Sollten wir für unsere Überzeugungen sterben?
Im letzten April wurden UN-Mitarbeiter im nordafghanischen Masar-i-Sharif abgeschlachtet. Nur ein Russe kam mit dem Leben davon, weil er das islamische Glaubensbekenntnis mit der MG an der Schläfe herbeten konnte: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“. Auf Facebook war der treffende Kommentar zu lesen, wir sollten unseren Kindern diesen Satz einschärfen. Er kann über Leben und Tod entscheiden. Aber sollten unsere Kinder diesen Satz aufsagen, nur um sich vor religiösen Amokläufern zu retten? Wer selbst Kinder hat, wird diese Frage wohl nicht mal verstehen … es sei denn, er ist religiös.
Arabische Stimmen der Vernunft
Natürlich gibt es sie. Aber man hört sie selten. Das liegt vor allem daran, dass Menschen wie diese Helden ihr Leben riskieren, wenn sie sich frei äußern. (Erinnern wir uns an ein Beispiel dafür, was im Gegensatz dazu alles im islamisch dominierten Kulturkreis frei geäußert werden darf. ) Lies mehr …
1000 Jahre Dornröschenschlaf der Forschung
„Wo warst Du denn letzte Woche?“ – „Tut mir leid, aber ich hatte Krebs. Musste zur Nanotherapie.“
Ein Dialog aus der Zukunft. Science Fiction, sicher. Aber wenn wir die Fortschrittskurve der wissenschaftlichen Medizin weiterzeichnen, dann ist dieses Szenario nicht so unwahrscheinlich, wie wir vielleicht denken. Seit Beginn der wissenschaftlichen Medizin jagt ein zu jedem früheren Zeitpunkt unglaublicher Fortschritt den nächsten. Warum sollte es in der Zukunft anders sein? Was könnte den Zug des Fortschritts aufhalten? Lies mehr …
Menschenrechte auf orthodox
Auch die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROK) hat Probleme mit den Menschenrechten. (Aktuell eine dazu sehr passende Meldung bei Kath.net; via Brightsblog.) Im Rahmen eines ökumenischen Schlagabtauschs mit Evangelischen Kirchen sprechen die Autoren hier von der „Ambivalenz der Menschenrechte“. (Ökumenischer Dialog. Der geht im Übrigen etwa so: “Wollen wir zusammen Abend essen?” “Ne Du, heute können wir leider nicht.” “Schade. Na macht nix, sagt einfach einen Termin, an dem Ihr könnt.” “Äh, ja, schaun wir mal schnell in den Kirchenkalender … Ah, ja, jetzt hab ich was: Wie wär’s mit Niemals?! Würde Niemals bei Euch passen?!”)
Ambivalenz der Menschenrechte? Das klingt zwar nicht ganz so martialisch wie die katholische Kriegserklärung, über die ich kürzlich schrieb, aber es geht in dieselbe Richtung. Der Text salbadert mit den üblichen theologischen Phrasen von Gnade Gottes, Sündhaftigkeit und Würde durch Gottesebenbildlichkeit und ist im Ganzen eher unleserlich für theologisch Uninteressierte wie mich, aber er enthält einige rhetorische Fragen zu eben dieser „Ambivalenz der Menschenrechte“. Rhetorisch sind sie, weil die ROK-Autoren keinen Zweifel daran lassen, welcher Antwort sie zuneigen. Man könnte diese Fragen aber auch ernsthaft diskutieren, und das soll im Folgenden ansatzweise geschehen. Nach jeder Frage der ROK-Autoren füge ich zunächst eine Grafik ein. Scrollen Sie nicht zu schnell runter, dann können Sie die Fragen wie in einem Quiz zunächst selbst beantworten:
Krieg den Menschenrechten
Der Text, um den es in diesem Posting geht, erschien mir wundersamerweise als Dokument vom Oktober 2007 aus den Tiefen Facebooks, und belegt auf kaum zu überbietende Art und Weise die These, dass sich die Religion, hier namentlich der Katholizismus, mit der Moderne und insbesondere mit dem ethischen Ausdruck der Moderne, den Menschenrechten, nicht verträgt. Der Artikel von “Herzog von Oldenburg” findet starke Worte und atmet den Geist des Antimodernisteneids. Mag sein, dass er satirisch gemeint war (ich glaube es nicht), aber mit der Übernahme durch die garantiert satirefreie Website Kath.net hat dieser Standpunkt die höheren Weihen erhalten.


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