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	<title>Evidenz-basierte Ansichten &#187; Wirtschaft</title>
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	<description>Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Belege</description>
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		<title>Evidenz-basierte Ansichten &#187; Wirtschaft</title>
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		<title>Ich weiß nicht, was ich wollen soll</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Apr 2012 14:13:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bas Kast hat mit Ich weiß nicht, was ich wollen soll ein Buch über die Schattenseiten von Freiheit und Wohlstand geschrieben. Er schöpft dabei aus einer Fülle von Statistiken, Analysen und Studien aus Psychologie, Hirnforschung, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Das Buch ist ein sehr inspirierender Beitrag zu der ewigen Debatte, was ein gutes und gelungenes Leben ausmacht. Es ist [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=5798&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Bas Kast hat mit</em><em> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B006M4B75U/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B006M4B75U" target="_blank">Ich weiß nicht, was ich wollen soll</a> </em><em>ein Buch über die Schattenseiten von Freiheit und Wohlstand geschrieben.</em><em> Er schöpft dabei aus einer Fülle von Statistiken, Analysen und Studien aus Psychologie, Hirnforschung, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Das Buch ist </em><em>ein sehr inspirierender Beitrag zu der ewigen Debatte, was ein gutes und gelungenes Leben ausmacht. Es ist spannend und überraschend leicht zu lesen, trotz der Fülle an relevanten Statistiken und Daten, ganz so, wie es die Leser der früheren Bücher von Bas Kast gewohnt sind. </em></p>
<p><em>Bas Kast ist Autor mehrerer populärwissenschaftlicher Bestseller, darunter <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596161983/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3596161983&quot;" target="_blank">Die Liebe oder wie sich Leidenschaft erklärt</a> und <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596174511/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3596174511&quot;" target="_blank">Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft</a>.</em></p>
<p><em>Ich habe mich mit dem Autor über das Buch unterhalten.</em><em> </em></p>
<p><a href="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/04/610x234_portrait-bas-kast.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5802" title="610x234_Portrait-Bas-Kast" src="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/04/610x234_portrait-bas-kast.jpg?w=519&#038;h=199" alt="" width="519" height="199" /></a></p>
<p><em><span id="more-5798"></span>Bas, Dein Buch heißt ja nicht „Ich weiß nicht, was ich will“, sondern „Ich weiß nicht, was ich wollen soll“. Es spricht damit, einerseits, die Orientierungslosigkeit des Einzelnen an, zugleich aber lässt es auch einen neuen psychischen Druck anklingen. Wir nehmen vor allem all die Menschen wahr, die erfolgreich sind in dem, was sie tun. Daher haben viele den Eindruck, dass jedem klar sein sollte, was er will. Derjenige, dem das nicht klar ist, muss sich bereits wie ein Versager vorkommen.</em></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B006M4B75U/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B006M4B75U" target="_blank"><img class="alignright  wp-image-5825" title="sfv_kast_wollen_rz.indd" src="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/04/bas_kast_buchcover1.jpg?w=249&#038;h=406" alt="" width="249" height="406" /></a>Ja, und dieser Druck, den Du ansprichst, führt in vielleicht gar nicht so wenigen Fällen dazu, dass man dann halt irgendetwas macht, und zwar mit hohem Einsatz, ohne zunächst oder immer wieder in sich hineinzuhorchen. Viele von uns tun zwar eine ganze Menge, wir sind ja fast alle irrsinnig beschäftigt. Aber womit eigentlich? Obwohl wir einen sehr hohen Grad an Freiheit im Vergleich zu anderen Gesellschaften und auch früheren Generationen genießen, tun wir nicht unbedingt immer das, was uns am Herzen liegt. Wenn man es genau nimmt, tun wir davon wahrscheinlich viel zu wenig.</p>
<p><em>Vielleicht verläuft hier die Scheidelinie zwischen der Freiheit, für die wir kämpfen würden, und der Freiheit, die uns belastet. Die eine Freiheit ist die, dass mir niemand sagt, was ich tun soll. Und die andere Freiheit ist die, dass mir niemand sagt, was ich wollen soll! Das muss ich schon selbst herausfinden.</em></p>
<p>Die Medaille der Freiheit hat eben zwei Seiten. Man könnte meinen, ein Abwerfen von Fesseln und eine Erweiterung von Möglichkeiten würden uns einfach nur befreien und beglücken. Wie herrlich! Aber es passiert psychisch viel mehr. Möglichkeiten erzeugen, wie erwähnt, ihren ganz eigenen Druck: Sie fordern uns dazu auf, sie auch zu nutzen. Hinzu kommt natürlich, dass uns zwar kaum jemand explizit sagt, was wir wollen sollen, etwa in der Form eines autoritären Vaters, der unsere Berufswahl bestimmt. Der Druck kommt nicht mehr so sehr von oben. Dafür kommt er von allen Seiten: Heute ist es der Kollege, der Nachbar, der Freund oder wer auch immer (vielleicht jemand im Fernsehen), der uns mit seinem Erfolg ständig einen Spiegel vorhält und zeigt, dass wir hinter unseren (oder seinen) Möglichkeiten zurückgeblieben sind. Also müssen wir noch ein bisschen Gas geben.</p>
<p><em>Eine Metapher, die Du benutzt, ist die deutsche Autobahn.</em></p>
<p>Ich pendle ja zwischen Holland (wo meine Freundin arbeitet) und Deutschland, und sobald ich auf die deutsche Autobahn komme, steigt bei mir prompt das Adrenalin. Mit einem Tempolimit – sprich: eine Autorität von oben bremst uns – ist das Fahren paradoxerweise viel entspannter. Sobald es aber heißt „freie Fahrt für alle“, kommt man sich mit einem mittleren Tempo geradezu dumm vor. Man fühlt sich wie ein Loser, wenn man nicht 500 PS unterm Hintern hat.</p>
<p><em>Exakt dasselbe erlebe ich auch! Fahren im Ausland ist eine echte Erholung! Ich habe allerdings nicht so sehr das Problem, dass ich mit den schnellen Schlitten konkurrieren will, ich habe schlicht Todesangst, wenn ich zu langsam bin auf der Überholspur. Die deutsche Autobahn scheint mir ein gutes Beispiel dafür, dass schrankenlose Freiheit für alle zu einer Art evolutionärem Wettrüsten führen kann, das die Lebensqualität aller massiv einschränkt. Auch in der Arbeitswelt, in der es keine Stechuhren mehr gibt, könnte man zunächst denken, das diese neue Freiheit ein Segen ist. Aber auch bei dieser Freiheit kommt der Druck nicht mehr von oben, vom Chef, sondern eben &#8211; wie Du sagst &#8211; von allen Seiten. Jetzt werden die Kollegen zum Druck.</em></p>
<p>Wer jetzt bis abends acht oder neun bleibt, gewinnt das Rennen. Irgendwann arbeiten alle bis Mitternacht, undsoweiter, bis in den Burnout!</p>
<p><em>Ein roter Faden, der sich durch das Buch zieht, ist der Konflikt zwischen liberalen und konservativen Idealen, zwischen Individualismus und Kommunitarismus. Grob gesagt, führt der Individualismus dazu, dass wir freier, aber unzufriedener werden, dass es uns besser geht, wir aber gleichzeitig unglücklicher werden. Eine stärkere Gemeinschaft könnte all diese Übel heilen, aber auch sie hätte ihren Preis.</em></p>
<p><img class="alignright" title="Amish" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/16/Amish_-_On_the_way_to_school_by_Gadjoboy-crop.jpg/406px-Amish_-_On_the_way_to_school_by_Gadjoboy-crop.jpg" alt="" width="195" height="287" />Ich nenne als Beispiel die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amische" target="_blank">Amischen</a> in den USA, eine irre konservative und religiöse Gemeinschaft, geradezu erstickend aus unserer Sicht. Und doch zeigen Studien, dass die Amischen mindestens genauso zufrieden sind wie wir – und vor allem: Psychische Probleme, wie etwa Depressionen, kommen bei ihnen weitaus weniger vor. Ich würde allerdings nicht so weit gehen zu sagen, dass Individualismus unglücklich macht, das geben auch die Daten (wenn man zum Beispiel unsere westlichen Glückswerte mit den Asiaten vergleicht) nicht her.</p>
<p><em>Wenn ich einen Punkt benennen sollte, den ich an Deinem Buch kritisch sehe – hier ist er! Du betonst vor allem die positiven Wirkungen von Gemeinschaft für das Individuum, ohne aber auch explizit darauf hinzuweisen, dass eine Gemeinschaft Individuen auch erdrücken kann (zum Beispiel Ehrenmorde in islamischen Gesellschaften, oder, weniger krass, der Makel geschiedener Frauen oder lediger Mütter vor noch nicht allzu langer Zeit in christlichen Gesellschaften), und dass wirtschaftlicher und sozialer Fortschritt in erster Linie von Individuen ausgeht.</em></p>
<p>Dass ein Ehrenmord nicht ehrenwert, sondern verabscheuungswürdig ist, das ist doch nun unter uns selbstverständlich. Ich schreibe auch ausdrücklich, dass zum Beispiel die Amischen nichts für mich wären, nichts für die meisten von uns. Ich benutze sie eher rein erkenntnistheoretisch als Linse, um besser sehen zu können, was in unserer Gesellschaft fehlen könnte. Wo ich dir Recht gebe ist, dass ich mich auf die Schattenseiten der Freiheit, des Individualismus – überhaupt des modernen Lebensstils – konzentriere. Das hat aber auch einen Grund: Ich will herausfinden, warum die Zufriedenheit bei uns nicht sonderlich steigt und es so viele psychische Probleme gibt. Das lenkt mich automatisch auf die Schattenseiten der Gesellschaft. Das hat auch ein bisschen damit zu tun, dass es einfach langweilig ist, noch einmal darauf hinzuweisen, dass Freiheit natürlich etwas Großartiges ist. Neu ist für mich, dass Freiheit eben auch Risiken und Nebenwirkungen aufwirft. Ähnlich wie Supermärkte etwas Großartiges sind und zugleich Übergewicht begünstigen.</p>
<p><em>Das Streben nach persönlicher Freiheit und persönlichem Wohlstand ist wohl der Hauptmotor für Innovation. Soziale Gemeinschaften sind immer tendenziell repressiv, denn jede Gruppe übt einen Konformitätsdruck aus. Individuen, zumal wenn sie neue Ideen haben, werden also tendenziell immer auf Widerstand stoßen, und daher immer versuchen, von der Gemeinschaft unabhängig zu werden.</em></p>
<p>Es gibt vielleicht auch eine grundsätzliche Spannung, einen <em>Trade-off</em>, zwischen Produktivität und Wohlbefinden. Eine Gesellschaft wie die USA ist extrem produktiv und innovativ. Sie ist aber nicht gerade kuschelig. Viel weniger kuschelig als die nordeuropäischen Staaten. Nur ein Beispiel: Die finanzielle Ungleichheit zwischen den Leuten ist in den USA weitaus höher als bei uns – Ungleichheit kann aber auch, vor allem für junge Leute, ein Motor sein. Ungleichheit stimmt unzufrieden, und Unzufriedenheit kann auch produktiv machen. Wir wollen raus aus unserer Lage! Ich glaube, auf diese Weise kann auch der Zerfall der Gemeinschaft die Produktivität antreiben: Niemand hat mehr eine feste Position in der Gesellschaft, deine Position – und damit die Anerkennung, die du genießt – wird über unermüdliche Leistung bestimmt. Wer rastet, fällt zurück. Wenn man so will: Nur wer produktiv und innovativ ist, wird in einer Leistungsgesellschaft beachtet und geliebt.</p>
<p><em>Ist der Zerfall sozialer Gefüge oder zumindest ihre Lockerung also eine Voraussetzung für Fortschritt und Innovation? Und umgekehrt: Führen Innovationen zu einer solchen Lockerung? Um beim Beispiel der Amischen zu bleiben: Der Preis für die vorbildliche Gemeinschaft mit ihren gesundheitlichen Vorteilen ist faktisch ein Verbot der Innovation.</em></p>
<p>Nochmals: Ich empfinde die Gemeinschaft der Amischen nicht als vorbildlich, auch sie hat ihre unbestreitbaren Schattenseiten. Und richtig, die Amischen verbieten geradezu Innovationen, die den zwischenmenschlichen Zusammenhalt zerstören könnten. Eine Mikrowelle im Haus etwa könnte dazu führen, dass jeder seine Mahlzeit selbst zubereitet, statt dass alle Familienmitglieder sich abends um acht um einen Tisch zusammenfinden. Zentralheizungen kommen mit dem Risiko einher, dass jeder sich in sein warmes Zimmerchen zurückzieht. Also sind Mikrowellen und Zentralheizungen verboten. Autos fördern die Mobilität – also fahren die Amischen immer noch in Kutschen!</p>
<p><em>Wenn wir aber Innovation zulassen, dann wird sich, wie bei uns geschehen, durch den zunehmenden Wohlstand die Lebenssituation der Einzelnen verbessern, und das Erste, was junge Leute tun, wenn sie die Chance haben: Sie ziehen aus der Herkunfts-Großfamilie aus und gründen eine neue Kleinfamilie. Daraus folgen viele der Probleme, die Du beschreibst. Aber ist diese soziale Dynamik überhaupt anders denkbar?</em></p>
<p>Ich habe nichts dagegen, dass junge Leute ausziehen, ich sehe das auch nicht als Ursprung des Problems. Es ist nur so: Bei uns zerfällt ja die Familie auf der ganzen Linie. Die Bundesregierung prüft ja schon Gesetzesänderungen, die verhindern sollen, dass Klagen gegen Kitas und Kindergärten wegen Lärmbelästigung nicht mehr allzu leicht stattgegeben werden kann. Alte Menschen finden bei uns allzu oft keinen Platz mehr in Familien, sie sterben in anonymen Pflegeheimen. Oder nehmen wir die Kleinfamilien, die Du ansprichst: Davon gibt es erstens immer weniger, zweitens zerfallen auch sie zunehmend. Und dieser Zerfall hängt eben systematisch mit unserem Wohlstand zusammen. Wohlstand und Freiheit werfen die Option auf, die Familie vorzeitig zu verlassen, auch wenn es Kinder gibt. So gibt es unter den reichen Ländern einen klaren Zusammenhang zwischen dem Reichtum des Landes und dem Anteil der Kinder, die mit nur einem Elternteil aufwachsen (siehe Grafik unten). Hart gesagt: Die Eltern tun, was sie wollen, sie verfolgen ihr Ego-Projekt – die Kinder zahlen den Preis.</p>
<p><a href="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/04/bas_kast_grafik.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5817" title="Bas_Kast_grafik" src="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/04/bas_kast_grafik.jpg?w=519&#038;h=313" alt="" width="519" height="313" /></a></p>
<p><em>Ja, hart gesagt, aber harte Fakten. Bleibt also die Frage, was wir tun können, um diesen sozialen Zerfall zu stoppen. In der säkularen Szene ist gerade viel von der Idee <a title="Religion für Ungläubige?" href="http://evidentist.wordpress.com/2012/02/08/religion-fur-unglaubige/" target="_blank">Alain de Bottons einer „Religion für Atheisten“</a> die Rede. Vor dem Hintergrund Deines Buches scheint mir in dieser Idee eine neue Facette aufzublitzen. „Religion für Atheisten“ klingt zunächst mal schön provokant paradox. Aber Nazis und Kommunisten zeigen, dass es auch atheistische Religionen (also Religionen ohne Gott) geben kann. Das zeigt aber nur, wie entbehrlich die Gottesvorstellung für das soziale Phänomen Religion tatsächlich ist. Die wirklich interessante Frage ist meiner Meinung nach, eben auch vor dem Hintergrund Deines Buches: Kann es eine starke Gemeinschaft aus lauter mehr oder weniger starken Individuen geben? Und bräuchte auch diese Gemeinschaft eine Art Religion? Kann es also eine Religion für rationale, säkulare Individualisten geben?</em></p>
<p>Wie Du weißt, bin ich selbst Atheist und finde de Bottons Ideen sehr interessant. Er trifft auch einen Kernpunkt richtig, den einige der Neuen Atheisten, wie mir scheint, allzu leicht übersehen (auch wenn zum Beispiel Sam Harris ihn oft betont): Die Religion liefert den Menschen Antworten auf Fragen und nimmt auch eine ganze Seite des Menschen (seine spirituelle oder auch irrationale Seite) ernst, die zum Wesen des Menschen gehört und die man nicht einfach so wegwischen oder ignorieren kann. Es kommt noch was hinzu, das mehr in meinen Bereich führt: Früher war Gott das Höchste, heute ist unser Ego gottgleich geworden. Ich, Ich, Ich, meine Entfaltung, meine Wünsche, Selbstverwirklichung – das ist, worauf es in unserer Gesellschaft ankommt. Grundsätzlich ist das ja auch okay, trotzdem finde ich es naiv, zu glauben, dass wir mit dieser Konzentration aufs eigene, autonome Ich nicht zugleich auch neue Probleme aufgeworfen haben: Was ist, wenn die Ego-Pläne nicht aufgehen? Was ist, wenn der höhere Sinn meines Tuns fehlt? Was, wenn ich alles gekauft und karrieremäßig erreicht habe, mich aber einsam und unglücklich fühle? Was, wenn ich in der Leistungsgesellschaft nicht mehr kann? Religionen haben auch immer versucht, diese Fragen für uns zu beantworten. Wer tut das in unserer Gesellschaft?</p>
<p><em>Ich würde nicht sagen, dass unser Ego gottgleich geworden ist. Viele von uns haben noch Ideale, starke moralische Vorstellungen und zeigen großes soziales Engagement. Aber durch das Einbrechen der Religion als traditioneller Institution der Sinngebung tut sich hier ein Vakuum auf. Und die Antwortversuche der Religionen wirken wohl auch deshalb hilflos, weil sie ihre ganz eigenen Schwierigkeiten mit Innovation und Wandel haben. Daher wenden sich ja zunehmend junge Menschen von ihnen ab. S</em><em>ie wenden sich allerdings verstärkt und in Massen dem neuen Phänomen soziale Netzwerke zu. Könnten sie hier fündig werden? Du führst ja zum Beispiel sehr interessante Studien an, die zeigen, dass ein Geldgewinn und ein Lob im Hirn ganz ähnliche Prozesse auslösen. Geld kann geradezu ein Mittel gegen den Schmerz sozialer Zurückweisung sein. Wie verhält sich zum Beispiel das Facebook-Like zu Geld? Könnte die Anerkennung in virtuellen sozialen Netzwerken mit der Anerkennung in realen Netzwerken konkurrieren? Oder hat auch sie – so wie Geld – in erster Linie Drogencharakter?</em></p>
<p><a href="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/04/gefc3a4llt-mir-button.jpg"><img class="alignright  wp-image-5861" title="gefällt-mir-button" src="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/04/gefc3a4llt-mir-button.jpg?w=195&#038;h=70" alt="" width="195" height="70" /></a>Studien zeigen, dass sowohl durch einen Geldgewinn als auch durch ein soziales Lob Teile des Striatum aktiviert werden, das ist eine Hirnstruktur, die auch durch eine Linie Kokain auf Trab gebracht wird. Und ja, ich denke, im Prinzip müsste das auch auf ein virtuelles soziales Lob zutreffen. Das wäre vielleicht auch eine interessante Studie. Vor allem aber finde ich interessant, dass also aus Sicht des Gehirns Geldscheffeln und soziale Anerkennung etwas gegenseitig Austauschbares darstellen. Warum sind wir Menschen eigentlich nett und sozial? Weil Sozialsein in archaischen Gesellschaften unser Überleben sichergestellt hat. Weil wir dann unseren Mitmenschen gefallen, wir gewinnen ihre Anerkennung, ihren Respekt, wir können mit ihrer Unterstützung und in Notfällen mit ihrer Hilfe rechnen. Wer Geld hat, ist von dieser persönlichen Sympathie weniger abhängig. Wir können die Hilfe, die wir brauchen, jetzt einfach kaufen. Nicht umsonst deuten viele weitere Studien darauf hin, dass sich reiche Leute tendenziell asozialer verhalten. Es ist, wie mir scheint, also auch hier wieder der Reichtum, der das soziale Leben antastet.</p>
<p><em>Wenn wir also jetzt, nicht zuletzt auch dank Deines Buches, die Schattenseiten von Freiheit und Wohlstand klarer sehen, stellt sich doch die Frage, die ja auch schon mehrmals angeklungen ist: Haben wir denn letztlich wirklich die Wahl? Könnte es überhaupt eine frei gewählte Entwicklung zurück von Wohlstand und Individualismus in eine stärkere Gemeinschaft geben? Oder brauchen wir für solch ein Szenario nicht doch wieder den äußeren Feind, die äußere Bedrohung, die wir uns eigentlich nicht wünschen können? </em></p>
<p>Ich persönlich halte wenig davon, dass wir auf gesellschaftlicher Ebene unsere Freiheit und unseren Wohlstand aufgeben, zumindest nicht aus den von mir genannten Gründen, obwohl man sich beim Wohlstand schon fragen könnte, ob ein panischer Aufschrei durchs Land gehen muss, wenn das Bruttoinlandsprodukt mal nicht um 2,5% gewachsen ist. Aber letztlich, so wie ich das sehe, muss jeder privat seinen Weg durch den Optionsdschungel da draußen finden. Ich kann höchstens die eine oder andere Strategie aufzeigen, die dabei vielleicht helfen könnte. Das ist ja übrigens ein entscheidender Grund dafür, dass ich in meinem Buch ein kleines Loblied auf intime Bindungen allerlei Art – Freunde, Liebespartner, Haustiere – anstimme, und nicht nur auf die Familie: Jede intime Bindung schränkt unsere Freiheit ein, ab jetzt ist eben nicht mehr alles möglich. Die enorme Auswahl da draußen wird – selbstgewählt, wohlgemerkt! – auf ein überschaubares Maß eingeschränkt. Unsere Freundin Katrin hasst Museen, also fallen alle Museen flach, und wir müssen einen Kompromiss finden. Das Baby macht die Abenteuer-Safari in Kenia unmöglich. Was soll’s! Das ist jetzt eben nicht mehr so wichtig. Unser Pokerkreis ist jeden Freitagabend: Also brauchen wir uns keine Gedanken mehr darüber zu machen, was wir am Freitagabend tun! Feste Bindungen befreien uns von der überwältigenden Optionsflut da draußen, sie geben unserem Leben einen Sinn jenseits des Ego-Trips und stimmen uns vielleicht gerade dadurch ausgewogen-glücklich.</p>
<p><em>Der festgelegte Termin am Freitagabend ist übrigens eine gute <a href="http://www.fischerverlage.de/sixcms/media.php/308/LP_978-3-10-038303-7.pdf" target="_blank">Überleitung aus dem Interview ins Buch</a>. Das beginnt nämlich auch mit einer solchen gemeinsamen Aktion unter Freunden am Freitagabend, die alle Optionen der großen Stadt zur Kulisse zusammenschnurren lässt.</em></p>
<p><em>Bas Kast, vielen Dank für das Gespräch.</em></p>
<p><em>Wer möchte, kann sich direkt mit Bas Kast auf diesen Facebook-Seiten über sein Buch unterhalten:</em></p>
<p><em><a href="http://www.facebook.com/baskast">http://www.facebook.com/baskast</a></em></p>
<p><em><a href="http://www.facebook.com/ichweissnichtwasichwollensoll">http://www.facebook.com/ichweissnichtwasichwollensoll</a></em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://evidentist.wordpress.com/category/ethik/werte/'>Werte</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/wirtschaft/'>Wirtschaft</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/wissenschaft/'>Wissenschaft</a> Tagged: <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/bas-kast/'>Bas Kast</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/freiheit/'>Freiheit</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/freiheitsparadox/'>Freiheitsparadox</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/interview/'>Interview</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/wohlstandsparadox/'>Wohlstandsparadox</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/evidentist.wordpress.com/5798/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/evidentist.wordpress.com/5798/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=5798&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Warum gibt es so viele Tütensuppen?</title>
		<link>http://evidentist.wordpress.com/2012/03/08/warum-gibt-es-so-viele-tutensuppen/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Mar 2012 12:07:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Richard David Precht hat einen kleinen Spot zum Thema Freiheit gedreht. Sehr eingängig erklärt er uns, dass wir mitunter unzufrieden sind, weil unsere Wahlfreiheit zu groß ist. Die gewaltige Warenauswahl macht uns unglücklich. Prechts Beitrag ist ein Plädoyer gegen Freiheit und Kapitalismus, für eine sozialistische Utopie: eine Tütensuppe für alle. Precht weiß schon, warum er [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=5397&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Richard David Precht hat einen kleinen Spot zum Thema Freiheit gedreht. Sehr eingängig erklärt er uns, dass wir mitunter unzufrieden sind, weil unsere Wahlfreiheit zu groß ist. Die gewaltige Warenauswahl macht uns unglücklich. Prechts Beitrag ist ein Plädoyer gegen Freiheit und Kapitalismus, für eine sozialistische Utopie: eine Tütensuppe für alle.<span id="more-5397"></span></em></p>
<span class='embed-youtube' style='text-align:center; display: block;'><iframe class='youtube-player' type='text/html' width='519' height='322' src='http://www.youtube.com/embed/bY6s23aX5rY?version=3&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;wmode=transparent' frameborder='0'></iframe></span>
<p>Precht weiß schon, warum er die Marktwirtschaft an der scheinbar absurden Vielzahl der Tütensuppen angreift. Er hätte genauso gut auch Autos nehmen können. Es gibt so viele Automarken mit so vielen Modellen. Wozu? Eigentlich tut jedes Auto dasselbe. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trabant_(Pkw)" target="_blank">Ein Auto für alle</a> kennen die Deutschen schon. Aber wie wäre das im deutschen Fernsehen angekommen?</p>
<p>Die Wirtschaftskrise werde uns dazu zwingen, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Das stimmt, denn ohne Wohlstand werden wir wieder das Wenige, das wir haben, mit Leben füllen können. Das ist charakterbildend. Es gibt viele Gegenden in der Welt, die in dieser Hinsicht offenbar besser dran sind als wir. Auch in der guten alten Zeit gab es weniger Tütensuppen.</p>
<div id="attachment_5529" class="wp-caption alignnone" style="width: 529px"><a href="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/03/bundesarchiv_bild_183-08328-0006_berlin_kc3b6penick_ho-lebensmittelgeschc3a4ft.jpg"><img class="size-full wp-image-5529" title="Berlin, Köpenick, HO-Lebensmittelgeschäft" src="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/03/bundesarchiv_bild_183-08328-0006_berlin_kc3b6penick_ho-lebensmittelgeschc3a4ft.jpg?w=519&#038;h=376" alt="" width="519" height="376" /></a><p class="wp-caption-text">Der Sinn des Lebens: Die einfachen Dinge genießen</p></div>
<p>Wohlstand als Teil des Problems. Eine abenteuerliche These. Precht scheint dafür zu plädieren, das <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Paradox_of_Choice:_Why_More_Is_Less" target="_blank">Paradox der Freiheit</a> - gut sozialistisch &#8211; durch Abschaffung der Freiheit zu lösen. Anscheinend kam <a href="http://www.lenin-film.de/" target="_blank">Lenin doch weit genug</a>.</p>
<p>Ich stelle mir eine Antwort auf diese antiliberale Fantasie im Stil von <a href="http://www.wdr.de/tv/wissenmachtah/" target="_blank">Wissen macht Ah!</a> mit Shary und Ralph vor. Auch dieser Beitrag könnte „Tütensuppen“ heißen, und sein Ziel wäre es, zu erklären, warum es eigentlich so viele verschiedene Tütensuppen gibt.</p>
<p><a href="http://www.wdr.de/tv/wissenmachtah/" target="_blank"><img class="alignnone  wp-image-5438" title="03-07_pm" src="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/02/03-07_pm.jpg?w=400&#038;h=301" alt="" width="400" height="301" /></a></p>
<p>Zunächst sehen wir Ralph durch den Supermarkt schlendern und am Regal mit Tütensuppen stehen bleiben. Jetzt hat er die Qual der Wahl. Aber ist das wirklich so schwierig? Ralph könnte es einfach genauso machen wie alle anderen Menschen, die im Supermarkt einkaufen. Jeder hat seine Vorlieben, und wir sehen erstaunlich wenig Leute, die wie in der Geschichte von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buridans_Esel" target="_blank">Buridans Esel</a> vor dem Regal vor Hunger zusammensinken. Wir haben alle unsere Heuristiken, mit denen wir durchs Leben kommen. Marken- und Produkttreue sind solche Heuristiken, sie sind Strategien des Verbrauchers, die Komplexität des Warenangebots effektiv zu reduzieren. Die gängigen Mechanismen der Wahrnehmung, um das für uns Relevante von dem Irrelevanten zu trennen, funktionieren auch im Supermarkt.</p>
<p><strong><em>Warum brauchen wir überhaupt Tütensuppen? </em></strong></p>
<p>Wir begleiten Shary bei Vor- und Zubereitung einer frischen Suppe. Sie fährt zum Markt, schleppt die Zutaten nach Hause, wäscht sie, schneidet sie klein und kocht. Das Ganze dauert etwa drei Stunden. Macht aber nix, denn Shary ist Hausfrau, Kochen ist ihr Job.</p>
<p>Ralph kommt nach Hause und haut begeistert rein. Es geht doch nichts über eine frisch gekochte Suppe. Aber wo käme die frische Suppe her, wenn Shary nicht da wäre? (Wusch! Shary verschwindet, der Teller verschwindet, Ralph schaut dumm aus der Wäsche.) Nicht jeder Mann hat eine Frau zu Hause, die Suppe kocht, und nicht jede Frau hat einen Mann zu Hause, der das Geld verdient für die Zutaten und für die Zeit und Arbeit, die das Kochen kostet. Die Frau als Köchin zu Haus gehört nämlich zu den versteckten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Opportunitätskosten" target="_blank">Opportunitätskosten</a> für selbst gekochte Suppen. Und wenn wir das Selberkochen so loben, warum dann nicht auch das Selberanbauen des Gemüses? Wenn Shary auf dem Markt einkauft, dann haben andere für sie schon die anstrengendste Arbeit erledigt. Arbeitsteilung und Spezialisierung ist der Weg der Emanzipation, nicht nur für Frauen, sondern für alle. Für Fertiggerichte gilt somit das Gleiche, was Hans Rosling über die Waschmaschine sagt, nämlich dass sie allererst die Produktivität der Frauen außer Haus ermöglichen.</p>
<div class="embed-ted"><iframe src="http://embed.ted.com/talks/lang/de/hans_rosling_and_the_magic_washing_machine.html" width="519" height="291" frameborder="0" scrolling="no" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></div>
<p>Jetzt tritt ein weiterer Akteur auf. Nennen wir ihn Herrn Knorr. Herr Knorr hat Marktforschung betrieben. Er weiß jetzt, dass es viele Menschen wie Shary und Ralph gibt, die täglich gern eine Suppe essen würden und bereit wären, für eine Ersparnis an Zeit, Kosten und Arbeit mit einer weniger optimalen Suppe vorlieb zu nehmen. Da niemand beliebig viel Zeit zum Kochen hat, sind das viele Menschen. Der potentielle Markt ist also groß. Herr Knorr rechnet sich flugs aus, ob es sich für ihn lohnen würde, Instantsuppen herzustellen und sie über die Supermärkte zu verkaufen. Und siehe da, Produzent und Verbraucher treffen sich hier am Tütensuppenregal.</p>
<p><em><strong>Aber warum müssen es so viele sein? </strong></em></p>
<p>Darauf gibt Precht die richtige Antwort: Weil wir die Freiheit haben! Allerdings ist seine Implikation falsch: Diese Freiheit führt nämlich nicht zu einer absurden Überzahl an Tütensuppen, sondern zu der genau richtigen Anzahl. Denn die Anzahl der Tütensuppen im Regal ist das Ergebnis eines emergenten Prozesses durch verschiedene Anreize. Emergent heißt, dass er nicht zentral von oben gesteuert, also nicht <em>top-down</em> geplant wird, sondern dass er sich von selbst <em>bottom-up</em> reguliert. Das ist der Unterschied zwischen Planwirtschaft und freier Marktwirtschaft.</p>
<p>Der Anreiz des Produzenten, qualitativ hochwertige Suppen anzubieten, kann aber nur dann entstehen, wenn es mehrere Produzenten, wenn es also Wettbewerb gibt. Der Wettbewerb ist die Ratsche, auf der Qualität nach oben steigen kann. Daher tritt jetzt ein weiterer Mann auf: Nennen wir ihn Herrn Maggi.</p>
<p>Ralph kauft jetzt Tütensuppen gleichen Typs von Herrn Knorr und von Herrn Maggi. Zu Hause wird er sich entscheiden, welche die bessere Qualität haben. Ralph ist nicht der einzige Kunde, um den die beiden kämpfen, daher ist der Markt groß genug für beide und noch viele andere Anbieter. Und auch Ralphs Geschmack ist nicht der einzige. Daher gibt es so viele verschiedene Geschmacksrichtungen. Aber wenn ein Anbieter eine miserable Tütensuppe verkauft, dann wird sie nicht mehr gekauft und fliegt aus dem Regal.</p>
<p>Wohlstand entsteht nicht, wenn jeder seine eigene Suppe kocht, sondern dann, wenn jeder für jeden arbeitet. Der freie Austausch von Gütern und Ideen macht die Welt besser für alle, so Matt Ridley:</p>
<span class='embed-youtube' style='text-align:center; display: block;'><iframe class='youtube-player' type='text/html' width='519' height='322' src='http://www.youtube.com/embed/lOQGiveUxf8?version=3&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;wmode=transparent' frameborder='0'></iframe></span>
<p>In einem effizienten freien Markt wird jede nachgefragte Tütensuppe angeboten und jede angebotene Tütensuppe nachgefragt. Solange der Staat keine Prämien dafür zahlt, die Märkte mit Tütensuppen zu überschwemmen, werden die Tütensuppen, die nicht verkauft werden, schnell wieder vom Markt verschwinden. Aber wenn der Staat solche <a title="Walter Wortmann, Subventionen: Die verkannten Nebenwirkungen" href="http://www.wirtschaftsdienst.eu/downloads/getfile.php?id=1078" target="_blank">Subventionen</a> gewährt, dann ist der Markt nicht mehr effizient, denn er ist nicht mehr frei. Fragen wir also nicht nach Tütensuppen, fragen wir lieber, ob wir Butterberge oder Milchseen brauchen. Weisen wir lieber darauf hin, dass die Zerstörung von Märkten durch Protektionismus und Subventionen zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agrardumping" target="_blank">Überproduktion und Vernichtung von Lebensmitteln</a> und zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Welthunger#Welthandelsstrukturen" target="_blank">Hunger und Elend</a> führt.</p>
<p>Planwirtschaftliche Top-Down-Fantasien wie die von Precht sind anscheinend unausrottbar. Umso wichtiger ist es, immer wieder darauf hinzuweisen, dass nur eine freie Marktwirtschaft, Spezialisierung und freier Handel Wohlstand schaffen können. Denn die so eingängige Frage „Brauchen wir das alles?“ ist eben nicht entscheidbar und daher unsinnig. Wer ist „wir“ und was heißt „brauchen“? Viel interessanter scheint mir die Frage, wer sich die Entscheidung darüber anmaßen will, was „wir“ „brauchen“.</p>
<p>In seiner <em>Naturgeschichte des Wirtschaftslebens <a href="http://books.google.de/books?id=-4sEpwwHYloC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=paul+seabright&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=MgNNT_DdLcmJ4gTPkdDrAg&amp;ved=0CDIQ6AEwAA#v=onepage&amp;q=paul%20seabright&amp;f=false" target="_blank">The Company of Strangers</a> </em>erzählt Paul Seabright (auf S. 19) von der Frage eines früheren sowjetischen Beamten, der für die Versorgung von St. Petersburg mit Brot zuständig war und der das westliche System verstehen möchte: „Wer ist für die Brotversorgung der Londoner Bevölkerung verantwortlich?“ Die Antwort &#8211; Niemand &#8211; leuchtet nicht intuitiv ein, aber sie ist die Ursache dafür, dass sich in London keine Schlangen vor Bäckereien bilden.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://evidentist.wordpress.com/category/wirtschaft/'>Wirtschaft</a> Tagged: <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/anti-kapitalismus/'>Anti-Kapitalismus</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/freie-martkwirtschaft/'>Freie Martkwirtschaft</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/freiheit/'>Freiheit</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/hans-rosling/'>Hans Rosling</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/kapitalismus/'>Kapitalismus</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/matt-ridley/'>Matt Ridley</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/paul-seabright/'>Paul Seabright</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/ralph-caspers/'>Ralph Caspers</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/richard-david-precht/'>Richard David Precht</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/shary-reeves/'>Shary Reeves</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/sozialismus/'>Sozialismus</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/subventionen/'>Subventionen</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/wissen-macht-ah/'>Wissen macht Ah!</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/evidentist.wordpress.com/5397/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/evidentist.wordpress.com/5397/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=5397&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Fukushima ist kein 11. September</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 21:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Stücker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ethik]]></category>
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		<category><![CDATA[Schwarzer Schwan]]></category>

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		<description><![CDATA[Bundesumweltminister Röttgen irrt sich. Die atomare Katastrophe von Fukushima ist kein Ereignis wie der 11. September 2001. Was in Fukushima passiert, hatte vor dem Eintreten einen gewissen Wahrscheinlichkeitswert. Dieser war bekannt, wenn auch politisch umstritten. Der Begriff des &#8220;Restrisikos&#8221; ist aus diesem Grund unscharf. Befürworter der „Kernkraft“ [Euphemismus] haben es stets klein geredet, Gegner der [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=2233&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/08/roettgen.jpg"><img class=" wp-image-6484 alignnone" title="roettgen" src="http://evidentist.files.wordpress.com/2012/08/roettgen.jpg?w=467&#038;h=233" alt="" width="467" height="233" /></a>Bundesumweltminister Röttgen irrt sich. Die atomare Katastrophe von Fukushima ist kein Ereignis wie der 11. September 2001. Was in Fukushima passiert, hatte vor dem Eintreten einen gewissen Wahrscheinlichkeitswert. Dieser war bekannt, wenn auch politisch umstritten. Der Begriff des &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Restrisiko" target="_blank">Restrisikos</a>&#8221; ist aus diesem Grund unscharf. Befürworter der „Kernkraft“ [Euphemismus] haben es stets klein geredet, Gegner der „Atomkraft“ [Schimpfwort] haben es hingegen aufgebauscht. [Im Vertrauen auf die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus-Tretm%C3%BChle" target="_blank">Euphemismus-Tretmühle</a> schreibe ich im Folgenden „Kernkraft“.]<span id="more-2233"></span></p>
<p>Nach der Definition des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (<a href="http://www.wbgu.de/" target="_blank">WBGU</a>) ist das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Risiko#Risiko_in_den_Ingenieur-_und_Umweltwissenschaften" target="_blank">Risiko</a> das „Produkt von <em>Eintrittshäufigkeit</em> bzw. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eintrittswahrscheinlichkeit" target="_blank"><em>Eintrittswahrscheinlichkeit</em></a> und <a title="Schadensschwere" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schadensschwere" target="_blank"><em>Schadensschwere</em></a>.“ Wir glauben im Allgemeinen, dass wir beide Variablen kennen können.</p>
<p>Risikobewertungen dieser Art sollten wir den Profis überlassen. Das sind nicht unsere Politiker, sondern die Versicherungen. Dass der freie Markt alles besser und effizienter regelt, war ehemals ein konservatives, mehr noch ein liberales Credo. Vielleicht sind deshalb vor zehn Jahren Schröder und Trittin nicht darauf gekommen. In der <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/versicherung-der-kernkraft-mal-die-betreiber-zahlen-lassen-1.1074008" target="_blank">SZ von heute</a> lesen wir:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn sich die Stromkonzerne statt der jetzigen weicheren Regelungen verpflichtend gegen die immensen Schäden versichern müssten, würden sie womöglich keine Versicherung dafür finden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und wenn doch, würden die Kosten für Strom aus Kernkraft in die Höhe schießen. Es wäre also dann der Markt selbst, der aus der Kernkraft ausstiege.</p>
<p>Hierzulande reiben sich jetzt einige Politiker die Augen. Ist in Japan etwas passiert, was sie nie für möglich gehalten hätten? Die Befürworter der Kernkraft, die sich in politischer Verantwortung befinden, haben sich durch ihr Verhalten in ein Dilemma manövriert: Entweder sie wussten auch vorher, dass ein Risiko auch dann noch besteht, wenn man es Restrisiko nennt. Dann haben sie verantwortungslos gehandelt. Denn dieses Risiko hat sich in der letzten Woche nicht geändert. Warum also jetzt abschalten? Und warum nur einige Kraftwerke? Oder aber sie wussten das nicht, sondern dachten, „Restrisiko“ impliziere, dass es vernachlässigbar sei. Dann aber sind sie inkompetent.</p>
<p>Bayerns Umweltminister <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/markus-soeder-im-gespraech-wir-waren-nie-kernkraft-fetischisten-1.1071500" target="_blank">Söder sagt: „Japan ändert alles.“</a> Er habe sich ein solches Unglück nicht vorstellen können. Er plädiert also auf inkompetent. War das auch sein Plan für den Fall, dass ein Unfall in Deutschland passiert? Einfach umzufallen? Die Meinung zu ändern? Zu behaupten, nie &#8220;Kernkraftfetischist&#8221; gewesen zu sein? Kurz: Nicht zu seiner Verantwortung zu stehen? Bundesumweltminister <a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:beck-fuer-atom-pakt-roettgen-will-rasch-klarheit/60027426.html" target="_blank">Röttgen zieht nun den Vergleich zum 11. September 2001</a>, der auch alles geändert habe, und plädiert damit indirekt auch auf inkompetent.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423345969/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=evidentistwor-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3423345969" target="_blank"><img class="alignright" title="Der schwarze Schwan" src="http://images.buch.de/img-adb/58/57/15545857-00-00.jpg" alt="" width="164" height="252" /></a><img class=" ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk ojilypvhajislxwvkpxk yekhyzwvlzjespjxbszo yekhyzwvlzjespjxbszo" style="border:none!important;margin:0!important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=evidentistwor-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3423345969" alt="" width="0" height="0" border="0" />Denn im Gegensatz zu Fukushima ist der 11. September 2001 der prototypische Schwarze Schwan. Ein <a href="http://www.faz.net/s/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA/Doc~EA5F0C6808DD648DD8D0C9D252CD499B8~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Schwarzer Schwan</a> (nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Taleb" target="_blank">Nassim N. Taleb</a>) ist ein nicht nur hochgradig unwahrscheinliches, sondern auch unvorhersehbares Ereignis. Es ist nicht etwa so, dass es zufällig niemand vorhergesehen hat, sondern dass es nicht vorhersehbar ist, in dem Sinne, dass es niemand rationalerweise in sein Risikokalkül einbauen kann. Der Versuch, sich gegen Schwarze Schwäne abzusichern, würde als paranoides Verhalten gelten. Jemanden, der vor dem 11. September 2001 Angst gehabt hätte, in einem Wolkenkratzer allzu hoch zu fahren, weil ja auch ein Flugzeug hineinfliegen könnte, hätten wir für verrückt gehalten.</p>
<p>So ist es auch mit dem Risiko eines gezielten Flugzeugabsturzes auf Kernkraftwerke. Geredet wird darüber etwa seit dem 12. September 2001, aber es besteht, seit es Kernkraftwerke gibt. Vor dem 11. September hätte es vielleicht als <em>Argumentum ad absurdum</em> dienen können: &#8220;Immer verlangen Sie mehr Sicherheit. Demnächst verlangen Sie auch noch, dass wir unsere Kraftwerke vor Verrückten sichern sollten, die mit Passagierflugzeugen absichtlich auf sie draufrasen.&#8221; Haha.</p>
<p>Fukushima ist kein Schwarzer Schwan. Wer ein Kernkraftwerk in ein Erdbebengebiet baut, muss mit Erdbeben rechnen. Es hilft nicht, darauf hinzuweisen, man habe mit dem Erdbeben gerechnet, nicht jedoch mit einem dieser Stärke, oder nicht jedoch mit dem Tsunami. Erdbeben lösen Tsunamis aus. Man weiß das. Man wusste das.</p>
<p>Der 11. September 2001 zeigt aber ganz grundsätzlich: Es gibt Schwarze Schwäne. Es gibt das Risiko von Ereignissen, gegen die wir uns rationalerweise nicht schützen können. Das Restrisiko ist also nicht etwa verschwindend klein, sondern wird durch das Phänomen des Schwarzen Schwans unabsehbar groß. Der Schwarze Schwan ist ein sehr heilsames Konzept. Es lehrt uns Bescheidenheit. Es zeigt uns nicht nur die Grenzen unserer Erkenntnis, sondern auch die Grenzen unserer Erkenntnisfähigkeit. Es zeigt uns, dass wir viel weniger wissen, als wir zu wissen glauben. Und es zeigt uns, dass wir nicht wissen können, wie viel weniger wir wissen.</p>
<p>Oft hört man von Kernkraftbefürwortern, dass alle Störfälle letztlich auf menschliches Versagen zurückzuführen seien. Wahrscheinlich soll das heißen, die Technik selbst sei sicher. Mag sein, nur leider ist der Mensch Teil jeder Technik. Und das größte menschliche Versagen ist die Hybris, der Glaube, alle relevanten Risiken zu kennen. In genau diesem Sinne ist Kernkraft eine größenwahnsinnige Technologie.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://evidentist.wordpress.com/category/ethik/'>Ethik</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/illusion/'>Illusion</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/wirtschaft/'>Wirtschaft</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/wissenschaft/'>Wissenschaft</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/category/zweifel/'>Zweifel</a> Tagged: <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/11-september-2001/'>11. September 2001</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/fukushima/'>Fukushima</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/kernkraft/'>Kernkraft</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/nassim-n-taleb/'>Nassim N. Taleb</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/restrisiko/'>Restrisiko</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/risiko/'>Risiko</a>, <a href='http://evidentist.wordpress.com/tag/schwarzer-schwan/'>Schwarzer Schwan</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/evidentist.wordpress.com/2233/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/evidentist.wordpress.com/2233/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=evidentist.wordpress.com&#038;blog=17354116&#038;post=2233&#038;subd=evidentist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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