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Grundrecht auf Ethikunterricht?


Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass für Konfessionsfreie kein Grundrecht auf Ethikunterricht besteht, weil die Verfassung nur den Religionsunterricht begünstigt. Müssen die Kinder konfessionsfreier Eltern jetzt traurig sein? Keineswegs.

Die Reaktion bei vielen Konfessionsfreien auf dieses Urteil allerdings ist große Enttäuschung. Beim Humanistischen Verband ist die Rede von einer „Fehlentscheidung auf Kosten der Konfessionsfreien“. Dort sieht man Konfessionsfreie dadurch gar als „Bürger zweiter Klasse“ behandelt.

Es gibt aber auch andere Stimmen. So sagt etwa Rainer Ponitka, Sprecher der AG Schule beim IBKA und Initiator der Kampagne Reli Adieu:

Reliadieu“Der Ethikunterricht als Zwangsersatzfach [wertet] den Religionsunterricht auf, der einzig den Sinn hat, die Glaubenssätze der jeweiligen Religionsgemeinschaft als bestehende Wahrheit zu vermitteln. Die Installation des Ersatzfaches vermittelt den Eindruck, Konfessionslose müssten einen Makel kompensieren.”

In der Tat hätte wohl niemand ein größeres Interesse an einem Grundrecht auf Ethikunterricht als Kirchen und andere Religionsgemeinschaften. Denn ein solches Grundrecht würde im Nachhinein die mehr als zweifelhafte Geschichte der Entstehung der heutigen grundgesetzlichen Regelung sanktionieren. Zur Erinnerung: Hitler hat mit dem Vatikan 1933 in einem Staatsvertrag - dem noch heute gültigen Reichskonkordat – ausgehandelt, dass der Staat für die Kirche den Religionsunterricht organisiert. Diese Regelung wurde im Grundgesetz übernommen.

1949 war der Anteil von Kindern konfessionsfreier Eltern verschwindend gering. Die beiden großen Konfessionen herrschten mit einem Anteil von über 96 Prozent uneingeschränkt. Seitdem hat sich Religionszugehörigkeit in Deutschland ganz anders entwickelt. Die großen Konfessionen werden immer kleiner, der Anteil der Konfessionsfreien nimmt atemberaubend zu.

Gerade gibt es in Düsseldorf einen Streit um ein Schaufenster, in dem der Düsseldorfer Aufklärungsdienst, die dortige Regionalgruppe der Giordano Bruno Stiftung, halb Düsseldorf für konfessionsfrei erklärt und der anderen Hälfte freundlich empfiehlt, auch „Gottlos Glücklich“ zu werden.

DA

Natürlich sind diese Trends gute Gründe für eine Änderung der Verfassung, für die Vollendung der Trennung von Staat und Kirche, für die Abschaffung des konfessionellen Religionsunterrichts. Aber warum fordern Konfessionsfreie statt dieser Abschaffung ein eigenes Privileg? Warum wittern sie sogar eine Diskriminierung, wenn der Staat ihre Kinder nicht zur Teilnahme an einem Schulfach zwingt? Der Klage liegen wohl mindestens drei falsche Prämissen zu Grunde.

1. Es gibt ein Grundrecht auf Religionsunterricht.

Wer das Grundrecht auf Ethikunterricht einfordert, muss wohl glauben, es gebe auch ein Grundrecht auf Religionsunterricht. In gewisser Weise stimmt das auch, aber es ist kein individuelles Grundrecht für die Kinder, sondern für die Institution. Die Kirchen haben das grundgesetzlich verbriefte Recht, in staatlichen Schulen ihren Unterricht abzuhalten. Das individuelle Recht, das Kindern und Eltern in diesem Zusammenhang zusteht, ist negativ, d.h. es ist das Recht, sich von diesem Unterricht abzumelden. Nach Artikel 7, Abs. 2, Grundgesetz haben die Erziehungsberechtigten das Recht, über die Teilnahme ihrer Kinder am Religionsunterricht zu bestimmen. Soviel ich weiß, ist die Frage zumindest offen, ob sich daraus ein positives Grundrecht der Kinder auf Religionsunterricht ableiten lässt. Ein gewährtes Grundrecht auf Ethikunterricht allerdings würde diese Frage entscheiden – und damit den konfessionellen Religionsunterricht an staatlichen Schulen zementieren.

2. Der Religionsunterricht vermittelt eine beneidenswerte moralische Bildung.

Nur so ergibt die Forderung nach einer verpflichtenden Einführung eines Ethikunterrichts - nur für Kinder konfessionsfreier Eltern – überhaupt Sinn. Denn wenn diese benachteiligt sind, weil sie keine moralische Bildung erfahren, müssen die Kinder religiöser Eltern ja im Religionsunterricht den Vorteil einer moralischen Bildung genießen.

Der Religionsunterricht wurde von den Kirchen allerdings nicht primär zur moralischen Bildung der Kinder durchgesetzt, sondern zur Vermittlung und Festigung von Glaubensinhalten. Die Erfahrung zeigt, dass Religionen den Zugriff auf möglichst junge Kinder brauchen, um zu überleben und ihren Einfluss zu sichern. Konfessionsfreie hingegen brauchen für ihre Kinder keine frühkindliche Indoktrination. Die weit verbreitete Vorstellung, die Religionen seien die Brutstätten für unsere Werte, ist sicher der größte Marketing-Erfolg der Kirchen. Und es ist vielleicht die absonderlichste Blüte dieses Erfolgs, dass sich Konfessionsfreie hier gegenüber den Konfessionellen benachteiligt wähnen. Ganz im Gegenteil sollte es doch eigentlich Konsens unter ihnen sein, dass es gerade die Prägung auf religiöses Denken und Inhalte im Religionsunterricht ist, die Kinder religiöser Eltern klar benachteiligt.

Dabei mag ein moderner Religionsunterricht in Einzelfällen sogar tatsächlich gute moralische Bildung bieten. Wenn der moderne Religionslehrer aber eine moderne, an den Menschenrechten ausgerichtete Ethik vermitteln möchte, oder wenn er geschieden ist oder offen homosexuell lebt – und somit gewissermaßen die Vorteile unserer modernen, gegen die Religionen durchgesetzten moralischen Standards in Anspruch nimmt – dann kann es schon mal sein, dass seine Kirche ihm die Lehrbefugnis entzieht, siehe hier oder hier.

Und der vielleicht wichtigste Einwand gegen die Vermittlung moralischer Orientierung ausgerechnet im Religionsunterricht: Der Glaube ohne Belege an die jeweiligen Geschichten, Werte und Gebote gilt in allen Religionen als Tugend. Seit wann neiden Konfessionsfreie den Religiösen diese religiöse Moral?

3. Die Segregation von Kindern nach Konfession ist kein Problem.

Doch, genau das ist das Hauptproblem: Die Aufteilung der Kinder nach den Konfessionen ihrer Eltern, um sie getrennt in den jeweils besonderen „Werten“ ihrer Religion oder Konfession zu unterrichten, und damit eventuell schon bestehende Rivalitäten und Feindseligkeiten zu verstärken. Die Forderung nach einem eigenen verpflichtenden, quasi konfessionellen Unterricht für Konfessionsfreie, sanktioniert und festigt diesen Missstand, statt ihn anzugreifen und abzuschaffen.

Nun mag es ja sein, dass bei den weichgespülten und abgeschliffenen Versionen der verschiedenen christlichen Konfessionen dieses Problem der Segregation nicht mehr auftritt. Das allerdings ist kein Verdienst des Religionsunterrichts. Die Unterschiede zwischen diesen Versionen haben aufgehört, das Zusammenleben zu vergiften. Seit Katholiken und Protestanten sich (zumindest hierzulande) nicht mehr offen bis aufs Blut bekämpfen, seit das zugezogene evangelische oder katholische Kind nicht mehr von Lehrern und Mitschülern ausgegrenzt und diskriminiert wird; kurz, seit sich kaum noch jemand um die Konfession kümmert, hat diese Segregation auch kaum noch negative Auswirkungen.

Aber jetzt drängt ja mit dem Islam eine Religion in die Schulen, bei der es nicht so aussieht, als sei sie auch nur ansatzweise bereit, sich marginalisieren zu lassen. Der Streit zwischen den islamischen Verbänden mit jedem ausbildenden Professor, der den Versuch macht, den Islam kritisch – das heißt: unseren demokratischen Grundwerten untergeordnet – unterrichten zu wollen, ist ein Indiz für das Ausmaß der Probleme, die wir zu erwarten haben. Als Argument für die Einführung islamischen Religionsunterrichts ist immer wieder zu hören, dass es um eine Gleichbehandlung mit den christlichen Konfessionen gehe. Ja, aber die lässt sich auch erreichen, indem der konfessionelle Unterricht für alle Konfessionen an staatlichen Schulen abgeschafft wird! Wer, wenn nicht die Konfessionsfreien, sollte diese Forderung offensiv vertreten?

Alle reden von Integration, aber der konfessionelle Religionsunterricht ist ein Instrument der Spaltung, der Segregation! Er ist ein Symbol für die unvollendete Trennung von Staat und Kirche. Konfessionsfreie sollten für ihre Kinder in dieser Situation nicht eine eigene konfessionelle Zelle fordern, sie sollten stattdessen laut und deutlich die Abschaffung des konfessionellen Religionsunterrichts, und damit die Abschaffung der Segregation der Kinder an den Schulen fordern.

Echte Menschen?


Eine Literatin hat ihren Ekel und Abscheu gegenüber künstlich gezeugten Menschen zum Ausdruck gebracht. Wir können uns glücklich schätzen, dass die meisten Menschen darauf überwiegend mit Ekel und Abscheu der Literatin gegenüber reagieren. Aber nichtsdestotrotz verbergen sich hinter ihrer Empörung faszinierende Fragen zu Humanismus und Transhumanismus.

Die Literaturpreisträgerin hat offenkundig sehr exzentrische Einstellungen der künstlichen Befruchtung gegenüber. Wenn sie diese Verfahren als solche ablehnt, dann befindet sie sich noch im Einklang mit religiös motivierten Gegnern. Deren Gegnerschaft bezieht sich aber meist auf die überschüssigen Embryonen, die dabei anfallen, und auf deren „Selektion“ im Rahmen einer Präimplantationsdiagnostik (PID), die ein Teil dieser Verfahren ist. Die Literatin hat sich aber zu einem Schritt verstiegen, den meines Wissens noch kein religiös motivierter Gegner gegangen ist: Sie lehnt nicht nur die Verfahren ab, sondern auch die Menschen, die durch diese Verfahren entstehen. Sie spricht von „Abscheu“ solchen „Halbwesen“ gegenüber.

Nicht ganz echt sind sie in meinen Augen, sondern zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas. Das ist gewiss ungerecht, weil es den Kindern etwas anlastet, wofür sie rein gar nichts können. Aber meine Abscheu ist in solchen Fällen stärker als die Vernunft.

Damit vertritt sie einen Essentialismus der Spezies, der über die gewöhnlichen Rassismen und Sexismen hinausgeht, indem er die Verfahren der Entstehung von Menschen zum Bestandteil ihres Wesens erklärt.

Hinter dieser Haltung verbergen sich faszinierende Fragen, die in der Literatur, der Science Fiction zumal, immer wieder aufscheinen, und die sich in nicht allzu ferner Zukunft unabweisbar stellen könnten.

Dass die Wertschätzung von Menschen durch Umstände ihrer Entstehung beeinflusst wird, ist nicht neu. Herkunft, Rasse, Religion, sozialer Stand und Familienstand der Eltern waren zu allen Zeiten wichtig – und wurden unzähligen Menschen zum Verhängnis. Ein modernes, aufgeklärtes Rechts- und Ethikverständnis versucht hingegen, von all diesen spezifischen Umständen zu abstrahieren. Aber nicht alle Vorbehalte gegenüber Menschen, die sich aus der Art und Weise ihrer Entstehung ergeben, lassen sich so einfach durch eine aufgeklärte Sichtweise außer Kraft setzen. So werden nach Kriegen immer wieder unzählige Kinder geboren, die nicht aus Liebe, sondern aus Hass, durch Vergewaltigung gezeugt wurden. Es ist Bestandteil der gewaltsamen Intention, dass die emotionalen Reaktionen der Mütter auf diese ihre eigenen Kinder immer auch mit „Ekel und Abscheu“ durchsetzt sind. Von der Reaktion der (Kuckucks-) Väter, die später aus dem Krieg zurückkommen, ganz zu schweigen.

Es sagt viel aus über eine Ethik, wenn sie eine Abtreibung selbst nach Vergewaltigung ebenso verteufelt wie die künstliche Zeugung eines Kindes, weil es beide Male um menschliche Embryonen geht. Beide Male spricht sich eine solche Ethik für das Leid und Elend der Menschen aus, die tatsächlich durch oder mit einer solchen Entscheidung leben müssen. Wer die „natürliche“ Zeugung absolut setzt, ignoriert den Unterschied zwischen Hass und Liebe, zwischen Unglück und Glück. Wer Menschen, die aus Liebe gezeugt wurden, mit „Ekel und Abscheu“ begegnet, verachtet das Leben selbst.

Nichts an einem künstlich gezeugten Menschen macht diesen in einem vernünftigen, nachvollziehbaren Sinn zu einem „Halbwesen“ (was immer das heißen mag). Allerdings stellt die technologische Zeugung wohl eine schwere narzisstische Kränkung für jedes religiöse Weltbild dar. Denn sie ist ein Triumph von Wissenschaft und Technologie. Ähnlich wie die Antibabypille ist sie ein Beweis für die Richtigkeit des wissenschaftlichen, antimetaphysischen Bildes vom Menschen. Wir haben das Rätsel der Entstehung des Menschen gelöst, wir wissen, wie es geht, und wir können diese Entstehung durch unsere Technologien sowohl verhindern als auch herbeiführen. Daher die religiöse Verteufelung des „Machbarkeitswahns“, die Beschwörung des alleinigen „Verfügungsrechts“ Gottes über Leben und Tod. Der Ekel der Literatin ist ein metaphysischer.

Der Ekel ist aber auch ein prophylaktischer. Es ist der Ekel vor allem, was da noch kommen könnte. Denn die künstliche Zeugung könnte erst der Anfang einer Entwicklung sein, an deren Ende wirklich „unechte Menschen“ entstehen. Schauen wir uns einige fiktive Beispiele an.

  • In Frankenstein, dem Klassiker von Mary Shelley, ist das sogenannte „Monster“, das Frankenstein erschafft, der literarische Prototyp des künstlichen Menschen. Das Monster entwickelt sich psychologisch ähnlich wie ein Mensch. Mit Neugier und Zutrauen geht es zunächst auf die Menschen zu und wird erst „böse“, als diese ihm immer wieder mit „Ekel und Abscheu“ begegnen.
AI

© Viktor Hertz, CC BY-NC-SA 2.0

  • In Steven Spielbergs Film A.I. Artificial Intelligence kauft sich eine Frau einen Mecha, einen künstlichen, aber intelligenten – und vor allem liebesfähigen – Roboter als Kindersatz, der sie bedingungslos liebt. Bemerkenswert ist auch das Ende: Da er als Roboter unsterblich ist, überlebt er eine 2000 Jahre lange Eiszeit, bis er von einer hochentwickelten Roboterspezies entdeckt wird. Seine Nachfahren, nicht unsere! Die Evolution geht also in der technischen Sphäre weiter. Echte Menschen sind inzwischen ausgestorben. Wäre es deswegen in einer solchen Zukunft moralisch egal, was mit diesen Wesen geschieht? 
  • Die schwedische TV-Serie Echte Menschen spielt in einer Zukunft, in der menschenähnliche Roboter, sogenannte Hubots, echten Menschen so ähnlich sind, dass manche von ihnen unerkannt bleiben. Freie, wilde Hubots kämpfen um ihr Überleben und dafür, genauso anerkannt zu werden wie echte Menschen.

© Halil Gokdal, CC BY-NC-SA 2.0

  • In der TV-Serie Battlestar Galactica wird die Grenze zwischen echten und unechten Menschen bis zur Unkenntlichkeit verwischt. Die Zylonen, vom Menschen ursprünglich als Roboter geschaffen, haben im Laufe der Zeit ihre Mimikry als echt wirkende Menschen derart weit entwickelt, dass viele selbst nicht wissen, ob sie Mensch oder Zylon sind.

All diese Beispiele werfen die Frage auf, was eigentlich einen Menschen ausmacht. In all diesen Beispielen wird deutlich, dass die Unterscheidung zwischen „natürlich“ und „künstlich“, zwischen „echten“ und „unechten Menschen“ im Grunde moralisch irrelevant ist. Es ist nicht unser bloßes Menschsein, und schon gar nicht eine bestimmte Art und Weise unserer Entstehung, die uns moralisch besonders auszeichnet. Einige unserer Eigenschaften, die wir im Allgemeinen als „menschlich“ bezeichnen, machen uns zu moralisch relevanten Objekten, zu Trägern von Rechten. Das ist unsere Fähigkeit, Lust, Glück, Schmerz und Leid zu empfinden. Und einige andere Eigenschaften machen uns zu moralisch verantwortlichen Subjekten, die Pflichten gegenüber anderen haben. Das sind unsere Fähigkeiten zu Empathie und zu moralischer Einsicht.

Für eine essentialistische religiöse Ethik sind das provokante Thesen. Dabei ist es ja ironischerweise der Schöpfungsmythos selbst, der uns zu künstlichen Geschöpfen erklärt. Gemäß dieser Geschichte sind wir nicht in einem „natürlichen“, evolutionären Prozess entstanden, sondern von einem Schöpfer als künstliche Kreaturen gemacht worden. Wir können Mary Shelleys Frankenstein so auch als eine ironische Pastiche auf den biblischen Schöpfungsmythos lesen. Wie Frankenstein erschafft Gott den Menschen (den Mann) nach seinem Bilde. Wie Frankenstein erkennt Gott die Einsamkeit seiner Kreatur und erschafft ihm (anders als Frankenstein) als Gefährtin eine Frau. (Bezeichnenderweise schreckt Frankenstein davor im letzten Moment zurück, aus Angst, dass beide Kreaturen gemeinsam Kinder zeugen könnten.) Wie Frankenstein verflucht er seine Kreatur, als sie sich gegen ihn wendet. Schließlich ist Gott derart unzufrieden mit seiner Schöpfung, dass er beschließt, alles in einer großen Sintflut zu ersäufen.

Eine nicht-religiöse Ethik muss den religiösen Essentialismus überwinden, der im Begriff „Mensch“ steckt, so wie sie den Rassismus und Sexismus überwunden hat. Auch die Diskussion über den Speziesmus, über Schutz oder Rechte von nicht-menschlichen Tieren, gehört hierher.

Wir sind echte Menschen, ob „natürlich“ oder „technisch-künstlich“ gezeugt. Aber selbst wenn wir keine „echten“ Menschen wären, wenn wir Mechas, Hubots oder Zylonen wären, so wären wir dennoch Wesen (meinetwegen auch „Halbwesen“) mit eigenen Interessen und moralischen Ansprüchen und Pflichten. Gerade diejenigen, die gern von uns als „Geschöpfen“ oder „Kreaturen“ reden, sollten das verstehen. (Aber gerade sie werden es anders sehen.) So gesehen erscheinen Begriffe wie „Menschenrechte“, „Menschenwürde“, auch „Humanismus“, die so universalistisch gemeint sind, immer noch zu eng. Vielleicht muss ein recht verstandener Humanismus immer auch ein Transhumanismus sein?

Ist die Religion am Ende?


Obwohl Religion in aller Munde ist, spielen religiöse Argumente in unseren öffentlichen Diskursen kaum noch eine Rolle. Religiöse sind immer mehr darauf angewiesen, ihre Absichten so zu tarnen, dass sie mit einer nicht-religiösen Ethik und wissenschaftlichen Daten vereinbar sind.  Lies mehr …

Schau in meine Wunde


Der Kinderkanal von ARD und ZDF, KiKa, kündigt für Sonntag, den 19.1.2014, in der Reihe „Schau in meine Welt“ eine Sendung über ein muslimisches Beschneidungsfest an. Dagegen regt sich Protest. Im Folgenden dokumentiere ich den offenen Brief des Facharbeitskreises Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. Lies mehr …

Der Preis der Vorhaut


In einem historisch einmaligen Urteil hat ein rabbinisches Gericht in Israel eine Mutter dazu verurteilt, ihren Sohn beschneiden zu lassen oder aber für jeden Tag, den ihr Sohn seine Vorhaut behält, 140 US-Dollar Strafe zu zahlen. Lies mehr …

„Cliteracy“ gegen Beschneidung


Dass so viele Menschen die Zwangsbeschneidung von Kindern unproblematisch finden, liegt nicht nur an einem falschen Respekt vor der Religion, sondern vor allem auch an einem fatalen Unwissen über die sexuelle Anatomie. Kein Wunder, denn erst in den 1990er Jahren wurde die tatsächliche Struktur von Klitoris und Vorhaut entdeckt bzw. wiederentdeckt. Lies mehr …

Warum Sam Harris kein Atheist sein will


Über Twitter erreichte mich der Hinweis auf einen Vortrag von Sam Harris aus dem Jahr 2007, in dem er ähnliche Gedanken formulierte wie ich in meinem letzten Artikel. Ich kannte diesen Vortrag noch nicht (erstaunlicherweise, aber viele Leser werden das Gefühl kennen, dass wir inzwischen auch ein zweites Leben nur mit interessanten Vorträgen auf Youtube verbringen könnten). Weil er thematisch so gut passt, möchte ich ihn hier vorstellen. Hier ist ein Transkript„The Problem with Atheism“. Daraus im Folgenden einige Passagen in meiner Übersetzung. Lies mehr …

Warum ich nicht mal Atheist sein will


Der Atheismus hat ein ähnliches Problem wie die SPD im aktuellen Wahlkampf. Auf vielen Plakaten der SPD sehen wir Angela Merkel. Natürlich soll Merkel dabei nicht gut wegkommen. Aber auch hier gilt wieder: Es gibt keine schlechte Presse. Zumindest aber heißt die SPD noch nicht Anti-CDU-Partei. Der Atheismus allerdings thematisiert mit seinem eigenen Namen ständig die Religion. Schluss damit! Lies mehr …

Küssen aus Protest


Ein Kuss, obwohl eigentlich ein intimer privater Akt, kann ein politisches Statement sein. Eine demonstrative Provokation gegen rigide religiöse Moralvorstellungen und für Gleichberechtigung und Emanzipation. In letzter Zeit häufen sich solche Küsse aus Protest.

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Wer zu Fuß geht – Feministische Sprachmagie


Die Entgenderung der Sprache ist reine Symbolpolitik. Wer wirklich die Situation von Frauen verbessern möchte, sollte den Spielplatz der feministischen Linguistik verlassen und im wirklichen Leben gegen die historischen und brandaktuellen Ursachen der Frauenfeindlichkeit kämpfen: die fortdauernde Förderung und Finanzierung der monotheistischen Religionen. Lies mehr …

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