Wie unwahrscheinlich sind Sie?

Der Stapel der Vorfahren, aus: Richard Dawkins, The Magic of Reality (Grafik: Dave McKean)

Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie existieren? Nicht etwa jemand wie Sie, etwa eine mögliche Schwester von Ihnen, sondern Sie, mit der einzigartigen genetischen Ausstattung, die Sie unverwechselbar macht? Die Wahrscheinlichkeit ist astronomisch gering, und das ist noch untertrieben.

Die folgende Grafik von visually (?!) visualisiert einen Versuch von Ali Binazir, diese Wahrscheinlichkeit – oder besser Unwahrscheinlichkeit – Ihrer Existenz zu schätzen. Dabei geht er in der Zeit rückwärts. Je weiter der Zeitpunkt in der Vergangenheit liegt, desto unwahrscheinlicher werden Sie. Binazir geht zurück bis zum Zeitpunkt t0 der Entstehung des Lebens. Diese Unwahrscheinlichkeit  potenziert sich letztendlich auf 1/102.685.000. Zum Vergleich: Die Anzahl der Atome im uns bekannten Universum wird auf 1080 geschätzt.

Natürlich kürzt sich jede Besonderheit, die wir aus dieser Unwahrscheinlichkeit für uns vielleicht ableiten möchten, im Alltag raus, denn jeder Einzelne der 7 Milliarden Menschen auf der Welt ist gleich unwahrscheinlich. Aber es geht hier nicht um unser Verhältnis zu den ebenfalls tatsächlich existierenden Menschen, sondern zu den bloß potentiellen, aber nicht aktualisierten Wesen. Denn die Tatsache, dass 7 Milliarden in einer Lotterie von Googolschen Ausmaßen das große Los der Existenz gezogen haben, bedeutet umgekehrt, dass für jeden von uns eine giganteske Zahl von Nieten gezogen wurden, beziehungsweise eben nicht gezogen wurden. Wir stehen an der Stelle, die auch eine unvorstellbare Anzahl anderer Wesen hätte einnehmen können. (Ich schreibe „Wesen“, weil damit auch alle nicht aktualisierten Spezies gemeint sind, die sich an Stelle von uns Menschen hätten entwickeln können.) Wir sind einzigartige aktualisierte Spitzen eines Eisgebirges von bloß potentiellen Wesen, deren Existenz mit uns unmöglich geworden ist.

Wenn wir mit Binazir ein Wunder als Ereignis definieren, das so unwahrscheinlich ist, dass es praktisch unmöglich erscheint, dann ist unsere – je eigene – Existenz ein Wunder. Aus einer solchen Vorstellung kann ein Gefühl der Verantwortung für das eigene Leben entstehen. Und wenn wir uns klarmachen, dass jeder Einzelne eine solche Eisgebirgsspitze ist, auch für das Leben der anderen.

„Nun geh hin und fühle Dich und handle wie das Wunder, das Du bist.“

Siehe auch zum Thema:

(Grafik verlinkt auf visual.ly, dort zum Vergrößern anklicken)


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Harald Stücker

3 responses to “Wie unwahrscheinlich sind Sie?”

  1. Harter Denker says :

    Was ein Bullshit.

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