Tag-Archiv | Giordano Bruno Stiftung

Politisch korrekt und moralisch orientierungslos


Die politische Korrektheit ist kein Instrument der Erkenntnis, sondern dient der Meinungspflege innerhalb einer Gruppe. Da sie aber die Tabuisierung auch wissenschaftlicher Hypothesen fordert, ist sie ebenso wie Religion und Esoterik der natürliche Gegner einer jeden skeptisch-säkularen Bewegung. Sollte man meinen.

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Meinungspflege politische Korrektheit: Social Grooming für Affen ohne Fell. Foto: Muhammad Mahdi Karim, Licence: GNUFDL, Version 1.2

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Ethik ohne Wunschdenken


“Wie gut oder schlecht ist eine Welt? Das hängt allein davon ab, wie gut oder schlecht es den Individuen in der Welt geht. Die Welt ist umso besser, je besser es den Individuen geht. Und wie gut oder schlecht geht es den Individuen? Das hängt allein davon ab, wie wohl sie sich fühlen und in welchem Maße die Wünsche, die sie hegen, erfüllt sind.”

Ulla Wessels

So beginnt Ulla Wessels ihr Buch Das Gute. Die Autorin ist eine wichtige Vertreterin der analytischen, nicht-religiösen Ethik, die in Deutschland immer noch unterrepräsentiert ist. Ulla Wessels gehört dem wissenschaftlichen Beirat der Giordano Bruno Stiftung an und ist vielen durch ihre Rolle als Klägerin im Rechtsstreit um die Konkordatslehrstühle* bekannt. Lies mehr …

Vom Hoerster zum Paulus



Die Piusbrüder, kath.net, das Bistum Regensburg etc. bejubeln dieser Tage den Abfall des bislang religionskritischen Philosophen Norbert Hoerster vom Unglauben, zumindest seinen Austritt aus der Giordano Bruno Stiftung. Sie feiern die Neuauflage der Geschichte der Bekehrung des Saulus zum Paulus, der von den Gründen seiner Bekehrung in der FAZ Zeugnis ablegt. Nein, er bezweifelt nicht die Evolutionstheorie. Er bezweifelt bloß, dass sie den Gottesglauben widerlege. Und nein, er hat nicht den Primat des Papstes in Fragen der Philosophie und Politik anerkannt. Er meint bloß, man müsse Kritik am Papst zunächst philosophisch abwägen und gewissenhaft durchdenken. (Der Papst bedankt sich damit, dass er Atheisten – wie Hoerster – für den Holocaust und so gut wie alle anderen Verbrechen und Übel der Welt verantwortlich macht.) Lies mehr …

Peter Singer und der Kampf um Anerkennung


An der Debatte über Peter Singer, wie sie gegenwärtig aus Anlass der Verleihung des Ethikpreises der Giordano-Bruno-Stiftung wieder geführt wird, zeigen sich die Grenzen eines vernünftigen öffentlichen Diskurses über emotionale und komplexe Themen. Wir sind alle bereit, über vieles zu diskutieren, aber wir werden alle zunehmend ungehalten, wenn Überzeugungen in Frage gestellt werden, die unsere eigene Identität betreffen.

Ich persönlich stehe auf der Seite derjenigen, die glauben, dass eine Debatte über die schwierigen ethischen Fragestellungen, die Peter Singer aufwirft, nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig ist. Meine Überzeugung ist, dass wir für die Entscheidung moralischer Fragen kein besseres Werkzeug haben als das klare Denken. In der Wertedebatte bietet die analytische Ethik die besten Chancen, zu tragfähigen Lösungen zu kommen. Je mehr auf dem Spiel steht, desto weniger sollten Autorität, Religion, Tradition, Emotion und Erfahrung  eine Rolle spielen. Das gilt insbesondere für relativ neue Optionen, die sich aus dem Einsatz neuer Technologien ergeben, für die wir emotional überhaupt nicht gerüstet sein können. Zu meinem Weltbild gehört die Überzeugung, dass wir emotional weit hinter unseren technologischen, aber auch analytischen Fähigkeiten herhinken, ebenso wie unsere traditionellen Institutionen.

Aber ich habe leicht reden: Ich bin nicht betroffen. Ich lebe ohne angeborene oder erworbene Behinderung. Ich rede von Behinderungen wie der Blinde von der Farbe. Wir verlangen von den Debatten-Gegnern, dass sie von ihrer eigenen emotionalen Position abstrahieren. Sie sollen Argumente bringen, aber ihre Emotionen und Erfahrungen lassen wir nicht als Argument gelten. In meinem letzten Posting zeigte ich mich verblüfft und ungehalten, dass jemand die Unterscheidung zwischen behinderter Person und Behinderung nicht treffen will und sogar bereit ist, die Konsequenzen zu akzeptieren, nämlich dass der Wert der Person damit auf die Behinderung übergeht. Ich stehe immer noch dazu, dass diese Unterscheidung von zentraler moralischer Bedeutung ist. Aber ich will hier etwas anderes versuchen: Ich will versuchen, mich in die Position der Gegenseite hineinzuversetzen. Lies mehr …

Krankheit ins Weltkulturerbe?


Der Weg zur Menschenverachtung ist gepflastert mit guten Absichten und hehren Prinzipien.

Die Grünen sind die Partei des Artenschutzes, jetzt erfahren wir, dass sich dieser Schutz in der grünen Lesart auch auf Krankheiten erstreckt.

Im Zusammenhang mit der Verleihung des Ethik-Preises der Giordano-Bruno-Stiftung an Peter Singer hat Michael Schmidt-Salomon geschrieben, dass kranke und behinderte Menschen mit allen Mitteln zu fördern seien, nicht aber Krankheit und Behinderung. Anscheinend hat er damit nicht einfach nur eine Selbstverständlichkeit klargestellt. Kaum zu glauben, aber es ist möglich, dies anders zu sehen.

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Darf PID überhaupt gesetzlich verboten werden?


Giordano-Bruno-Stiftung

Endlich klares, helles Licht auf eine Debatte, deren relevante Einzelheiten in moraltheologischen Nebelschwaden kaum mehr zu erkennen waren. Das ist das PID-Problem in High Definition und 3D. Das Problem selbst sieht jetzt gar nicht mehr so groß aus, aber die Bildqualität ist beeindruckend.

Mit ihrer klaren und stringenten Argumentation hebt diese Stellungnahme der Giordano-Bruno-Stiftung die Debatte auf ein neues Niveau. Bleibt zu hoffen, dass all diejenigen, die ihre Statements gern auf unbegründeten oder gar unbegründbaren Prämissen aufbauen, sie nicht einfach ignorieren. Um ihnen dies möglichst schwer zu machen, sollte der Text weite Verbreitung finden. Daher dokumentiere ich ihn hier vollständig. Lies mehr …

Giordano Bruno Stiftung


Ein schon zwei Jahre altes Porträt der Giordano Bruno Stiftung von Ricarda Hinz.

Es ist wohltuend und tröstlich, so viele sympathische Leute mit grundvernüftigen Ansichten zusammen zu sehen. Die meisten dieser Statements sind nicht originell, sondern fassen prägnant Selbstverständliches zusammen. Aber sie stehen in deutlicher Diskrepanz zu unserer Mainstream-Kultur, die gerade anscheinend in die entgegengesetzte Richtung driftet. Die Mikrofone stehen für jeden bereit, der religiöse Gewissheiten feilzubieten hat. Die Bestsellertische biegen sich unter Vampirschmonzetten, Meditationsanleitungen, Wallfahrtsberichten und Esoterik-Fibeln. Auf den Boulevard-Kanälen werden Geister angerufen und Löffel verbogen. In den Talkshows sitzen inzwischen neben den üblichen unvermeidlichen Prälaten auch pausbäckige Islam-Konvertiten, die offensiv ihre Scharia-Fantasien predigen, ohne dass ihnen jemand gebührend über den Mund fahren würde.

Gäbe es diese Giordano Bruno Stiftung noch nicht, so müsste man sie schleunigst gründen.

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