Ein Bumerang namens Shakespeare
Wussten Sie schon, dass die Erwähnung von Shakespeare nicht nur das Herz von Anglisten oder Theaterfans höher schlagen lässt? Wenn Skeptiker „Shakespeare“ sagen, rollen sie oft mit den Augen, seufzen tief und wirken ähnlich entmutigt wie Sisyphus, dem gerade wieder der Stein den Berg runtergekullert ist. Denn Shakespeare war nicht nur der größte Dichter aller Zeiten, sondern steht auch als Kurzform für ein besonderes Argument, das der Kritik von Ignoranz, Engstirnigkeit und Größenwahn dienen soll. Es ist jedoch ein rhetorischer Bumerang, denn obwohl die Behauptung, die gemacht wird, völlig richtig ist, hat es die besondere Eigenschaft, dass derjenige, der es vorbringt, sich damit selbst als genau das entlarvt, nämlich als ignorant, engstirnig und größenwahnsinnig.
Family Values: Weißwein in der Sonne
Es ist wieder Advent, und vielerorts brennt das erste Lichtlein. Und jedes Jahr wieder fragen sich viele Ungläubige, wie sie eigentlich zu diesem Fest stehen und was sie damit anfangen sollen. Dieses Weihnachtslied von Tim Minchin hat seinen eigenen kleinen und Publicity fördernden Skandal gehabt, auf den ich hier nicht nochmal eingehen möchte. Der australische Künstler Tim Minchin ist eine hierzulande eher unbekannte Ikone der skeptischen Popkultur, und sein Song drückt dieses ambivalente Gefühl gegenüber Weihnachten perfekt aus.
Aber er tut noch mehr: Er reklamiert die sogenannten Family Values für uns Ungläubige zurück. Denn Familie ist viel zu wichtig, als dass man sie der religiösen Rechten überlassen dürfte.


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