Angst vor der Ungleichheit
Starten wir alle als unbeschriebene Blätter ins Leben? Es sieht nicht so aus. Aber trotzdem hält sich diese Illusion hartnäckig, vor allem aus Angst um die Grundlagen unserer Moral. Aber unsere Moral hängt nicht ab von Erkenntnissen der Genetik. Lies mehr …
Atheismus ist irrelevant
Wenn uns der Papst heimsucht, werden wir wieder von überall her hören, dass der Atheismus zu den schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte geführt habe. Verübt von den großen atheistischen Regimen des 20. Jahrhunderts, seien sie allesamt Exzesse der Gottlosigkeit gewesen. Mit diesem Vorwurf eröffnete der Papst im letzten Jahr seinen Besuch in Großbritannien, und auch dieses Jahr wird der Vorwurf kommen, so sicher wie … ja, wie der Papst nach Deutschland. Lies mehr …
Kein Beifall für Ratzinger!
Muster für einen offenen Brief an Ihren Abgeordneten im Deutschen Bundestag
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter,
Am 22. September 2011 wird Papst Benedikt XVI. alias Joseph Ratzinger vor dem Deutschen Bundestag reden. Er gilt als religiöser Führer und als Staatsoberhaupt. Wenn er als religiöser Führer spricht, stellt sich die Frage: Wann lädt der Deutsche Bundestag Ayatollah Khamenei ein? Wenn er als Staatsoberhaupt spricht, so spricht er als Oberhaupt eines der beiden Staaten, welche die Europäische Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert haben, nämlich Vatikan und Weißrußland. So stellt sich also die Frage: Wann lädt der Deutsche Bundestag Alexander Lukaschenko ein?
Vatikan fordert sein Menschenrecht auf Diskriminierung
Ein kleines Meisterstück in Rhetorik hat der Erzbischof Silvano M. Tomasi abgeliefert, seines Zeichens Ständiger Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf. Es geht in der 16. Sitzung des Menschenrechtsrats – Allgemeine Aussprache Genf, am 22. März 2011, um “sexuelle Orientierung”. Lies mehr …
Menschenrechte auf orthodox
Auch die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROK) hat Probleme mit den Menschenrechten. (Aktuell eine dazu sehr passende Meldung bei Kath.net; via Brightsblog.) Im Rahmen eines ökumenischen Schlagabtauschs mit Evangelischen Kirchen sprechen die Autoren hier von der „Ambivalenz der Menschenrechte“. (Ökumenischer Dialog. Der geht im Übrigen etwa so: “Wollen wir zusammen Abend essen?” “Ne Du, heute können wir leider nicht.” “Schade. Na macht nix, sagt einfach einen Termin, an dem Ihr könnt.” “Äh, ja, schaun wir mal schnell in den Kirchenkalender … Ah, ja, jetzt hab ich was: Wie wär’s mit Niemals?! Würde Niemals bei Euch passen?!”)
Ambivalenz der Menschenrechte? Das klingt zwar nicht ganz so martialisch wie die katholische Kriegserklärung, über die ich kürzlich schrieb, aber es geht in dieselbe Richtung. Der Text salbadert mit den üblichen theologischen Phrasen von Gnade Gottes, Sündhaftigkeit und Würde durch Gottesebenbildlichkeit und ist im Ganzen eher unleserlich für theologisch Uninteressierte wie mich, aber er enthält einige rhetorische Fragen zu eben dieser „Ambivalenz der Menschenrechte“. Rhetorisch sind sie, weil die ROK-Autoren keinen Zweifel daran lassen, welcher Antwort sie zuneigen. Man könnte diese Fragen aber auch ernsthaft diskutieren, und das soll im Folgenden ansatzweise geschehen. Nach jeder Frage der ROK-Autoren füge ich zunächst eine Grafik ein. Scrollen Sie nicht zu schnell runter, dann können Sie die Fragen wie in einem Quiz zunächst selbst beantworten:



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