Eminenzen und Exzellenzen: Eine schwule Bittschrift

Mit ungläubigem Staunen habe ich den offenen Brief des schwulen Bruno Gmünder Verlags an die Deutsche Bischofskonferenz gelesen:

Eminenzen und Exzellenzen; sehr geehrte Herren der Deutschen Bischofskonferenz,

wie Sie vielleicht mitbekommen haben, hat der Bruno Gmünder Verlag vor einigen Tagen 15.000 Euro Belohnung für Informationen über die Macher des sogenannten katholischen Nachrichten-Portals kreuz.net ausgesetzt. Anlass war die gegen alle Regeln der Menschlichkeit und zahlreiche Gesetze der Bundesrepublik verstoßende, perfide Bloßstellung Dirk Bachs kurz nach seinem Tod.

Der Zuspruch zu der dadurch entstandenen Kampagne STOPPT KREUZ.NET war immens. Schnell haben wir auch von vielen engagierten Christen beider Kirchen, besonders aber natürlich der katholischen, zahlreiche solidarische Zuschriften bekommen – Sehr häufig verbunden mit der Bemerkung: „Eigentlich tun Sie das, was zuerst Aufgabe unserer Kirche wäre. Die Rufschädigung, die die katholische Kirche durch ein solches Hass-Portal erleidet ist immens!“ Vom einfachen Gläubigen bis hin zu den Klerikern hören wir immer wieder, dass sich viele Menschen von der katholischen Kirche abwenden, weil sie vermuten, dass es eine heimliche Zustimmung der katholischen Kirche zu den auf kreuz.net proagierten Inhalten gibt. Offensichtlich sind die bisher erfolgten Distanzierungen durch den Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz vielen Gläubigen nicht genug. Sie wollen Taten sehen – denn „an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,16)

In diesem Sinne möchten wir Sie einladen, unser Anliegen zu unterstützen. Eine eindrucksvolle Möglichkeit wäre, die angesetzte Belohnung so zu erhöhen, dass die Macher dieser Seite ausfindig gemacht und der Staatsanwaltschaft übergeben werden können. Aber auch über andere eindeutige Signale der Unterstützung des Kampfes gegen kreuz.net würden wir uns freuen. Das Zeichen, dass Sie durch eine solche Geste setzen würden, wäre unübersehbar. Es würde die vielerorts schon verloren gegangene Glaubwürdigkeit wiederherstellen, dass man wirklich allen Menschen mit „Takt und Respekt“ begegnen und sich gegen jede ungerechte Diskriminierung wenden möchte!

Da auch die Verärgerung darüber groß ist, dass der Vatikan in der Sache anscheinend tatenlos bleibt, schicken wir eine Kopie dieses Schreibens auch an Papst Benedikt XVI.

Tino Henn Michael Taubenheim Nik Reis

Foto: Fra Želimir Gogić @ http://www.bosnasrebrena.ba CC by-sa 3.0

Es sind vor allem zwei Dinge, die mich an diesem Brief stören.

Erstens die Tatsache, dass ein schwuler Verlag eine katholische Behörde um Hilfe im Kampf gegen katholische Hardliner bittet, sich dabei tief verbeugt und devot den Ring küsst. „Eminenzen und Exzellenzen; sehr geehrte Herren der Deutschen Bischofskonferenz“. Die korrekte Anrede von Unbekannt lautet im Deutschen „Sehr geehrte Damen und Herren“. Warum muss denn schon in der Anrede Speichel geleckt, und warum muss denn schon durch das Weglassen der „Damen“ in der Anrede die Frauenverachtung der Exzellenzen abgesegnet werden? Aber die Schreiber wollen die Eminenzen ja für sich einnehmen, damit diese ihr Kopfgeld aufstocken. Da darf dann auch das Bibelzitat nicht fehlen. „Wir sind zwar schwul, aber wir können auch katholisch.“ Schwule, die sich vor ihren Feinden in den Staub werfen, weil sie von vermeintlich schlimmeren Feinden beleidigt wurden, bedienen höchstselbst das Klischee der weinerlichen Tunte.

Und das zweite, was mich stört, ist grundlegender, es ist die Intention hinter der ganzen Aktion: Kreuz.net soll das Handwerk gelegt werden, sie sollen zum Schweigen gebracht werden. Dieser Schuss kann aber für Homosexuelle nur nach hinten losgehen. Denn es kann keine Gleichberechtigung für Homosexuelle ohne Meinungsfreiheit geben. Die muss dann aber eben auch für kreuz.net gelten.

Rowan „Mr. Bean“ Atkinson führt gerade den entgegengesetzten Kampf. Er kämpft für das Recht darauf, zu beleidigen. Sein Kampf ist mir sympathischer, vor allem aber bin ich überzeugt, dass er zielführender ist, wenn wir wirklich die offene Gesellschaft erhalten wollen. Und dass Homosexuelle ein vitales Interesse an einer möglichst offenen Gesellschaft haben, ist wohl offensichtlich.

Rowan Atkinson trifft den Kern der Sache ziemlich genau, wenn er sagt, dass „die Freiheit zur Harmlosigkeit überhaupt keine Freiheit ist (The freedom to be inoffensive is no freedom at all).“ (Min. 7:09)

Außerdem: Das Kopfgeld. Mit dem Kopfgeld weckt der Verlag Assoziationen an das Vorgehen der Ayatollahs gegen Salman Rushdie. Er belohnt damit das Denunziantentum und schlägt sich auf die falsche Seite. Das Kopfgeld passt gut zu dem unterwürfigen Brief an die Bischöfe, verfängt vielleicht sogar bei ihnen, eben weil es auch ihre Idee hätte sein können. Aber es ist ein vollkommen unsouveräner und kontraproduktiver Umgang mit der Tatsache, dass es Menschen gibt, die Schwule einfach hassen. Deren Motivation ist in den allermeisten Fällen religiös. Vielleicht denken die Aktivisten, ein Ergreifen der Hintermänner von kreuz.net würde ein Problem lösen. Aber kreuz.net ist nicht das Problem, es ist nur ein Symptom des Problems. Das Problem ist der religiös begründete Hass auf Homosexuelle.

Es ist orthodoxe katholische Position, dass Homosexualität pervers und sündhaft ist. Der Einfluss dieser Position ist von großer Wirkungsmacht. Er ist für Homosexuelle eine Katastrophe. Warum also macht sich ein schwuler Verlag Sorgen, wenn die katholische Kirche durch ihre fehlende Distanzierung zu kreuz.net geschwächt wird? Etwas Besseres kann für die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexuellen (und für uns alle, im Übrigen) doch gar nicht passieren, als dass die gesellschaftliche Kraft, die in erster Linie und ganz offen gegen diese Akzeptanz kämpft, selber an Akzeptanz verliert!

Nur weil kreuz.net das härtere Sprachregister pflegt, sind sie noch lange nicht der schlimmere Feind der Schwulen. Wie schlimm ein Feind ist, hängt von seiner Macht ab, nicht von seiner Rhetorik. Der schlimmste Feind für Homosexuelle ist der Islam. In islamischen Theokratien hängen Schwule zur Abschreckung an Baukränen. Danach kommt aber schon ziemlich bald die Katholische Kirche, die hierzulande zwar weichgespült wirkt, die aber zu der dramatischen Lynchjustiz an Homosexuellen in Uganda – zu 85% christlich und zu 42% katholisch – diskret schweigt. Sie hassen Schwule vielleicht diskreter, aber sie hassen sie.

Inzwischen meldete der Verlag starke Hinweise darauf, „dass kreuz.net tatsächlich von Personen aus dem kirchlichen Dienst betrieben werden soll. Darunter sogar auch solche aus höchsten Kirchenkreisen.“

Vielleicht ist auch deshalb die Bittschrift ohne Antwort geblieben. Schade. So können wir nur spekulieren: Was würde wohl ein katholischer Bischof antworten?

Sehr geehrte Damen und Herren,

haben Sie vielen Dank für Ihr Bittschreiben. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihrer Bitte nicht entsprechen können. Wir geben gern zu, dass unsere intensiv gläubigen Kollegen von kreuz.net manchmal etwas über die Stränge schlagen. Und wir danken Ihnen für den Hinweis, dass uns dies schaden könnte. Das wollen wir natürlich nicht, denn wir brauchen unsere moralische Autorität, um vor allem gegen Leute wie Sie effektiver vorgehen zu können.

Denn schauen Sie, Ihre Art der Sexualität ist eine sündige Perversion, eine Abartigkeit vor dem Herrn. Wir distanzieren uns mit aller Entschiedenheit vom Stil, den kreuz.net pflegt. Wir würden uns niemals erlauben, Leute wie Sie „Kotstecher“ zu nennen, aber in der Sache können wir daran nichts falsch finden.

Wir würden Ihnen gern Ihre Sünden vergeben, aber Sie müssten das Sündigen auch schon sein lassen. Aber vielleicht sind Sie ja schon auf dem richtigen Weg. Immerhin erkennen Sie unseren exzellenten und eminenten Status an. (Leider tun das nur noch wenige Menschen.) Auch dass Sie die Bibel zitieren, lässt für Ihre armen Seelen hoffen. Wir glauben daher auch, dass Sie wissen, was die Bibel über Ihre abgrundtiefe Verderbtheit zu sagen hat.

Wir bieten Ihnen an, ein Keuschheitsgelübde abzulegen und eine Therapie zu versuchen, gern auch in einer unserer Einrichtungen. Einige unserer Ärzte berichten über gute Erfahrungen mit Homöopathie. Denn die Wege des Herrn sind unerforscht.

(Nicht wirklich) Hochachtungsvoll,

Ihre Eminenzen und Exzellenzen

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About Harald Stücker

Harald Stücker

11 responses to “Eminenzen und Exzellenzen: Eine schwule Bittschrift”

  1. xomhill says :

    Wieder einmal wunderbar aufgespießt, Herr Stücker.

    Es gibt jedoch, das ist Ihnen ja nun nicht fremd, das immer gleiche Problem:

    Die, die es lesen sollten, lesen es nicht. Lesen sie es doch, verstehen sie es nicht. Verstehen sie es doch, akzeptieren sie es nicht. Akzeptieren sie es doch, hätten sie es nicht erst lesen müssen.

    Im Ernst: ich freue mich auf jeden neuen Artikel von Ihnen und: steter Tropfen höhlt den Stein.

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    • Harald Stücker says :

      Vielen Dank, xomhill, für die netten Worte.
      Ich glaube aber, ich bin da optimistischer. Wer das alles liest, versteht oder akzeptiert, kann ich natürlich nicht wissen, es sei denn, es kommt Feedback. Aber die Wege des Internets sind tatsächlich unerforscht, und ich bin ziemlich sicher, dass viele dies lesen, die vorher noch nicht bemerkt haben, wie … merkwürdig ein schwuler Bittbrief an die Kirche doch eigentlich ist. Und mehr kann ich ja gar nicht erreichen wollen :)

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  2. Der Leser mit der Googlemail-Adresse says :

    Hier ist die offizielle Position der katholischen Kirche zum Thema Homosexualität, nachzulesen im Katechismus der katholischen Kirche:

    http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P8B.HTM

    Die Aussage oben gemachte Aussage „Es ist orthodoxe katholische Position, dass Homosexualität pervers und sündhaft ist.“ ist falsch.

    2357 Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet [Vgl. Gen 19, 1-29; Röm 1,24-27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10.], hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, „daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind“ (CDF, Erkl. „Persona humana“ 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.

    2358 Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Veranlagung erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.

    2359 Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft -‚ durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.

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    • Harald Stücker says :

      Dazu zitiere ich gern die Kritik von Kreuz.net an Kardinal Woelkis Position:

      Kardinal Woelki antwortet mit einer selektiven und irreführenden Zitierung des ‘Katechismus der Katholischen Kirche’.

      Über Homo-Gestörte werde dort gesagt: „Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen.“

      Er folgerte daraus: „Wenn ich das ernst nehme, darf ich in homosexuellen Beziehungen nicht ausschließlich den »Verstoß gegen das natürliche Gesetz« sehen, wie es der Katechismus formuliert.“

      Das ist eine völlige Entstellung dessen, was der Katechismus in den Nummern 2357 bis 2358 über die Homo-Entartung sagt.

      Denn der Katechismus bezeichnet die Homo-Unzucht als „schlimme Abirrung“, die „in sich nicht in Ordnung ist“ und „gegen das natürliche Gesetz“ verstößt.

      Und: „Sie ist in keinem Fall zu billigen.“

      Und daher möchte ich dem Leser mit der Googlemail-Adresse für diesen Link danken. Ich habe ihn jetzt oben im Text hinter den vom Leser mit der Googlemail-Adresse für falsch gehaltenen Satz gelegt, weil dieser Link den Satz nämlich ganz im Gegenteil bestätigt. Wahrscheinlich bezieht sich der Leser mit der Googlemail-Adresse auf das Sich-Hüten-Sollen, Homosexuelle „ungerecht zurückzusetzen“. Dazu möchte ich folgendes sagen:

      Die katholische Sexualmoral ist eine durch und durch perverse und irrsinnige Position. Man lese nur einmal die Passagen zur Keuschheit, mit denen die verlinkte Textstelle beginnt. Ralf König zitiert in seinem neuen Buch „Elftausend Jungfrauen“ G.R. Taylor:

      „Es ist kaum übertrieben, wenn man behauptet, dass das mittelalterliche Europa einem großen Irrenhaus glich.“

      Ja, und es war ein katholisches Irrenhaus, das Ralf König in seinem Buch sehr lustig illustriert. Aber es war nicht lustig. Und es ist immer noch nicht lustig.

      Was die katholischen Hüter der Sexualmoral sich hier den Homosexuellen gegenüber leisten, ist eine Gnade, aus Mitleid. Lesen wir auch den Satz davor: „Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen.“ Mitleid. Takt. Vor allem aber: „ungerecht“. In diesem „ungerecht“ steckt die gesamte perverse Perfidie der katholischen Position. Denn „ungerecht“ ist es, einen Homosexuellen „zurückzusetzen“, wenn er dem Aufruf zur Keuschheit Folge leistet: „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen.“ Wenn er das nicht tut, wenn er die verkommene Unverfrorenheit besitzen sollte, seine Sexualität leben zu wollen, dann ist seine Diskriminierung nicht mehr „ungerecht“, dann ist sie gerechtfertigt.

      Ich habe für Menschen, die es fertigbringen, Schwule und Lesben zu diffamieren, und gleichzeitig die Strafverfolgung von Kindervergewaltigern zu vereiteln, nichts übrig als Verachtung. Ich will sie nicht „ungerecht zurücksetzen“, aber ich möchte mit diesem Text, wie auch mit allen anderen unter dem Etikett „Katholische Kirche“, meinen bescheidenen Beitrag dazu leisten, den immer noch gewaltigen Einfluss dieser menschenfeindlichen Ausformung der Sexualverachtung zurückzudrängen. Denn dieser Einfluss ist nichts weiter als das Erbe aus dem „großen Irrenhaus“ des katholischen Mittelalters.

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  3. Der Leser mit der Googlemail-Adresse says :

    Ihr Irrtum besteht darin, nicht zwischen Homosexualität, deren Existenz die kath. Kirche als gegeben und deshalb neutral oder gar gottgewollt ansieht, und homosexuellen Handlungen, die „in sich nicht in Ordnung“ etc. sind, zu unterscheiden.

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    • Harald Stücker says :

      Tut mir leid, aber ich kann mit diesem wirren Quatsch nichts anfangen. Er interessiert mich auch nicht. Wäre die RKK keine weltumspannende Großsekte, würde er auch sonst niemanden interessieren.

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      • Der Leser mit der Googlemail-Adresse says :

        „Wirrer Quatsch“? Es geht um den Unterschied zwischen Zustand und Handlung. Was ist daran so schwer zu verstehen? Aber keine Sorge: Ich ziehe mich zurück und freue mich, dass Sie den Originaltext (Katechismus) wenigstens zur Kenntnis genommen haben. Ob Sie ihn verstanden haben oder verstehen wollen, ist eine andere Sache.

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        • Harald Stücker says :

          Ja, es ist wirrer Quatsch. Katholische Kasuistik. War vor einigen Jahrhunderten bis vor wenigen Jahrzehnten mal groß in Mode. Irgendein Quatsch ist immer in Mode. Aber dieser absurde Unsinn hat seinen Zenit überschritten.

          Ich verstehe den Unterschied zwischen sexueller Veranlagung und sexuellen Handlungen. Ich habe dazu bereits in meiner ersten Antwort Stellung genommen. Das Ansinnen, Menschen zu verbieten, ihre sexuelle Veranlagung auszuleben, obwohl sie damit niemandem schaden, nur weil es einer religiösen Ideologie widerspricht, ist menschenverachtend. Da diese Ideologie nur Scheinprobleme erzeugt, die allzu viele Menschen leider ernst nehmen, ist sie unmoralisch. Katholische Homosexuelle leben entweder keusch oder „in Sünde“ mit typisch religiösen Schuldgefühlen. Immer mehr Menschen emanzipieren sich allerdings von dem wirren Quatsch, und das ist nur zu begrüßen.

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  4. spritkopf says :

    Volle Zustimmung, insbesondere was das Kopfgeld angeht. Wenn ich sehe, dass der Bundestagsabgeordnete Volker Beck seine gesammelten Unterlagen zu kreuz.net an den Verfassungsschutz übergibt, wird mir schwummrig. Was versteht der unter Meinungsfreiheit?

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  5. Manfred says :

    Zitat: „Wie schlimm ein Feind ist, hängt von seiner Macht ab, nicht von seiner Rhetorik“

    Leider folgt oft die Eine der Anderen.
    Ohne mitreissende Rhetorik wäre (nicht nur) Hitler wohl nie an die Macht gekommen …

    Zitat: „Tut mir leid, aber ich kann mit diesem wirren Quatsch nichts anfangen“

    Ich habe mich auch bis zum Überdruss damit rumgequält. Als doppelt Betroffener: Zum einen bin ich eines jener misshandelten Heimkinder, zum anderen ist meine Mutter an den Widersprüchen, den Anforderungen und vor allem der Gnadenlosigkeit dieser Religion bzw. deren Protagonisten zerbrochen, sie starb letztlich in der Psychiatrie. Und auch ich brauchte danach jahrelange Therapie.

    Früher dachte ich mir oft, dass ein Glauben, der Menschen veranlasste z. B gigantische Kathedralen und Kirchen in jedem kleinsten Dorf zu erbauen doch nicht irren kann.

    (Aber auch andere Wahnideen bringen ja durchaus „Großes“ hervor.
    Ist eine weltweites Aufrüstung nicht auch ein gigantischer Wahn ?)
    Und (nicht nur) die Bibel ist ja voller Widersprüche, und jeder sucht das für sich (bzw. für seine Machtausübung) Passende davon heraus.

    Der für mich gravierendste, aber anscheinend kaum jemandem auffallende Widerspruch: Die biblische Forderung bescheiden zu leben („eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr…“), die nun erstens überhaupt nicht zum Prunk und Reichtum der Kirche passt, noch mehr aber die folgende Überlegung: Wer sich tatsächlich aus Überzeugung an all diese Gebote hält, der tut das doch nur zu einem Zweck, nämlich nicht in der Hölle zu landen, sondern die „Ewige Seligkeit“ zu erlangen. Was ist dagegen der „kleine Verzicht“ auf Reichtum während eines nur begrenzten irdischen Lebens ?
    Aber ist das Streben nach ewiger Seligkeit nicht um ein Vielfaches unbescheidener, massloser als das nach irdischen Reichtümern ?
    Selbst die arme Rentnerin, die von ihrer kargen Rente etwas in den Klingelbeutel wirft macht dies doch aus Egoismus. Denn es geht ihr damit doch gefühlt besser als wenn sie es nicht täte.

    Und wenn man mal überlegt, was einem „Christen“ da so alles zugemutet wird: Ein rachsüchtiger Vater lässt seinen Sohn ans Kreuz nageln um besänftigt zu werden – wie schräg ist das denn ?

    Würde man die Geschichte etwas umschreiben, so dass sie nicht als Bibeltext zu erkennen wäre würde sie wohl als „gewaltverherrlichend/jugendgefährdend“ auf dem Index landen.

    Und das Symbol dafür hängt auch noch in vielen Schulen !

    Die Jungfrauengeburt hat so stattgefunden, und die Hostie IST der Leib Christi ???

    Na, erzählen sie das mal als schwangere Mutter auf dem Sozialamt dass es keinen Vater gibt (soll ja angeblich möglich sein !). Und wäre das Abendmahl dann nicht Kannibalismus ?

    Und würde ich mich auf das Alte Testament berufen, dann müsste ich diverse Nachbarn umbringen! Straffrei ?

    Nein danke, ich habe von Religionen, gleich welcher Gattung, restlos genug !Alleine die Drohung mit den vielfältigen angeblichen „Strafen des Herrn“ ist doch schon Missbrauch (nicht nur) an einer Kinderseele – ich habe das jahrelang ertragen müssen. !

    Und falls das alles doch stimmen sollte: Hat ER mich nicht erschaffen – auch mit der Unzulänglichkeit das alles zu verstehen und zu entscheiden? Schliesslich gibt es ja noch hunderte andere Götter die das Gleiche behaupten: Nur sie seien die einzig Wahren!
    Pech, wenn man dann falsch „getippt“ hat …

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    • Harald Stücker says :

      Vielen Dank, Manfred, für den sehr persönlichen Kommentar. Ja, das Schlimme ist vor allem, dass sich die Gnadenlosigkeit und Absurdität dieses wirren Quatsches tief in die Biografie und Persönlichkeit von Menschen hineinfressen und ihr Leben vergiften können.

      Zur Frage von Macht und Rhetorik: Klar, Demagogen und Diktatoren werden zumeist gute Redner sein. Insofern hängt Macht auch von Rhetorik ab. Aber gute Rhetorik führt nicht automatisch zu mehr Macht. Im Falle von kreuz.net ist es eindeutig so, dass die Hasstiraden auf die allermeisten Leuten befremdlich und abstossend wirken. Die Presse über kreuz.net ist schlechte und peinliche Presse für die Kirche.

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