gefragt wird: „Darf PID gesetzlich erlaubt werden?“, sollte die strittige Frage lauten: „Darf PID überhaupt gesetzlich verboten werden?“ Schließlich sollten mündige, aufgeklärte Bürger in einem liberalen Gemeinwesen tun und lassen dürfen, was sie wollen, solange es ihnen nicht mit guten Gründen verboten werden kann. Diese guten, verallgemeinerungsfähigen Gründe für ein <em>Verbot der Präimplantationsdiagnostik</em> gibt es nicht. Es gibt nicht einmal gute Gründe für die von einigen Politikern vorgeschlagene Beschränkung der PID, etwa auf Paare, deren erbliche Vorbelastung erwiesen ist. Deshalb plädieren wir für eine Gesetzgebung, die den Grundsätzen eines modernen, liberalen Staates angemessen ist: für die <em>Zulassung der PID in erweiterten Grenzen. Grundsätzlich sollten alle Menschen, die den beschwerlichen Weg der künstlichen Befruchtung wählen, die Möglichkeit zur PID haben</em>. <em> </em></p>
<p><strong>Sach- und Rechtslage</strong><br />
Präimplantationsdiagnostik (PID) bezeichnet ein Verfahren, bei dem künstlich befruchtete Eizellen noch vor deren Einpflanzung in die Gebärmutter auf Erbkrankheiten untersucht werden, wobei die mit einer genetisch bedingten Erkrankung behafteten Embryonen nicht in den Mutterleib eingepflanzt werden. Bei der PID in einem frühen Stadium trennt der Arzt vom Embryo eine <em>totipotente Zelle</em> zur Untersuchung ab. „Totipotent“ (fähig zur Bildung des Ganzen) wird eine solche Zelle genannt, da sich aus ihr ein eigenständiger Mensch entwickeln könnte. Das Abtrennen totipotenter Zellen entspricht somit dem Tatbestand des Klonierens, das in Deutschland grundsätzlich verboten ist. Erfolgt die PID jedoch zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Zellen <em>pluripotent</em> geworden sind, handelt es sich nicht um Klonierung, da sich pluripotente Zellen nicht mehr zu eigenständigen Individuen, sondern nur noch zu verschiedenen Arten von Zellen entwickeln können.<br />
In den meisten Staaten Westeuropas – etwa Spanien, Frankreich, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden – ist PID erlaubt. Ob PID mit dem deutschen Embryonenschutzgesetz (ESchG) vereinbar ist, ist umstritten. Aus dem Wortlaut des Gesetzes lassen sich Argumente sowohl <em>für</em> wie <em>gegen</em> die Zulässigkeit der PID entwickeln. Die PID liegt somit in einer rechtlichen Grauzone, was dazu geführt hat, dass sie in Deutschland faktisch nicht angewandt wird.</p>
<p><strong>Rechtlicher Klärungsbedarf</strong><br />
Der Berliner Gynäkologe Matthias Bloechle machte im Jahre 2006 eindrucksvoll auf die unklare Rechtslage aufmerksam: Er befruchtete acht Eizellen, führte genetische Untersuchungen durch und pflanzte nur die gesunden Embryonen in den Mutterleib ein. Anschließend brachte er sein Vorgehen selbst zur Anzeige.<br />
Der Bundesgerichtshof sprach den Gynäkologen im Juli 2010 frei, weil die Entnahme der Zellen zulässig gewesen sei und die Befruchtungen vorgenommen worden seien, um eine Schwangerschaft herbeizuführen. Der Gesetzgeber bemüht sich seither um eine neue, präzisere Regelung der PID. Diskutiert werden vornehmlich ein <em>Verbot der PID (Variante I)</em> sowie eine Erlaubnis der <em>PID in engen Grenzen (Variante II)</em>. Wir plädieren demgegenüber für ein alternatives Modell: <em>die Erlaubnis der PID in erweiterten Grenzen (Variante III)</em>.</p>
<p><strong>PID und PND</strong><br />
Obgleich manche Argumente für ein Verbot der PID intuitiv nachvollziehbar erscheinen, weil PID eine Form von verbrauchender Embryonenforschung darstellt, ist die Vereinbarkeit eines Verbots der PID mit der Zulässigkeit der <em>Pränataldiagnostik (PND)</em> rational kaum nachzuvollziehen. Es ist zum Beispiel nicht einzusehen, warum die Untersuchung bei im Reagenzglas erzeugten Embryonen untersagt sein soll, die gentechnische Untersuchung von Föten im Mutterleib am Ende des dritten Schwangerschaftsmonats bis zur Geburt aber gestattet wird. Bekanntlich bricht die überwiegende Mehrheit der Eltern eine Schwangerschaft ab, wenn ein behindertes Kind zu erwarten steht. Wer für PND ist, sollte daher konsequenterweise auch für PID sein. Es erscheint unvernünftig und inkonsequent, eine frühe Aussonderung zugunsten einer späteren Abtreibung zu verhindern und extrakorporal erzeugte Vorstufen des Lebens besser zu schützen als den bereits weiter entwickelten Fötus im Uterus. Gerade Abtreibungsgegner sollten dabei bedenken, dass die <em>Zulassung der PID</em> zu einem <em>Rückgang von Schwangerschaftsabbrüchen infolge von PND</em> führen würde.</p>
<p><strong>Positive Gründe für PID</strong></p>
<ol>
<li>PID bietet eine Chance auf gesunde Nachkommen für solche Paare, bei denen aufgrund fortgeschrittenen Alters eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, ein Kind mit einer Chromosomenveränderung zu bekommen.</li>
<li>PID bietet zudem eine Chance auf gesunde Nachkommen für Paare, die aufgrund einer Fertilisationsstörung eine künstliche Befruchtung durchführen lassen. Mit Hilfe von PID können sich die Erfolgsaussichten auf ein gesundes Kind verbessern, indem Chromosomen- und andere genetische Störungen beim Embryo ausgeschlossen werden.</li>
<li>In den ersten beiden Fällen dient PID der Vermeidung unerwünschter Eigenschaften und der Minderung subjektiven Leidens. PID eröffnet jedoch auch weitere Handlungsoptionen: Das Verfahren lässt sich zur Auswahl erwünschter Eigenschaften nutzen, etwa zur Auswahl immunkompatibler Embryonen als Zell- oder Gewebespender für erkrankte Geschwister. Hier geht es nicht mehr nur darum, ein gesundes Kind zu bekommen, sondern zusätzlich um einen anderen, guten Zweck: das Leben eines Geschwisters zu retten. Mit Hilfe von PID kann ein Spenderkind gesucht werden, dessen Gewebe mit dem des erkrankten Geschwisterkindes kompatibel ist. Sollen künftig auch solche „Retterkinder“ gezeugt werden dürfen? In Großbritannien ist es erlaubt. Diese erweiterten Handlungsoptionen stellen für viele Beteiligten ein zusätzliches positives Argument dar.</li>
</ol>
<p><strong>PID nur für Reiche?</strong><br />
Alle bisher in der Politik diskutierten Vorschläge sehen ein Verbot der PID vor (prinzipiell in Variante I, mit gewissen Ausnahmen in Variante II). Angesichts der Möglichkeit, die PID in unseren Nachbarländern durchführen zu lassen (was wohlhabende Paare seit geraumer Zeit tun), bedeutet dies in der Praxis, dass die geplanten Restriktionen nur jene Bürgerinnen und Bürger betreffen werden, die sich eine PID im Ausland nicht leisten können. Eine solche Regelung ist nicht nur <em>sozial ungerecht</em>, sondern auch <em>rechtspolitisch bedenklich</em>: Der Gesetzgeber sollte davon absehen, ein Gesetz zu beschließen, das aufgrund sozialer Schieflagen den Rechtsfrieden stören und den Glauben an den <em>Rechtsstaat mit allgemein verbindlichen Normen</em> untergraben könnte.</p>
<p><strong> Empfehlung: Eine liberale Position</strong><br />
In einem liberalen Gemeinwesen sollten mündige Bürgerinnen und Bürger tun und lassen dürfen, was sie wollen, solange es ihnen nicht mit guten Gründen verboten werden kann. Diese guten, verallgemeinerungsfähigen Gründe für ein Verbot von PID (Variante I) gibt es nicht. Es gibt nicht einmal gute Gründe für die von einigen Politikern vorgeschlagene Beschränkung der PID auf wenige Ausnahmefälle (Variante II). <em>Deshalb sollten grundsätzlich alle Menschen, die den beschwerlichen Weg der künstlichen Befruchtung wählen, die Möglichkeit zur PID haben</em> (Variante III). Aus diesem Recht zur PID darf freilich keine Pflicht zur PID erwachsen: Wer aus Gewissensgründen keine PID vornehmen möchte, darf dazu nicht gezwungen werden.<br />
Eine Einschränkung sollte es aber im Falle einer generellen Zulassung der PID geben: Die reproduktive Autonomie der Eltern sollte so begrenzt werden, dass die bewusste Auswahl eines kranken Embryos rechtlich ausgeschlossen bleibt. Schließlich gebietet die Sorge um das Wohl des Kindes, diesem optimale Startbedingungen für das Leben zu geben. Gesundheit ist ein hohes Gut, das man Kindern nicht absichtlich vorenthalten darf.</p>
<p>Diese Empfehlung einer liberalen Position ergibt sich aus der <em>rationalen Unzulänglichkeit aller Gegenargumente </em>(1-6):</p>
<ol>
<li><strong>Theologische Argumente</strong><br />
Nach Meinung insbesondere vieler religiöser Menschen ist PID unzulässig, weil die befruchtete menschliche Eizelle bereits ein vollwertiger Mensch sei und infolgedessen die gleiche unbedingte Achtung und den gleichen Schutz wie eine erwachsene Person verdient. Jedem Menschen – auch dem Embryo in der Petrischale – sei von der Empfängnis an bis zum natürlichen Tod die Würde einer Person zuzuerkennen. Auch dem ESchG liegt die Annahme zugrunde, dass bereits mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle vollwertiges menschliches Leben beginnt. Deshalb darf der Embryo nach einer künstlichen Befruchtung nur zum Zweck der Ermöglichung einer Schwangerschaft verwendet werden.<br />
Bei unvoreingenommener Betrachtung ist es jedoch offensichtlich, dass man frühe menschliche Embryonen, die keinerlei Empfindungsfähigkeit besitzen, nicht auf eine Stufe mit menschlichen Personen stellen kann. Dass Embryonen „heilig“ und somit für medizinische Zwecke unantastbar seien, beruht auf metaphysischen (meist religiösen) Überzeugungen, die keine Allgemeingültigkeit beanspruchen können. Da es kein verallgemeinerbares Offenbarungswissen bezüglich ethischer Normen gibt, können Argumente, in denen solche Annahmen als Prämissen auftauchen, für politische Entscheidungen keinerlei Relevanz beanspruchen. Selbstverständlich steht es jedem Bürger und jeder Bürgerin frei, Präimplantationsdiagnostik als „Sünde“ zu verurteilen, aber niemand hat das Recht, diese Sichtweise Andersdenkenden aufzuzwingen. <em>Noch weniger ist es mit den Grundsätzen einer liberal-pluralistischen Demokratie vereinbar, dass der Staat seinen Bürgern eine bestimmte weltanschaulich gebundene Vorstellung vorschreibt.</em> Er hat sich in dieser Frage zurückzunehmen, gewissermaßen der Stimme zu enthalten. Bezogen auf die hier diskutierte Thematik bedeutet dies, dass die <em>reproduktive Autonomie der Bürger maximiert</em> und <em>staatliche Eingriffe auf ein rational vertretbares Maß minimiert</em> werden sollten.</li>
<li><strong>Existenzielle Argumente</strong><br />
Ein weiterer Einwand gegen PID lautet, aussondernde Präimplantationsdiagnostik widerspreche dem „aktualen“ bzw. „potentiellen Lebensinteresse“ der Embryonen. Allerdings sind beide Varianten dieses Einwands fehlerhaft: Ein „aktuales Lebensinteresse“ setzt <em>ein empfindungsfähiges Lebewesen voraus, das verwundet, misshandelt oder gedemütigt werden kann</em>. Diese Bedingungen sind jedoch bei Embryonen, die überhaupt nichts spüren und bei –196 Grad kryokonserviert werden können, nicht erfüllt. Die gesamte moderne Bewusstseinsforschung zeigt, dass ein <em>subjektives Lebensinteresse</em> im Sinne bewussten Erlebens ein komplexes neuronales Korrelat erfordert, welches der Embryo einfach nicht besitzt. Das zweite kritische Argument, dass durch aussondernde Präimplantationsdiagnostik ein „künftiges Interesse an der eigenen Existenz und würdevoller Behandlung“ verletzt werde, ist schon deshalb falsch, weil es infolge der frühen Aussonderung gar nicht erst zur Entstehung von „Interessen“ bzw. „verletzbarem Leben“ kommt. Da Embryonen, die nicht eingepflanzt werden, sich nicht zu Menschen im vollen Sinne entwickeln, verfügen sie weder über aktuale noch über potentielle Lebensinteressen, die durch PID verletzt werden könnten.<br />
In diesem Kontext sollte auch beachtet werden, dass <em>die Mehrheit der Bevölkerung nicht bereit ist, das Absterbenlassen eines befruchteten Eis oder einer totipotenten Zelle einer Kindstötung gleichzusetzen</em>, was schon die Tatsache belegt, dass die meisten den Einsatz der Spirale als Verhütungsmittel oder die Fristenlösung in der Abtreibungsfrage akzeptieren. Fast niemand spricht bei abgestorbenen Embryonen von gestorbenen Kindern, kaum jemand hält es für ein Gebot der Pietät, sie würdevoll zu bestatten. Es existiert also kein kultureller Konsens, der eine entsprechende Praxis stützen könnte.</li>
<li><strong>Pragmatische Argumente</strong><br />
Bei allem Verständnis für Paare, die sich trotz schwerer Erbkrankheiten ein eigenes Kind wünschen, sind die Gegner von PID überzeugt, dass sich eine Begrenzung der PID auf Ausnahmefälle nicht durchhalten <strong>lässt</strong>. Eine Eingrenzung sei schwer durchführbar. Es sei schwierig, einen Katalog von Gendefekten oder Krankheiten aufzustellen, für welche die PID zulässig sein soll. Es gebe Gene, die eine Erkrankung auslösen können, aber nicht müssen. Wie möchte man es mit Leiden halten, die sich erst später im Leben manifestieren, wie etwa der tödlichen Nervenkrankheit Chorea Huntington? Wie beurteilt man genetische Defekte, welche die Wahrscheinlichkeit einer Krankheit wie etwa des Brustkrebses erhöhen? Kann nicht jede Prävention, die man unterlässt, sich zu einer psychischen Belastung auswachsen? Mit welchen Argumenten möchte man in derartigen Fällen die PID verweigern?<br />
Hierauf ist zu erwidern: Warum soll sich nicht entscheiden lassen, welche Krankheiten schwer sind? Das ist ein Scheinproblem. Dennoch machen diese Einwände auf ein wirkliches Problem aufmerksam. Dessen Lösung liegt jedoch nicht in einem Verbot von PID (I), sondern in der empfohlenen Aufhebung (III) der vorgesehenen Einschränkungen für PID (II): <em>Wenn sich Eltern für die Selektion gegen einen genetischen Defekt entscheiden, dann liegt ihr Motiv darin, Belastungen ihres künftigen Kindes zu vermeiden, ihm optimale Startbedingungen für das Leben zu schenken und selbst auch zusätzlichen Mühen zu entgehen. Hieran ist nichts verwerflich.</em><br />
Insbesondere im <em>Interesse der Mütter</em>, für die jede Behandlung mit enormen physischen und psychischen Kosten verbunden ist, sollten nur die Embryonen eingepflanzt werden, die die besten Aussichten auf eine gesunde Entwicklung haben. In den Ländern, in denen PID erlaubt ist, setzt sich daher zunehmend der sogenannte <em>Single-Embryo-Transfer (SET)</em> durch. Beim SET fahnden die Mediziner routinemäßig unter mehreren befruchteten Eizellen nach dem Embryo mit den besten Entwicklungschancen. Es ist nicht einzusehen, warum eine solche Praxis nicht auch in Deutschland möglich sein soll.</li>
<li><strong>Designerbabys?</strong><br />
PID bedeutet nach Auffassung mancher Kritiker, die „Büchse der Pandora“ zu öffnen oder den „Ungeist aus der Flasche“ zu lassen, die man besser verschlossen hielte. Es werden sogenannte „Dammbruch-Argumente“ aufgelistet, denen zufolge eine erst einmal etablierte Praxis eine kaum mehr aufzuhaltende Eigendynamik entfalte, weil auf den ersten Schritt geradezu zwangsläufig die nächsten folgten. Im Falle von PID ist die Furcht groß, dass sie einen Einstieg in die positive Eugenik bedeuten könnte mit dem Ziel der Erschaffung von Designerbabys. Heute gehe es um die Vermeidung von Erbkrankheiten, morgen vielleicht schon um die Auswahl von Augenfarbe, Körperbau, Intelligenz und ähnliches andere mehr. Denn habe man erst einmal begonnen, die Entstehung menschlichen Lebens zu steuern und seine Qualitäten oder Eigenschaften im Voraus festzulegen, dann weckten diese Möglichkeiten sicherlich bald den Wunsch nach einem „perfekten“ Kind. Positive Zuchtwahl nach elterlichen oder gesellschaftlichen Planungs- und Bedarfsvorstellungen wäre so in greifbare Nähe gerückt.<br />
Hierauf ist zu erwidern: Die neuen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin verlangen vernünftige ethische Regelungen – und es ist dringend erforderlich, rechtzeitig öffentliche Debatten über dieses Thema anzustoßen, bevor die Gesellschaft unvorbereitet vom technischen Fortschritt überrollt wird. Allerdings sollte man Paare, die heute im Rahmen einer künstlichen Befruchtung PID ins Auge fassen, weil sie keinen kranken Embryo eingepflanzt bekommen wollen, mit solchen Zukunftsszenarien verschonen. <em>Wenn sie PID durchführen lassen möchten, um einen gesunden Embryo auf seinen Entwicklungsweg zu schicken, so ist das aus ethischer Perspektive ebenso in Ordnung, wie es inzwischen PND für alle Schwangeren ist</em>.</li>
<li><strong>Retterkinder</strong><br />
PID kann, wie gesagt, auch zur Ermittlung eines möglichen Retterkindes eingesetzt werden. In Großbritannien dürfen Eltern ihr künftiges Kind mit Hilfe genetischer Testverfahren so auswählen, dass es nach seiner Geburt als lebensrettender Zellspender für ein todkrankes Geschwister dienen kann. Dafür ist eine Erzeugung mehrerer Embryonen durch künstliche Befruchtung notwendig, die anschließend daraufhin getestet werden, ob ihre Erbinformationen mit dem älteren kranken Geschwister übereinstimmen, so dass sie später als Gewebespender in Frage kommen. Das aus mehreren Embryonen ausgewählte Rettungsgeschwister wird dann in den Mutterleib eingepflanzt.<br />
Der geläufige Einwand gegen diese Praxis heißt: Hier wird ein Mensch bloß als Mittel zu fremdnützigen Zwecken gebraucht, ja zu einem bloßen Ersatzteilspender herabgestuft. Für dieses „bloß“ gibt es jedoch kein überzeugendes Argument: Zwar kann von dem Retterkind kein informiertes Einverständnis eingeholt werden, doch die Befürchtung, dass es von den Eltern nur als „Ersatzteillager“ gebraucht, nicht aber auch um seiner selbst willen geliebt wird, entbehrt jeder Grundlage. (Solche Horrorszenarien werden von Science-Fiction-Autoren gerne bemüht, psychologisch ist jedoch nicht zu erwarten, dass Eltern ihr Neugeborenes deshalb weniger lieben werden, weil es als Gewebespender für ein Geschwisterkind infrage kommt.)<br />
Dennoch bleiben zwei Bedenken: Erstens könnte die unterstellte Einwilligung des Retterkindes in die Gewebespende auf einem Fehlurteil beruhen, was sich bei Neugeborenen erst Jahre danach feststellen lässt. Dann müssten die Entscheidungsträger damit leben, das Retterkind gegen seinen Willen zur Rettung oder Heilung des Geschwisters herangezogen zu haben. Allerdings dürfte bei rationaler Güterabwägung die Last schwerer wiegen, nicht alles Menschenmögliche zur Genesung des kranken Kindes getan zu haben, als den mutmaßlichen Willen des Retterkindes zu verletzen.<br />
Zweitens wirft der Schweregrad möglicher Eingriffe ethische Probleme auf: Dürfen den Retterkindern Punktionen des Knochenmarks oder gar größere Operationen zugemutet werden, wenn sie hierdurch Schmerz und Stress erleiden müssen? Diese Bedenken mahnen zu großer Vorsicht und Umsicht, rechtfertigen aber kein grundsätzliches Verbot der PID zur Ermittlung eines Rettungskindes innerhalb der betroffenen Familie.<br />
Die hier beschriebene Problematik könnte künftig möglicherweise umgangen werden, wenn der Gesetzgeber die <em>Verwendung embryonaler Stammzellen zu therapeutischen Zwecken</em> erlauben würde. Derartige Zellen kennen im Unterschied zu Retterkindern weder Freude noch Schmerz und würden somit bei den Maßnahmen zur Heilung des erkrankten Familienmitglieds nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. <em>Daher empfehlen wir eine grundsätzliche Revision des in vielerlei Hinsicht veralteten Embryonenschutzgesetzes</em>. In diesem Zusammenhang müssen allerdings viele komplexe Sachaspekte berücksichtigt werden, auf die wir im Rahmen dieser kurzen Stellungnahme nicht eingehen können.</li>
<li><strong>Herabsetzung von Behinderten</strong><br />
Ein weiterer Einwand lautet: Wer PID befürwortet, fällt unweigerlich ein Unwerturteil über das Leben des defekten Embryos und damit mittelbar auch über Menschen, die unter bestimmten Krankheiten oder Behinderungen leiden. Das Aussortieren von Embryonen in vitro wird gerne verurteilt als unerträgliche Einteilung des menschlichen Daseins in lebenswert und nützlich einerseits, lebensunwert und unnütz andererseits. Aber natürlich folgt aus dem ethisch motivierten Versuch, objektive Behinderungen und subjektives Leiden von zukünftigen Menschen zu mindern, nicht, dass bereits existierende behinderte oder leidende Personen keine Würde oder einen geringeren „Wert“ besitzen.<br />
Fakt ist: Ärzte und Eltern wollen durch PID lediglich Krankheit vermeiden, in Wahrheit jedoch vermeiden sie ein krankes Kind und bringen stattdessen im Idealfall ein anderes, gesundes hervor. Allerdings wird einem kranken Embryo hierdurch, wie bereits ausgeführt, nichts vorenthalten, <em>weil er überhaupt noch nichts ist, dem etwas vorenthalten werden könnte. Es wäre unsinnig zu sagen, sein Interesse am Leben würde durch eine solche Wahl unerfüllt bleiben, weil es in seinem Lebensstadium noch gar kein Interesse und Empfinden gibt</em>. Er ist noch nicht zu einem bewussten Erlebnissubjekt und einem Träger von Interessen herangewachsen. Die Entscheidung der Eltern für den gesunden Embryo ist somit weder schlecht für den kranken noch gut für den gesunden, sie ist erst einmal nur gut für die Eltern in dem Sinne, dass sie sich hierdurch vermutlich mit weniger Sorgen belasten.<br />
Sicher ist es nicht schön, erkennen zu müssen, dass andere die eigenen objektiven Defekte als eine wahrscheinliche Quelle subjektiven Unglücks ansehen. Eine Freiheitseinschränkung für andere Mitglieder der Gesellschaft lässt sich damit jedoch nicht begründen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Mitglieder einer zu PID bereiten Gesellschaft Behinderte verachten oder verstärkt zu rohem Sozialverhalten neigen. Jedenfalls lassen weder die Pränataldiagnostik noch die Abtreibungspraxis solche Schlüsse zu: Beides führte bislang weder zur Deformierung der Sozialmoral noch zur Reduzierung menschlicher Solidarität mit Kranken, Alten und Schwachen.<br />
Wir halten fest: Die Wahl eines gesunden Embryos mithilfe von PID ist keineswegs mit einer Herabsetzung von Behinderten verknüpft. Die Annahme, dass die Vernichtung befruchteter Eizellen mit genetischen Defekten zur Diskriminierung von Behinderten führt, ist ähnlich absurd wie die Forderung nach Abschaffung der Impfung gegen Kinderlähmung, weil diese eine Diskriminierung von Menschen mit Kinderlähmung zur Folge haben könnte. Wer eine rationale, humanistische Sichtweise vertritt, dem sollte klar sein, <em>dass Behinderte und Kranke unsere volle Unterstützung verdienen, Behinderung und Krankheit jedoch nicht</em>.</li>
</ol>
<p><strong><em>Ethikkommission der Giordano-Bruno-Stiftung</em></strong><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Birnbacher" target="_blank">Prof. Dr. Dieter Birnbacher</a> (Philosoph, Bioethiker); <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Ebert_%28Philosoph%29" target="_blank">Prof. Dr. Theodor Ebert</a> (Philosoph); <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Hilgendorf" target="_blank">Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf</a> (Jurist, Rechtsphilosoph); <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Hoerster" target="_blank">Prof. Dr. Dr. Norbert Hoerster</a> (Sozialphilosoph); <a href="http://www.giordano-bruno-stiftung.de/Stiftung/lorenz.html" target="_blank">Dr. Fiona Lorenz</a> (Sozialwissenschaftlerin); <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Metzinger" target="_blank">Prof. Dr. Thomas Metzinger</a> (Philosoph, Kognitionsforscher); <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Schmidt-Salomon" target="_blank">Dr. Michael Schmidt-Salomon</a> (Philosoph, Schriftsteller); <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ulla_Wessels" target="_blank">Prof. Dr. Ulla Wessels</a> (Philosophin); <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Wetz" target="_blank">Prof. Dr. Franz Josef Wetz</a> (Philosoph, Bioethiker)<br />
Die Giordano-Bruno-Stiftung ist eine Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung, der sich viele renommierte Wissenschaftler, Philosophen und Künstler angeschlossen haben. Weitere Informationen unter: <a href="www.giordano-bruno-stiftung.de" target="_blank">www.giordano-bruno-stiftung.de</a><br />
Kontakt: Dipl.-Psych. Elke Held (gbs-Presseabteilung)<br />
Tel: +49 (0)651 9679503, Fax: +49 (0)651 96796602, Mail: presse(at)giordano-bruno-stiftung.de</p></blockquote>
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		<title>Doppelblind sehen wir besser</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 23:26:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die EDGE-Frage für 2011: &#8220;Welches wissenschaftliche Konzept würde die kognitive Ausstattung aller verbessern?&#8221; Einige der Antworten auf diese Frage sind wahre Kleinode, da sie wichtige Konzepte prägnant beschreiben und präzise erklären. Vor einiger Zeit habe ich hier meine Übersetzung der Antwort von Howard Gardner gepostet. Hier jetzt die Antwort von Richard Dawkins: Die Doppelblindstudie Nicht [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=1846&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><a href="http://www.edge.org" target="_blank"><img class="aligncenter" title="Edge" alt="" src="http://www.edge.org/images/edge_banner.gif" width="475" height="83" /></a></p>
<p>Die <a href="http://www.edge.org/q2011/q11_index.html" target="_blank">EDGE-Frage für 2011</a>: <strong><em>&#8220;Welches wissenschaftliche Konzept würde die kognitive Ausstattung aller verbessern?&#8221;</em></strong></p>
<p>Einige der Antworten auf diese Frage sind wahre Kleinode, da sie wichtige Konzepte prägnant beschreiben und präzise erklären. Vor einiger Zeit habe ich hier <a title="Wie würden Sie Ihren Standpunkt widerlegen?!" href="http://evidentist.wordpress.com/2011/01/19/standpunkt-widerlegen/" target="_blank">meine Übersetzung</a> der <a href="http://www.edge.org/q2011/q11_1.html#gardner" target="_blank">Antwort von Howard Gardner</a> gepostet. Hier jetzt die <a href="http://www.edge.org/q2011/q11_17.html#dawkins" target="_blank">Antwort</a> von <a href="http://www.edge.org/3rd_culture/bios/dawkins.html" target="_blank">Richard Dawkins</a>:<span id="more-1846"></span></p>
<blockquote><p><em><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelblindstudie" target="_blank">Die Doppelblindstudie</a></strong></em></p>
<p><a href="http://www.edge.org/3rd_culture/bios/images/Dawkins.jpg"><img class="alignright" title="Richard Dawkins" alt="" src="http://www.edge.org/3rd_culture/bios/images/Dawkins.jpg" width="150" height="229" /></a>Nicht alle Konzepte, die professionelle Wissenschaftler gebrauchen, würden die kognitive Ausstattung aller verbessern. Wir suchen hier nicht nach Werkzeugen, mit denen forschende Wissenschaftler ihre Disziplin voranbringen könnten. Wir suchen nach Werkzeugen, die Nicht-Wissenschaftlern dabei helfen, die Wissenschaft besser zu verstehen, und die ihnen dabei helfen, ihr Urteilsvermögen für ihr gesamtes Leben zu verbessern.</p>
<p>Warum glaubt die Hälfte der US-Amerikaner an Geister, drei Viertel an Engel, ein Drittel an Astrologie, drei Viertel an die Hölle? Warum glaubt ein Viertel aller US-Amerikaner, dass der Präsident der Vereinigten Staaten außerhalb des Landes geboren wurde und daher als Präsident eigentlich gar nicht in Frage kommt? Warum glauben über 40 Prozent der US-Amerikaner, das Universum habe erst nach der Domestizierung des Hundes begonnen?</p>
<p>Hüten wir uns vor der defätistischen Antwort, die das alles der Dummheit zuschreibt. Das ist wahrscheinlich Teil der Antwort, aber seien wir optimistisch und konzentrieren wir uns auf etwas, das behoben werden kann: die fehlende Ausbildung in kritischem Denken und darin, wie wir persönliche Meinungen, Vorurteile und Anekdoten zugunsten von Evidenz außer Acht lassen können. Ich glaube, dass die Doppelblindstudie doppelt wertvoll ist. Sie ist mehr als nur ein exzellentes Werkzeug der Forschung. Sie hat auch einen erzieherischen, didaktischen Wert, da sie Menschen lehren kann, kritisch zu denken. Meine These ist, dass Sie nicht unbedingt selbst doppelt verblindete Experimente durchführen müssen, um eine Verbesserung Ihrer kognitiven Ausstattung zu erreichen. Sie müssen nur das Prinzip verstehen, kapieren, warum es notwendig ist, und sich an seiner Eleganz begeistern.</p>
<p>Wenn Schüler in allen Schulen lernen würden, wie sie doppelt verblindete Experimente durchführen können, würde unsere kognitive Ausstattung auf folgende Weise verbessert werden:</p>
<ol>
<li>Wir würden lernen, Anekdoten nicht zu verallgemeinern.</li>
<li>Wir würden lernen, die Wahrscheinlichkeit richtig einzuschätzen, dass ein scheinbar wichtiger Effekt nur durch Zufall zustande gekommen sein könnte.</li>
<li>Wir würden lernen, wie außerordentlich schwierig es ist, subjektive Voreingenommenheit zu eliminieren, und dass subjektive Voreingenommenheit in keiner Weise Unehrenhaftigkeit oder Bestechlichkeit impliziert. Diese Lektion geht tiefer. Sie hat den überaus heilsamen Effekt, Respekt vor Autoritäten und Respekt vor persönlichen Meinungen zu unterminieren.</li>
<li>Wir würden lernen, uns nicht in die Irre führen zu lassen von Homöopathen und anderen Quacksalbern und Scharlatanen, die infolgedessen ihre Geschäftsgrundlage verlieren würden.</li>
<li>Wir würden lernen, im Allgemeinen kritischer und skeptischer zu denken, was nicht nur unsere kognitive Ausstattung verbessern würde, sondern vielleicht die Welt retten könnte.</li>
</ol>
</blockquote>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://evidentist.wordpress.com/category/aufklarung/'>Aufklärung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/erziehung/bildung/'>Bildung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/dokumentation/'>Dokumentation</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/medizin/'>Medizin</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/perspektive/'>Perspektive</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/ethik/werte/'>Werte</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/wissenschaft/'>Wissenschaft</a> Tagged: <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/ubersetzung/'>Übersetzung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/doppelblindstudie/'>Doppelblindstudie</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/edge/'>Edge</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/richard-dawkins/'>Richard Dawkins</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/evidentist.wordpress.com/1846/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/evidentist.wordpress.com/1846/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=1846&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Immun gegen Homöopathie in 12 Schritten</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 17:11:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier sind 12 Punkte zur Homöopathie, die sich gut eignen als argumentatives Futter für fruchtlose Diskussionen mit Gläubigen, mehr noch aber für Gespräche mit ahnungslosen Passanten, die eher ungläubig schauen, wenn man ihnen erzählt, dass an homöopathischen Mittelchen „nix drin und nix dran“ sein soll. „Wie?! Aber das verkaufen die doch in der Apotheke!?!“ Ja, [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=1726&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://crispian-jago.blogspot.com/2010/04/skeptic-trumps-steven-novella.html" target="_blank"><img class="alignleft" style="margin-left:15px;margin-right:15px;" title="Steven Novella" alt="" src="http://evidentist.files.wordpress.com/2011/02/4ff11-card012stevennovella.png?w=206&#038;h=328" width="206" height="328" /></a>Hier sind 12 Punkte zur Homöopathie, die sich gut eignen als argumentatives Futter für fruchtlose Diskussionen mit Gläubigen, mehr noch aber für Gespräche mit ahnungslosen Passanten, die eher ungläubig schauen, wenn man ihnen erzählt, dass an homöopathischen Mittelchen „nix drin und nix dran“ sein soll. „Wie?! Aber das verkaufen die doch in der Apotheke!?!“ Ja, vielleicht helfen diese Punkte ja auch der einen oder anderen <a href="http://www.sheng-fui.de/traditionelle-medizin/homoeopathie/10-tipps-wie-frauen-von-homoeopathie-profitieren-koennen/" target="_blank">Apothekerin</a>, die „immer wieder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anekdotische_Evidenz" target="_blank">gute Erfahrungen</a> mit der Homöopathie“ gemacht hat.<span id="more-1726"></span></p>
<p>Steven Novella ist wissenschaftlich-klinischer Neurologe an der Yale University School of Medicine. Er ist Präsident und Mitbegründer der <a href="http://www.theness.com/" target="_blank">New England Skeptical Society (www.theness.com)</a>. Diese 12 Punkte hatte er vor einigen Jahren auf einer Tagung zum Thema „Homöopathie: Quacksalberei oder Medizin der Zukunft?“ vorgetragen und in seinem Blog-Artikel <a href="http://www.theness.com/neurologicablog/?p=40">„My Day with the Homeopaths – Part I“</a> als „Chain of implausibilities“ veröffentlicht. Es folgt meine Übersetzung.</p>
<ol>
<li>Das „Ähnlichkeitsgesetz“, die Vorstellung, dass Gleiches mit Gleichem geheilt werden kann, hat keine Grundlage in der Biologie oder in der Natur. Dies ist ein Produkt einer weit verbreiteten <a href="http://www.bartleby.com/196/6.html" target="_blank">Form des magischen Denkens</a>, bekannt als sympathische Magie – die Idee, dass Ursachen den Wirkungen ähneln. Samuel Hahneman, der Erfinder der Homöopathie, <a href="http://www.homeoint.org/books4/organon/org040.htm#p45" target="_blank">glaubte</a>, dass der Körper nicht zuließe, dass zwei ähnliche Krankheiten gleichzeitig im Körper bestünden, – aber nach zwei Jahrhunderten medizinischer und biologischer Forschung konnte kein solches Prinzip entdeckt werden. Moderne Homöopathen erklären diesen mutmaßlichen Effekt als die Reaktion des Körpers auf die homöopathische Medizin, wie eine Immunisierung, aber es gibt keine Immunreaktion auf homöopathische Zubereitungen und es gibt keinen anderen Mechanismus für eine solche Reaktion, daher wird hier nur eine Unbekannte mit einer anderen Unbekannten erklärt.</li>
<li>Hahnemans Theorie der Krankheit, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Miasma" target="_blank">Miasmentheorie</a> (die Vorstellung, dass alle chronischen Krankheiten durch externe Gifte oder Miasmen verursacht werden), war vorwissenschaftlich und korreliert nicht mit irgendwelchen Erkenntnissen aus der Biologie.</li>
<li>Homöopathen behaupten, sie behandelten die ganze Person, und schlagen so aus dem Marketing-Label „holistisch“ Kapital, aber das widerspricht dem Ähnlichkeitsgesetz. Sie haben das Gefühl, dass ihre Heilmittel individualisiert werden müssen, wobei sie viele oberflächliche Eigenschaften des Patienten in Betracht ziehen, einschließlich seiner Persönlichkeit. Aber sie behaupten gleichzeitig, dass ein bestimmtes Heilmittel ein bestimmtes Symptom auf der Grundlage des Ähnlichkeitsgesetzes kurieren kann. Daher ist der ganzheitliche Ansatz sowohl unplausibel als auch widersprüchlich.</li>
<li>Hahnemann und moderne Homöopathen hängen außerdem „<a href="http://www.yamedo.de/heilverfahren/homoeopathie/heringsche-regel.html" target="_blank">Heilgesetzen</a>“ an, zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.</li>
<li>Das „Gesetz des unendlich Kleinen“ behauptet, dass extreme Verdünnung die Wirksamkeit der verdünnten Substanz erhöht, aber nur die vorteilhaften Wirkungen, während alle schädlichen Wirkungen vermindert werden. Es gibt keinen Mechanismus, um auf diese einfache Weise erwünschte von unerwünschten Wirkungen zu trennen. Und zwei Jahrhunderte wissenschaftlicher Forschung bestätigen die vernünftige Annahme, dass Wirksamkeit durch Verdünnung geschwächt wird.</li>
<li><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3437572415?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3437572415"><img class="alignright size-full wp-image-1733" title="energiemedizin" alt="" src="http://evidentist.files.wordpress.com/2011/02/energiemedizin.jpg?w=519"   /></a><img class=" olmxiktiulnnqdiwodcy olmxiktiulnnqdiwodcy olmxiktiulnnqdiwodcy olmxiktiulnnqdiwodcy xhjwsqfviwhmulcmjykx xhjwsqfviwhmulcmjykx iszljjilfrbadpewpxnl iszljjilfrbadpewpxnl giygfhytiubgwzthyppb" style="border:none!important;margin:0!important;" alt="" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=evidentistwor-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3437572415" width="0" height="0" border="0" />Es gilt das Prinzip, dass durch das Verschütteln des homöopatischen Mittels bei jeder Verdünnung die „Energie“ oder „Essenz“ der Substanz auf das Wasser oder den Alkohol übertragen wird. Somit ist die Homöopathie in einer Erscheinungsform einfach eine weitere Spielart von Energiemedizin – basierend auf der Annahme einer vitalen Energie, die der Wissenschaft unbekannt ist.</li>
<li>Das Problem, dass homöopathische Mittel chemisch gesehen nur Wasser oder Alkohol ohne aktive Bestandteile sind, versuchen manche mit dem Argument vom „Wassergedächtnis“ zu lösen. Ich habe schon darauf hingewiesen, dass damit nur eine weitere Kette von Unplausibilitäten entsteht, beginnend mit der Tatsache, dass das homöopathische Wassergedächtnis bislang noch nicht nachgewiesen wurde und dass es keinen bekannten Mechanismus gibt, durch den flüssiges Wasser, im Gegensatz zu festen Stoffen, eine biologisch relevante komplexe dreidimensionale Struktur über eine signifikante Dauer aufrecht erhalten kann.</li>
<li><a href="http://www.amazon.de/gp/product/344012634X?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=344012634X" target="_blank"><img class="alignright" title="lebenimwassertropfen" alt="" src="http://evidentist.files.wordpress.com/2011/02/lebenimwassertropfen-e1310323243341.jpg?w=152&#038;h=224" width="152" height="224" /></a><img class=" olmxiktiulnnqdiwodcy olmxiktiulnnqdiwodcy olmxiktiulnnqdiwodcy olmxiktiulnnqdiwodcy xhjwsqfviwhmulcmjykx xhjwsqfviwhmulcmjykx iszljjilfrbadpewpxnl iszljjilfrbadpewpxnl giygfhytiubgwzthyppb" style="border:none!important;margin:0!important;" alt="" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=evidentistwor-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=344012634X" width="0" height="0" border="0" />Dieser Prozess müsste aber auch in der Lage sein, die gewünschte Chemikalie von allem anderen zu unterscheiden, das sich sonst noch in dem Wasser befindet &#8211; alle Kontaminationen und Spurenelemente. Tatsächlich gibt es keine Erklärung dafür, dass alles, was vorher in einer bestimmten Menge Wasser oder Alkohol aufgelöst war, nicht weiterhin darin ist und daher durch den Prozess der Verdünnung und Verschüttelung gleichfalls potenziert wird.</li>
<li>Welche Informationen die Struktur des Wassers auch immer enthalten sollte, sie müssten auch auf die Zuckerpillen übertragen werden, auf die der Tropfen des homöopathischen Wassers aufgetragen wird, oder sie müssten zumindest den Prozess überleben.</li>
<li>Das Gedächtnis des Wassers müsste die Aufnahme und Absorption durch das gastrointestinale System im Körper und den Transport durch das Blut bis zu den Geweben überleben.</li>
<li>Medikamente, die Chemikalien und Proteine sind, funktionieren, weil tierische Zellen miteinander kommunizieren und ihre Funktionen über chemische und Protein-Signale regulieren. Medikamente binden die Rezeptoren für diese Signale, aktivieren oder blockieren sie, oder sie blockieren oder modifizieren die Funktion von Enzymen oder verändern biochemische Reaktionen auf andere Weise. Biologen haben weder ein „Wassergedächtnis“ noch homöopathische Signale oder Rezeptoren entdeckt, noch irgendetwas, das plausiblerweise als Rezeptor für Wasserstrukturen dienen könnte. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass unsere Körper auf homöopathische Signale reagieren können, es sei denn, diese wären von vornherein Bestandteil normaler biologischer Funktionen.</li>
<li><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3941837117?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3941837117"><img class="alignright" title="Quanten-huschi-fuschi" alt="" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41UathPJf5L._SL500_AA300_.jpg" width="180" height="180" /></a><img class=" olmxiktiulnnqdiwodcy olmxiktiulnnqdiwodcy olmxiktiulnnqdiwodcy olmxiktiulnnqdiwodcy xhjwsqfviwhmulcmjykx xhjwsqfviwhmulcmjykx iszljjilfrbadpewpxnl iszljjilfrbadpewpxnl giygfhytiubgwzthyppb" style="border:none!important;margin:0!important;" alt="" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=evidentistwor-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3941837117" width="0" height="0" border="0" />Einige Homöopathen ziehen sich auf die Quantenmechanik zurück, um die Wirkungen homöopathischer Mittel zu erklären, aber dies ist wiederum nur ein Rückgriff auf das Unbekannte. Außerdem sind Quanteneffekte auf subatomarer Ebene relevant und können sich vielleicht bis auf die atomare Ebene auswirken, sie sind jedoch nicht für die makroskopische Welt oder für biologische Systeme relevant.</li>
</ol>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://evidentist.wordpress.com/category/alternativmedizin/'>Alternativmedizin</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/erziehung/bildung/'>Bildung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/dokumentation/'>Dokumentation</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/esoterik/'>Esoterik</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/illusion/'>Illusion</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/medizin/'>Medizin</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/wissenschaft/'>Wissenschaft</a> Tagged: <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/1023/'>10:23</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/ubersetzung/'>Übersetzung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/homoopathie/'>Homöopathie</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/steven-novella/'>Steven Novella</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/evidentist.wordpress.com/1726/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/evidentist.wordpress.com/1726/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=1726&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wie würden Sie Ihren Standpunkt widerlegen?!</title>
		<link>http://evidentist.wordpress.com/2011/01/19/standpunkt-widerlegen/</link>
		<comments>http://evidentist.wordpress.com/2011/01/19/standpunkt-widerlegen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 22:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
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		<category><![CDATA[Edge]]></category>
		<category><![CDATA[Howard Gardner]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Popper]]></category>

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		<description><![CDATA[Die EDGE Foundation versammelt einige der interessantesten Köpfe der Welt. Seit einigen Jahren stellt sie jedes Jahr eine Frage, die dann von all diesen Geistesgrößen kurz und knapp beantwortet wird. Die EDGE-Frage für 2011 lautet: &#8220;Welches wissenschaftliche Konzept würde die kognitive Ausstattung aller verbessern?&#8221; Die Antworten von 164 Wissenschaftlern sind jetzt online. Hier ist meine [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=1472&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><a href="http://www.edge.org" target="_blank"><img class="aligncenter" title="Edge" alt="" src="http://www.edge.org/images/edge_banner.gif" width="475" height="83" /></a></p>
<p>Die <a href="http://www.edge.org/" target="_blank">EDGE Foundation</a> versammelt einige der interessantesten Köpfe der Welt. Seit einigen Jahren stellt sie jedes Jahr eine Frage, die dann von all diesen Geistesgrößen kurz und knapp beantwortet wird. Die <a href="http://www.edge.org/q2011/q11_index.html" target="_blank">EDGE-Frage für 2011</a> lautet:</p>
<p><strong><em>&#8220;Welches wissenschaftliche Konzept würde die kognitive Ausstattung aller verbessern?&#8221;</em></strong></p>
<p>Die Antworten von 164 Wissenschaftlern sind jetzt online. Hier ist meine Übersetzung der <a href="http://www.edge.org/q2011/q11_1.html#gardner" target="_blank">Antwort </a>von <a href="http://www.edge.org/3rd_culture/bios/gardner.html" target="_blank">Howard Gardner</a>:<span id="more-1472"></span></p>
<blockquote><p><strong><img class="alignright" title="Howard Gardner" alt="" src="http://www.edge.org/3rd_culture/bios/images/HG-web.jpg" width="133" height="200" />&#8220;</strong><strong>Wie würden Sie Ihren Standpunkt widerlegen?!&#8221;</strong></p>
<p>Karl Popper haben wir ein einfaches und mächtiges gedankliches Werkzeug zu verdanken: den Satz „Wie würden Sie Ihren Standpunkt widerlegen?!“</p>
<p>In einer demokratischen Gesellschaft wie der unseren ist die größte Herausforderung für das wissenschaftliche Denken die Tendenz, Ansichten aufgrund von Religionen oder Ideologien zu hegen. Die meisten US-Amerikaner zweifeln an der Evolution, weil sie ihren religiösen Lehren widerspricht, und mindestens eine große Minderheit ist skeptisch gegenüber globaler Erwärmung – oder präziser, gegenüber dem durch den Menschen verursachten Anteil an der globalen Veränderung – weil Anstrengungen, dem Klimawandel entgegenzuwirken, den ‚freien Markt‘ einschränken würden.</p>
<p>Popper hat die Ansicht populär gemacht, dass eine These nur insofern wissenschaftlich ist, wie sie widerlegt werden kann – und dass Wissenschaft die ständige Anstrengung sei, Thesen zu widerlegen.</p>
<p>Wenn amerikanische Bürger, oder Bürger überall, motiviert wären, die Bedingungen zu beschreiben, unter denen sie ihre Überzeugungen aufgeben würden, dann würden sie anfangen, wissenschaftlich zu denken. Und wenn sie zugäben, dass keine empirische Evidenz sie von ihrer Überzeugung abbringen würde, dann hätten sie zumindest zugegeben, dass ihre Überzeugungen eine religiöse oder ideologische, und keine wissenschaftliche Grundlage haben.</p></blockquote>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://evidentist.wordpress.com/category/aufklarung/'>Aufklärung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/uberzeugung/'>Überzeugung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/dokumentation/'>Dokumentation</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/perspektive/'>Perspektive</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/wissenschaft/'>Wissenschaft</a> Tagged: <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/ubersetzung/'>Übersetzung</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/edge/'>Edge</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/howard-gardner/'>Howard Gardner</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/karl-popper/'>Karl Popper</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/evidentist.wordpress.com/1472/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/evidentist.wordpress.com/1472/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=1472&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Arabische Stimmen der Vernunft</title>
		<link>http://evidentist.wordpress.com/2011/01/14/arabische-stimmen-der-vernunft/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 09:33:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
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		<description><![CDATA[Natürlich gibt es sie. Aber man hört sie selten. Das liegt vor allem daran, dass Menschen wie diese Helden ihr Leben riskieren, wenn sie sich frei äußern. (Erinnern wir uns an ein Beispiel dafür, was im Gegensatz dazu alles im islamisch dominierten Kulturkreis frei geäußert werden darf. ) Ich habe allergrößten Respekt vor diesen Menschen, [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=1295&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<span class='embed-youtube' style='text-align:center; display: block;'><iframe class='youtube-player' type='text/html' width='519' height='322' src='http://www.youtube.com/embed/B1a3J3LQhUs?version=3&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;wmode=transparent' frameborder='0'></iframe></span>
<p>Natürlich gibt es sie. Aber man hört sie selten. Das liegt vor allem daran, dass Menschen wie diese Helden ihr Leben riskieren, wenn sie sich frei äußern. (Erinnern wir uns an ein <a title="„Affen und Schweine“" href="http://evidentist.wordpress.com/2010/11/16/%e2%80%9eaffen-und-schweine%e2%80%9c/" target="_blank">Beispiel dafür, was im Gegensatz dazu alles im islamisch dominierten Kulturkreis frei geäußert werden darf</a>. )<span id="more-1295"></span></p>
<p>Ich habe allergrößten Respekt vor diesen Menschen, Respekt und  Bewunderung. Hier ist er einmal angebracht, der Respekt, der  groteskerweise immer wieder von den Leuten eingefordert wird, die diese  Helden ohne zu zögern ermorden würden.</p>
<p>Hier ist eine Übersetzung des Kommentars von Youtube-Nutzer <a href="http://www.youtube.com/user/atheerkt" target="_blank"><em>atheerkt</em></a>, der dieses Video hochgeladen hat:</p>
<div dir="ltr">
<blockquote><p>Ich möchte, dass dieses Video &#8220;viral&#8221; wird und von so vielen zweifelnden Muslimen wie möglich gesehen wird, damit sie wissen: Sie sind nicht allein. Gleichzeitig habe ich schreckliche Angst um die Sicherheit und das Leben der mutigen Menschen in diesem Video, sollte es tatsächlich viral werden.</p>
<p>Der Mut jedes Einzelnen von Euch ist so hoch wie der von Hunderten von uns ‚Blasphemy Challengers‘ im Westen. Es war beinahe lächerlich einfach für mich, die Religion meiner Eltern abzulegen; Eure Reise muss dagegen ungeheure intellektuelle und seelische Kraft erfordert haben.</p></blockquote>
<p>Wenn wir uns klarmachen, was die Menschen in diesem Video riskieren,  dann mögen die Probleme, die wir mit unseren religiösen Institutionen  haben, wie Ärger im Paradies erscheinen. Und dennoch: Diese Menschen demonstrieren verzweifelt für ein Freiheitsrecht, das uns wie selbstverständlich erscheint. Ihr Beispiel zeigt uns, dass es das nicht ist. Wir können ihr Beispiel auch als Aufforderung verstehen, unsere Freiheit nicht gering zu schätzen, sondern sie zu nutzen.</p>
</div>
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		<title>Schön, dass Sie hier sind!</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Dec 2010 21:46:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
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		<description><![CDATA[Bill Bryson bei seiner Lesung am Gresham College in London am 30. September 2010 anlässlich des 350. Jahrestags der Gründung der Royal Society: An Even Shorter History of Nearly Everything. Wir hören eine gekürzte Version der Einleitung seines Buches A Short History of Nearly Everything [Eine kurze Geschichte von fast allem]. Dies ist eine Variation [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=966&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<span class='embed-youtube' style='text-align:center; display: block;'><iframe class='youtube-player' type='text/html' width='519' height='322' src='http://www.youtube.com/embed/zFUkzHphB_8?version=3&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;wmode=transparent' frameborder='0'></iframe></span>
<p>Bill Bryson bei seiner Lesung am Gresham College in London am 30. September 2010 anlässlich des 350. Jahrestags der Gründung der Royal Society: <em>An Even Shorter History of Nearly Everything. </em>Wir hören eine gekürzte Version der Einleitung seines Buches <em><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0552151742?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0552151742">A Short History of Nearly Everything</a> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442460719?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3442460719">[Eine kurze Geschichte von fast allem]</a></em>. Dies ist eine Variation des Themas, das wir schon von <a title="„Wir alle müssen sterben, das heißt, wir haben Glück gehabt“" href="http://evidentist.wordpress.com/2010/11/09/wir-alle-muessen-sterben/" target="_blank">Richard Dawkins&#8217; <em>Unweaving the Rainbow</em></a> kennen: Die Unwahrscheinlichkeit unserer Existenz.<span id="more-966"></span></p>
<p>Hier ist der etwas ausführlichere <a href="http://bilder.buecher.de/zusatz/12/12427/12427507_lese_1.pdf" target="_blank">Auszug in der deutschen Übersetzung</a> zum Nachlesen:</p>
<p><img style="border:none!important;margin:0!important;" alt="" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=evidentistwor-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3570136132" width="1" height="1" border="0" /></p>
<blockquote><p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3570136132?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3570136132"><img class="alignright" title="Bill Bryson, Kurze Geschichte" alt="" src="http://media2.libri.de/shop/coverscans/739/7390525_7390525_xl.jpg" width="138" height="180" /></a>Willkommen. Und herzlichen Glückwunsch. Es freut mich, dass Sie es geschafft haben. Es war nicht einfach, so weit zu kommen, ich weiß. Ich vermute sogar, es war noch schwieriger, als Ihnen klar ist.</p>
<p>Damit Sie da sein können, mussten sich zunächst einmal ein paar Billionen unstete Atome auf raffinierte, verblüffend freundschaftliche Weise zusammenfinden und Sie erschaffen. Es ist eine hoch spezialisierte, ganz besondere Anordnung – sie wurde noch nie zuvor ausprobiert und existiert nur dieses eine Mal. Während der nächsten vielen Jahre (das hoffen wir jedenfalls) werden diese winzigen Teilchen klaglos an den Milliarden komplexer, gemeinschaftlicher Anstrengungen mitwirken, die notwendig sind, damit Sie unversehrt bleiben und jenen höchst angenehmen, allgemein aber unterschätzten Zustand erleben können, den man Dasein nennt.</p>
<p>Warum Atome so viel Mühe auf sich nehmen, ist eigentlich ein Rätsel. Ich oder du zu sein, ist auf atomarer Ebene kein lohnendes Erlebnis. Bei allem Engagement kümmern die Atome sich in Wirklichkeit nicht um Sie – sie wissen nicht einmal, dass es Sie gibt. Und sie wissen auch nicht, dass es sie gibt. Es sind ja nur geistlose Teilchen, und sie selbst sind nicht einmal lebendig. (Es ist schon eine faszinierende Vorstellung: Würden wir uns selbst mit einer Pinzette Atom für Atom auseinander nehmen, bliebe ein Haufen feiner Atomstaub übrig. Nichts davon wäre lebendig, und doch wäre alles zuvor »wir« gewesen.) Dennoch gehorchen sie für die Zeit Ihres Daseins einem einzigen, übergeordneten Impuls: Sie sorgen dafür, dass Sie Sie bleiben.</p>
<p>Das Unangenehme dabei: Atome sind launisch, und ihr Engagement ist etwas Vorübergehendes – sogar etwas sehr Vorübergehendes. Selbst ein langes Menschenleben summiert sich nur auf rund 650 000 Stunden. Und jenseits dieses bescheidenen Meilensteins oder an einem anderen Punkt irgendwo in der Nähe machen die Atome Ihnen aus unbekannten Gründen den Garaus – sie fallen in aller Stille auseinander, gehen ihrer Wege und werden etwas anderes. Was Sie betrifft, war’s das dann.</p>
<p>Dennoch können Sie sich darüber freuen, dass es überhaupt geschieht. In der Regel tut es das im Universum nämlich nicht, soweit wir wissen. Das ist ausgesprochen seltsam, denn die Atome, die sich so zwanglos und sympathisch zusammentun und Lebewesen bilden, sind auf der Erde genau die gleichen wie anderenorts, wo sie es verweigern.Was das Leben sonst auch sein mag, auf der Ebene der Chemie ist es erstaunlich profan: Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff, ein wenig Calcium, ein Schuss Schwefel, eine kleine Prise von ein paar anderen ganz gewöhnlichen Elementen – nichts, was man nicht in jeder normalen Apotheke finden würde –, das ist alles, was man braucht. Das einzig Besondere an den Atomen, die Sie bilden, besteht darin, dass sie Sie bilden. Und das ist natürlich das Wunder des Lebens.</p>
<p>Ob Atome nun in anderen Winkeln des Universums etwas Lebendiges bilden oder nicht, in jedem Fall bilden sie vieles andere; sie bilden sogar alles andere. Ohne sie gäbe es weder Wasser noch Luft oder Gestein, weder Sterne noch Planeten, weder weit entfernte Gaswolken noch Spiralnebel, und keines von den anderen Dingen, die das Universum zu etwas so Nützlich-Materiellem machen. Atome sind so zahlreich und notwendig, dass wir eines leicht übersehen: Es müsste sie eigentlich nicht geben. Kein Gesetz verlangt, dass das Universum sich mit kleinen Materieteilchen füllt oder dass es Licht, Schwerkraft und die vielen anderen physikalischen Phänomene hervorbringt, von denen unser Dasein abhängt. Es müsste sogar überhaupt kein Universum geben. Die meiste Zeit war es nicht da. Es gab keine Atome und kein Universum, in dem sie herumschwirren konnten. Es gab nichts – einfach nichts, irgendwo.</p>
<p>Also können wir froh über die Atome sein. Aber die Tatsache, dass Sie aus Atomen bestehen und dass sie sich so bereitwillig zusammenfinden, erklärt Ihr Dasein nur zum Teil. Damit Sie da sind, im 21. Jahrhundert leben und so klug sind, dass Sie es auch wissen, mussten Sie außerdem zum Nutznießer einer außergewöhnlichen Verkettung glücklicher biologischer Ereignisse werden. Überleben ist auf der Erde ein erstaunlich schwieriges Geschäft. Von den Milliarden und Abermilliarden biologischer Arten, die seit Anbeginn der Zeit existiert haben, sind die meisten – 99,99 Prozent – nicht mehr da. Sie sehen: Das Leben auf der Erde ist nicht nur kurz, sondern auch schrecklich empfindlich. Es ist ein wahrhaft seltsamer Aspekt unseres Daseins: Wir stammen von einem Planeten, der Leben sehr gut hervorbringen und noch besser auslöschen kann.</p>
<p>Eine biologische Art bleibt auf der Erde im Durchschnitt nur vier Millionen Jahre erhalten. Wer also Jahrmilliarden überstehen will, muss so launenhaft sein wie die Atome, aus denen wir bestehen. Man muss bereit sein, sich in allem zu verändern – in Form, Farbe, Spezies-Zugehörigkeit, einfach in allem –, und das immer und immer wieder. Das ist leichter gesagt als getan, denn die Veränderung ist ein Zufallsprozess. Um vom »protoplasmatischen urtümlichen Atomkügelchen« (wie es in einem Lied von Gilbert und Sullivan heißt) zu einem fühlenden, aufrecht gehenden Jetzt-Menschen zu werden, mussten Sie durch Mutationen immer wieder neue Eigenschaften erwerben, und das auf zeitlich genau abgestimmte Weise über ausgesprochen lange Zeit hinweg. Während verschiedener Phasen innerhalb der letzten 3,8 Milliarden Jahre haben Sie den Sauerstoff zunächst verabscheut und dann geliebt, Flossen und Gliedmaßen und flotte Flügel getragen, Eier gelegt, die Luft mit einer gespaltenen Zunge gefächelt, glatte Haut und einen Pelz besessen, unter der Erde und auf Bäumen gelebt, sich zwischen der Größe eines Hirsches und einer Maus bewegt, und Millionen Dinge mehr. Die winzigste Abweichung bei einer dieser entwicklungsgeschichtlichen Wandlungen, und Sie würden jetzt vielleicht Algen von Höhlenwänden lecken, sich wie ein Walross an einer Felsküste rekeln oder durch ein Blasloch oben auf dem Kopf die Luft ausstoßen, bevor Sie wegen eines Mauls voller leckerer Sandwürmer 20 Meter in die Tiefe tauchen.</p>
<p>Sie hatten nicht nur das Glück, dass Sie seit undenklichen Zeiten Teil einer bevorzugten Evolutions-Abstammungslinie geblieben sind, sondern das Schicksal war Ihnen auch in Ihrer persönlichen Abstammung auf äußerste – um nicht zu sagen wundersame – Weise hold. Überlegen wir nur: 3,8 Milliarden Jahre lang – eine Zeit, die länger ist als das Alter der Gebirge und Flüsse und Ozeane – waren alle Ihre Vorfahren mütterlicher- und väterlicherseits so attraktiv, dass sie einen Partner gefunden haben, aber auch so gesund, dass sie sich fortpflanzen konnten, und von Schicksal und Umständen so begünstigt, dass sie lange genug lebten und das alles tun konnten. Kein einziger unserer unmittelbaren Vorfahren wurde erschlagen, gefressen, ertränkt, ausgehungert, ausgesetzt, festgehalten, zur Unzeit verwundet oder auf andere Weise daran gehindert, die Aufgabe seines Lebens zu erfüllen und ein winziges Päckchen genetisches Material im richtigen Augenblick an den richtigen Partner abzugeben, um so die einzig mögliche Abfolge von Erbkombinationen weiterzureichen, die – am Ende, erstaunlicherweise und für allzu kurze Zeit – Sie hervorbringen.</p></blockquote>
<div class="mcePaste" id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;overflow:hidden;">gewidmet habe</div>
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		<title>Zehn hoch</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Dec 2010 14:02:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor 33 Jahren wurde dieser Klassiker der Wissenschaftskommunikation veröffentlicht. Wir reisen aus unserer Mittelwelt in Zehnerpotenzschritten zunächst in die Makro-, und anschließend in die Mikrowelt. Diese Reise umfasst alle Größenordnungen der Strukturen, die Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sind. Der Film wurde von dem berühmten Designer-Paar Ray und Charles Eames für IBM gedreht. (Ja genau, die Designer [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=776&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p>Vor 33 Jahren wurde dieser <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Powers_of_ten" target="_blank">Klassiker der Wissenschaftskommunikation</a> veröffentlicht. Wir reisen aus <a href="http://www.ted.com/talks/lang/ger/richard_dawkins_on_our_queer_universe.html" target="_blank">unserer Mittelwelt</a> in Zehnerpotenzschritten zunächst in die Makro-, und anschließend in die Mikrowelt. Diese Reise umfasst alle Größenordnungen der Strukturen, die Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sind.</p>
<p>Der Film wurde von dem berühmten Designer-Paar <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ray_Eames" target="_blank">Ray</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Eames" target="_blank">Charles Eames</a> für IBM gedreht. (Ja genau, die Designer des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lounge_Chair" target="_blank">Lounge Chair</a>.) 1998 wurde er in das <em>National Film Registry</em> der USA aufgenommen, als &#8220;kulturell, historisch und ästhetisch bedeutsam&#8221;. Der Film hat auch eine <a href="http://www.powersof10.com" target="_blank">eigene Website</a>. Der 10.10.10 wurde weltweit als <em>Power of Ten Day</em> gefeiert.</p>
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		<title>„Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann“</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 10:06:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
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		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
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		<description><![CDATA[Dieses Posting ist geklaut. Es ist meine Übersetzung eines Artikels von Dale McGowan - dessen Blog The Meming of Life für mich die erste Adresse ist für Fragen der Erziehung in Bezug auf Religion. Er hat zwei Bücher herausgebracht, neben seinem Blog weitere großartige Informationsquellen für alle nicht-religiösen Eltern und Erzieher: Parenting Beyond Belief und [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=650&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://parentingbeyondbelief.com/about/" target="_blank"><img class="alignleft" title="Dale McGowan" alt="" src="http://parentingbeyondbelief.com/images/dale8.JPG" width="154" height="223" /></a>Dieses Posting ist geklaut. Es ist meine Übersetzung eines <a href="http://parentingbeyondbelief.com/blog/?p=4982" target="_blank">Artikels von Dale McGowan </a>- dessen Blog <a href="http://parentingbeyondbelief.com/blog" target="_blank">The Meming of Life</a> für mich die erste Adresse ist für Fragen der Erziehung in Bezug auf Religion. Er hat zwei Bücher herausgebracht, neben seinem Blog weitere großartige Informationsquellen für alle nicht-religiösen Eltern und Erzieher: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0814474268?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0814474268" target="_blank">Parenting Beyond Belief</a><img class=" kfoheligaykxmatzydjc kfoheligaykxmatzydjc yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw epzjqfrbaiuxmkcwlyfp epzjqfrbaiuxmkcwlyfp hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb" style="border:none!important;margin:0!important;" alt="" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=evidentistwor-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=0814474268" width="0" height="0" border="0" /> und <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0814410960?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0814410960" target="_blank">Raising Freethinkers</a><img class=" kfoheligaykxmatzydjc kfoheligaykxmatzydjc yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw yuvikerrxtppegjelyyw epzjqfrbaiuxmkcwlyfp epzjqfrbaiuxmkcwlyfp hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb hqsweotwwhrsksxcqwdb" style="border:none!important;margin:0!important;" alt="" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=evidentistwor-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=0814410960" width="0" height="0" border="0" />. Dieser Text erscheint auch in „Parenting Beyond Belief“ als </em><em>Teil einer Kontroverse </em><em>zu der Frage, wie nicht-religiöse Familien mit dem Mythos Weihnachtsmann umgehen sollten.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><span id="more-650"></span><em><a href="http://parentingbeyondbelief.com/"><img class="alignright" title="Parenting Beyond Belief" alt="" src="http://parentingbeyondbelief.com/images/covers.jpg" width="315" height="236" /></a></em>Man kann sich kaum vorstellen, dass es den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt. Jeder scheint zu glauben, dass es ihn gibt. Als Kind hörte ich seinen Namen in Liedern und Geschichten und sah ihn in teuer produzierten Filmen. Meine Eltern schienen an ihn zu glauben, zerstreuten meine Zweifel, erzählten mir, dass er wollte, dass ich brav sei und dass er immer wusste, wenn ich es nicht war. Und welch wunderbare Geschenke ich bekam! Außer, wenn sie blöd waren, dann dachte ich immer, das sei irgendwie meine Schuld. Alles in allem, trotz der vielfach unglaublichen Unwahrscheinlichkeit, dass es ihn wirklich geben sollte, glaubte ich an ihn – bis zu dem Tag, an dem ich mich entschloss, genügend Interesse an der Wahrheit zu haben, um ernsthafte Fragen zu stellen, und da ging die ganze Fassade zu Bruch. Glücklicherweise kamen die guten Dinge, die ich ihm zugeschrieben hatte, auch weiterhin zu mir, aber jetzt wusste ich, dass sie von den Menschen um mich herum kamen, denen ich jetzt auch endlich gebührend danken konnte.</p>
<p>Jetzt lesen Sie den vorstehenden Absatz noch mal, und ersetzen Sie die Wörter 8 und 9 durch „Gott“.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter" title="Santa" alt="" src="http://www.parentingbeyondbelief.com/images/santa.bmp" width="361" height="426" /></p>
<p>Der Weihnachtsmann, meine säkularen Freunde, ist das größte Geschenk, das einer rationalen Weltsicht jemals gemacht wurde. Unsere Kultur hat einen albernen und vorübergehenden Mythos geschaffen, parallel zu seinem albernen und dauerhaften. Sie haben vieles gemeinsam, aber einer wird irgendwann im Laufe der Kindheit fallen gelassen. Und das ist gut so. Ein Vater mittleren Alters, der gemeinsam mit seinen Kindern traurig den Kamin hoch schauen würde, wäre ein sicherer Kandidat für einen Raum mit sehr weichen Wänden. Dieser überall in unserer Kultur anzutreffende Mythos <em>soll</em> durchschaut werden, er wird mit einem Verfallsdatum geliefert, nach dem seine ernsthafte Verwendung nur noch ein missbilligendes Stirnrunzeln erntet.</p>
<p>Ich gebe zu, dass ich als Vater zufällig über die Sache gestolpert bin. Meine Frau und ich haben unsere Kinder mit dem gleichen Mythos großgezogen, mit dem wir auch groß geworden sind (ich weiß, ich weiß), weil wir dachten, dass es so harmlos ist und Spaß macht. Keiner von uns hat als Kind auch nur das geringste Trauma erlebt, als das Spiel vorbei war. Im Gegenteil: wir erinnern uns beide an das berauschende Gefühl, endlich ein Geheimnis durchschaut zu haben, dass so viele andere, unter anderem unsere jüngeren Geschwister, immer noch nicht kannten. Oh, dieser süße, selbstgefällige Geruch der Überlegenheit.</p>
<p>Aber als unser Sohn Connor die ersten Anzeichen von Zweifel am Weihnachtsmann zeigte, wurde mir klar, dass hier etwas Machtvolles passierte. Ich begann, das Paradigma des Weihnachtsmanns als eine Gelegenheit zu begreifen, die man beim Schopf packen muss – als den ultimativen Testlauf für einen sich entwickelnden Forschergeist.</p>
<p>Mein Junge war acht Jahre alt, als er begann, die klassischen Fragen zu stellen: Wie schafft es der Weihnachtsmann, all diese Häuser in nur einer Nacht zu besuchen? Wie kommt er herein, wenn wir keinen Kamin haben und alle Fenster geschlossen sind und die Alarmanlage eingeschaltet ist? Warum benutzt er das gleiche Geschenkpapier wie Mama?</p>
<p>Das ist der Moment, in dem wir den natürlichen Forscherdrang eines Kindes unterstützen oder abwürgen können. Wenn es um Glaubensfragen geht, haben Sie drei Optionen: Sie können das Kind mit einer Bestätigung abspeisen, Sie können es mit einer Widerlegung abspeisen – oder Sie können ihm das Angeln beibringen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gibt_es_einen_Weihnachtsmann" target="_blank"><img class="    " title="Yes, Virginia" alt="" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/25/Yes%2CVirginia%2CThereIsASantaClausClipping.jpg/220px-Yes%2CVirginia%2CThereIsASantaClausClipping.jpg" width="250" height="964" /></a><p class="wp-caption-text">Der legendäre Artikel in der New York Sun vom 21.9.1897</p></div>
<p>Die <em>„Ja, Virginia“</em>-Fraktion wird das Kind mit wenig plausiblem Unsinn zuschütten, seine Zweifel zerstreuen mit dem Hinweis auf Magie oder Mysterien oder die absichtliche Aussetzung physikalischer Gesetze. <em>[„Ja, Virginia“ bezieht sich auf eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gibt_es_einen_Weihnachtsmann" target="_blank">interessante Episode amerikanischer Folklore</a>. </em><em>Update: Eine lesenswerte alternative Antwort hat übrigens vor kurzem <a href="http://p-pricken.de/2011/12/gibt-es-einen-weihnachtsmann-virginia/" target="_blank">Patrick Pricken geschrieben</a>. Eine weitere hervorragende Antwort liefert <a href="http://freethoughtblogs.com/greta/2011/12/23/no-virginia-there-is-no-santa-claus/" target="_blank">Greta Christina</a> zu Weihnachten 2011. Für Virginia leider etwa 113 Jahre zu spät. </em><em>] </em>Nur ungleich weniger problematisch ist die zweite Option: der Aufklärer, der das Kind einfach darüber informiert: Ja, der Weihnachtsmann ist eine dicke fette Lüge.</p>
<p>„Mannomann“, kann das Kind jedem der beiden entgegnen. „Vielen Dank auch. Ich lass euch wissen, wenn ich noch mehr autoritäre Verlautbarungen benötige.“</p>
<p>Ich habe mich für Tür Nummer drei entschieden.</p>
<p>„Manche Leute glauben, der Schlitten ist magisch,“ sagte ich. „Glaubst Du, das stimmt?“</p>
<p>Anfangs glaubte er das immer. Er wollte glauben und war daher bereit, jede Erklärung zu schlucken, egal wie unplausibel sie erschien. „Manche Leute sagen, dass es nicht <em>im wörtlichen Sinn</em> in einer einzigen Nacht geschieht,“ sagte ich einmal, um so den Boden für spätere Nachforschungen zu bereiten. Aber nach und nach wurden die Fragen härter, und er begann, diesen zweiten Teil – <em>glaubst du, das stimmt?</em> – etwas agnostischer zu beantworten.</p>
<p>Ich versuchte zu vermeiden, geradeheraus zu lügen oder mich als Gott gleiche Autorität aufzuspielen, da ich entschlossen war, ihn das selbst herausfinden zu lassen. Und als er mich schließlich im Alter von neun Jahren, auf einem verschneiten Parkplatz zu den Klängen einer Heilsarmeekapelle, geradeheraus fragte, ob es den Weihnachtsmann wirklich gäbe – hielt ich ihn ein letztes Mal hin.</p>
<p>„Was glaubst Du?“, fragte ich ihn.</p>
<p>„Also…ich glaube, dass alle Mamas und Papas Weihnachtsmänner sind.“ Er lächelte mich an. „Hab ich Recht?“</p>
<p>Ich lächelte zurück. Es war das erste Mal, dass er mich direkt gefragt hatte, und ich sagte ihm, dass er Recht hat.</p>
<p>„Also,“ fragte ich ihn, „was denkst Du jetzt darüber?“</p>
<p>Er zuckte die Achseln. „Das ist okay. Eigentlich ist es sogar gut. Irgendwie &#8230; macht die Welt … ich weiß nicht recht… macht die Welt auf einmal wieder Sinn.“</p>
<p>Das ist mein Junge. Er fühlte sich nicht betrogen, er war nicht wütend, er war nicht der Hoffnung beraubt. Er war erleichtert. Es erinnerte mich an das Gefühl, das ich selbst hatte, als ich schließlich erkannte, dass Gott eine Fiktion ist. Die Welt machte tatsächlich auf einmal wieder Sinn.</p>
<p>Und als Connor begann, skeptische Fragen über Gott zu stellen, habe ich ihm auch nicht gleich gesagt, so und so ist das. Ich erzählte ihm, was die verschiedenen Leute glauben, und fragte ihn, wie plausibel er das fände. Das kam ihm natürlich bekannt vor. Er hatte den ultimativen Testlauf durchlaufen.</p>
<p>Indem wir unseren Kindern erlauben, am Mythos des Weihnachtsmanns teilzuhaben und durch skeptisches Fragen ihren eigenen Weg aus ihm herauszufinden, schenken wir ihnen eine unschätzbare Gelegenheit, eine massenhafte kulturelle Illusion zunächst von innen, und dann von außen zu sehen. Das zwanglose Infragestellen des Weihnachtsmanns kann Kinder zu der Erkenntnis bringen, wie einfach wir uns alle selbst betrügen können, wenn die Verlockungen nur attraktiv genug sind. Dieser Blick zurück vom Gipfel auf ein Glaubenssystem, das sie aus eigener Kraft verlassen haben, kann Kinder gegen die besten Anstrengungen der Evangelisten wappnen – und zwar viel besser, als es ein Wissen aus zweiter Hand jemals könnte.</p>
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