Der moderate Islam ist irrelevant

Islam ist nicht gleich Islamismus, nicht jeder Muslim ist ein Terrorist, die große Mehrheit der Muslime ist friedlich und lehnt Gewaltanwendung ab. So lauten immer wieder die Einwände, wenn der Islam kritisiert wird. „Der Islam“? „Den Islam“ gibt es natürlich auch nicht. Geschenkt. Aber was folgt daraus? 

Ein Kommentar von Nicolaus Fest in der Bildzeitung vom 27.7.2014 „Islam als Integrationshindernis“ schlägt einige Wellen, siehe hier, hier und hier. Da er – typisch für Bild-Kommentare – kurz und einfach geschrieben ist, zitiere ich ihn hier vollständig:

Ich bin ein religionsfreundlicher Atheist. Ich glaube an keinen Gott, aber Christentum, Judentum oder Buddhismus stören mich auch nicht.

Nur der Islam stört mich immer mehr. Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund. Mich stört die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle.

Mich stören Zwangsheiraten, „Friedensrichter“, „Ehrenmorde“.

Und antisemitische Pogrome stören mich mehr, als halbwegs zivilisierte Worte hergeben.

Nun frage ich mich: Ist Religion ein Integrationshindernis? Mein Eindruck: nicht immer. Aber beim Islam wohl ja. Das sollte man bei Asyl und Zuwanderung ausdrücklich berücksichtigen!

Ich brauche keinen importierten Rassismus, und wofür der Islam sonst noch steht, brauche ich auch nicht.

Was ist hier passiert? Jemand hat öffentlich kund getan, dass er den Islam nicht mag, dass ihn einige Aspekte am Islam stören. Darunter auch Aspekte, die eigentlich jeden stören müssten: Zwangsheirat, „Friedensrichter“, „Ehrenmorde“. Offensichtlich aber ist das bereits ehrenrührig, denn Volker Beck fordert eine Entschuldigung. Ja, der Volker Beck, der als bekennender Schwuler unter der Scharia wohl sehr schnell am Baukran baumeln würde. Die Antwort von Nicolaus Fest auf Twitter:

Die besten Witze schreibt das Leben eben selbst. Beck soll auch gesagt haben, dass Bild mit dem Kommentar die Glaubwürdigkeit für ihre Initiative gegen Judenhass verspiele. Das Gegenteil ist der Fall. Offenbar leugnet Beck immer noch die Tatsache, dass der Judenhass, der in den letzten Wochen auf unseren Straßen explodierte, in vorderster Front ein importierter islamistischer Judenhass ist. Dadurch, dass Fest als einer von wenigen den Finger in die Wunde legt, indem er explizit den importierten islamischen Faschismus und Judenhass anprangert, gibt er dieser Kampagne gegen Judenhass erst Profil, hebt er sie aus der seichten Entrüstungsrhetorik heraus. Es ist eine verstörende Blamage für die deutsche Presselandschaft, dass solch ein Vorgehen inzwischen Mut erfordert. Blamabel auch, dass ein derart harmloser Artikel einen Shitstorm auslöst. Aber ist der Shitstorm nicht so etwas wie die neue Währung im Journalismus?

Offensichtlich ist es inzwischen auch justiziabel, den Islam nicht zu mögen, denn schon soll eine Strafanzeige von einem SPD-Politiker unterwegs sein. Dabei ist ein Kommentar definitionsgemäß eine Meinung, und Herr Fest hat nun einmal keine gute Meinung vom Islam. Soll er sich jetzt wirklich für seine Meinung entschuldigen, gar vor Gericht verantworten müssen? Volksverhetzend sei die Äußerung dieser Meinung, heißt es. Im Ernst? Ein paar Tage, nachdem ein islamofaschistischer Mob „Juden ins Gas!“ skandierend durch deutsche Städte zog, ist ein kurzer Kommentar in der Bild, der darauf zaghaft reagiert, Volksverhetzung?

christian-wulff-der-islam-gehort-zu-deutschland

Natürlich werfen ihm alle vor, er habe nicht ausreichend differenziert. Er habe zu allgemein von „dem Islam“ geschrieben, und daher alle Muslime in einen Topf geworfen. Denn „den Islam“ gibt es ja nicht, zumindest dann nicht, wenn er kritisiert wird. Als damals der Interims-Bundespräsident sagte, „der Islam gehört zu Deutschland“, gab es diesen Protest nicht. Aber auch wenn es „den Islam“ nicht gibt, heißt das wohl kaum, dass es keinen Islam gibt. Es gibt Spielarten, Strömungen des Islam. Einige von ihnen sind in westliche freiheitliche demokratische und pluralistische Gesellschaften integrierbar, andere weniger und wieder andere gar nicht.

Im Übrigen ist es reichlich komisch, einem Kommentar in der Bild-Zeitung im Ernst mangelnde Differenzierung und Pauschalisierung vorzuwerfen. Aber es stimmt: Herr Fest hätte seinen Text auf einfache Weise entschärfen und auf breite Zustimmung hoffen können, wenn er etwas differenzierter und weniger pauschal formuliert hätte:

Ich bin ein religionsfreundlicher Atheist. Ich glaube an keinen Gott, aber Christentum, Judentum oder Buddhismus stören mich auch nicht.

Nur [einzelne Strömungen des Islam] stör[en] mich immer mehr. Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen [, die bestimmten Strömungen des Islam anhängen]. Mich stört die totschlagbereite Verachtung [einzelner Strömungen des Islam] für Frauen und Homosexuelle.

Mich stören Zwangsheiraten, „Friedensrichter“, „Ehrenmorde“.

Und antisemitische Pogrome stören mich mehr, als halbwegs zivilisierte Worte hergeben.

Nun frage ich mich: Ist Religion ein Integrationshindernis? Mein Eindruck: nicht immer. Aber [bei einzelnen Strömungen des Islam] wohl ja. Das sollte man bei Asyl und Zuwanderung ausdrücklich berücksichtigen!

Ich brauche keinen importierten Rassismus, und wofür [einzelne Strömungen des Islam] sonst noch steh[en], brauche ich auch nicht.

So würde aus einem Text, der viel Stoff für Kontroversen bietet, ein absolut unstrittiges Statement, dem wohl niemand widersprechen würde, auch der Chef von Bild nicht. Aber so hat Kai Diekmann seinen Autor Fest in einem Kommentar abgewatscht, ohne ihn namentlich zu nennen. Natürlich weist er dabei auf die „überwältigende friedliche Mehrheit“ der Muslime hin:

„Wer eine Religion pauschal ablehnt, der stellt sich gegen Millionen und Milliarden Menschen, die in überwältigender Mehrheit friedlich leben.“

Ja, wir freuen uns alle, dass Muslime „friedlich“ leben, aber ist das schon die Antwort auf die Frage nach der Integrierbarkeit? Dazu erschien vor einiger Zeit ein Videodokument, dass allen Optimisten in dieser Frage zu denken geben sollte. Es war der Auftritt eines Imams auf einer islamischen „Friedenskonferenz“ in Oslo 2013:

Zunächst fragt er die Leute im Publikum, ob sie sich als radikale oder als moderate Muslime verstehen. Niemand hält sich für radikal. Dann befragt er sie zu den Themen Geschlechtertrennung und drakonische Strafen nach der Scharia, die allgemein als brisante Themen in Bezug auf Integration gelten. Ergebnis seiner Demonstration: Die große Mehrheit der anwesenden Muslime vertritt Standpunkte, die allgemein den Radikalen zugeschrieben werden. Es gibt keine moderaten Muslime.

Auch wenn diese Demonstration eindrucksvoll ist, muss der Imam nicht unbedingt Recht haben. Es kann genauso gut sein, dass nur bereits radikalisierte Muslime, die sich selbst für moderat halten, an dieser Konferenz teilnehmen. Unbestreitbar gibt es viele Muslime, die Geschlechtertrennung und die Scharia ablehnen, vielleicht stellen sie sogar eine große Mehrheit. Es würde uns allen helfen, sie zu erkennen und anzuerkennen, würden sie sich öfter zu Wort melden, würden sie gegen islamistischen Terror, gegen ISIS, gegen Boko Haram, gegen Hamas demonstrieren. Wenn sie das nicht tun, sind sie irrelevant.

brigitte_gabriel

Das war die Quintessenz einer kurzen, aber fulminanten Rede der US-amerikanischen islamkritischen Journalistin Brigitte Gabriel. Sie antwortete bei einer Podiumsdiskussion auf die Frage, warum sie die große Mehrheit der friedlichen Muslime ignoriere: Die große, überwältigende Mehrheit der friedliebenden Menschen – nicht nur der Muslime – sei irrelevant. Es seien immer nur die Radikalen, die terrorisieren, morden und massakrieren.

Es gibt heute weltweit 1,2 Milliarden Muslime. Natürlich sind nicht alle von ihnen radikal. Die Mehrheit sind friedliche Menschen. Die Radikalen werden auf 15-25% geschätzt, gemäß allen Geheimdiensten auf der ganzen Welt. Das bedeutet, dass 75% der Muslime friedliche Menschen sind.

Aber wenn Sie sich die 15-25% der muslimischen Bevölkerung der Welt anschauen, dann schauen Sie auf 180 Millionen bis zu 300 Millionen Menschen, die sich der Zerstörung der westlichen Zivilisation verschrieben haben. Das sind so viele wie die Bevölkerung der USA.

Warum also sollten wir uns Sorgen machen über die radikalen 15-25%? Weil es die Radikalen sind, die töten. Weil es die Radikalen sind, die Köpfe abschlagen und massakrieren.

Wenn Sie sich die Geschichte anschauen, die Lektionen der Geschichte, dann waren die meisten Deutschen friedlich. Aber die Nazis gaben den Ton an. Und im Ergebnis starben 60 Millionen Menschen, beinahe 14 Millionen in Konzentrationslagern. 6 Millionen waren Juden. Die friedliche Mehrheit war irrelevant.

Wenn Sie nach Russland schauen, waren die meisten Russen auch friedlich. Aber die Russen waren in der Lage, 20 Millionen Menschen zu töten. Die friedliche Mehrheit war irrelevant.

Wenn Sie nach China schauen, waren die meisten Chinesen auch friedlich. Aber die Chinesen waren in der Lage, 70 Millionen Menschen zu töten. Die friedliche Mehrheit war irrelevant.

Wenn Sie nach Japan vor dem 2. Weltkrieg schauen, waren auch die meisten Japaner friedliche Leute. Und dennoch war Japan in der Lage, sich seinen Weg durch Südostasien zu schlachten und dabei 12 Millionen Menschen zu töten, meist mit Bajonetten und Schaufeln. Die friedliche Mehrheit war irrelevant.

Am 11. September in den Vereinigten Staaten hatten wir 2,3 Millionen arabische Muslime in den Vereinigten Staaten. Es bedurfte nur 19 Entführer, 19 Radikaler, um Amerika in die Knie zu zwingen, das World Trade Center zu zerstören, das Pentagon anzugreifen und fast 3000 Amerikaner an diesem Tag zu töten. Die friedliche Mehrheit war irrelevant.

Schön also, dass wir vernünftig über moderate und friedliche Muslime reden können, und schön, dass Sie hier sind. Aber wo sind all die anderen, die sich zu Wort melden? […]

Es ist an der Zeit, dass wir die politische Korrektheit in den Mülleimer werfen, wo sie hingehört.


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Harald Stücker

30 responses to “Der moderate Islam ist irrelevant”

  1. user unknown says :

    würden sie gegen islamistischen Terror, gegen ISIS, gegen Boko Haram, gegen Hamas demonstrieren.

    Das ist ja eine Forderung gegenüber einer Gruppe, die generell nicht demonstriert, auch etwas seltsam als Forderung – so als hätte jemand die Pflicht zu demonstrieren.

    In den 70ern und 80ern wurde sehr viel von Friedens- und Anti-AKW-Bewegung demonstriert, und die CDU/CSU forderte auch, man möge doch dann auch gegen den russischen Einmarsch in Afghanistan demonstrieren. Allerdings demonstrierten CDU/CSU selbst nie in erwähnenswertem Ausmaß dagegen.

    Wieso soll ich als Bürger der BRD gegen etwas demonstrieren, was meine Obrigkeit schon von sich aus vertritt? Wann haben Sie gegen radikalen Islamismus demonstriert? Wieso sollten gemäßigte Moslems die sonst auch nie demonstrieren gegen radikale demonstrieren? Genügt es nicht, nicht mit diesen zu demonstrieren?

    Außerdem sind die meisten Einwanderer, die Moslems sind, ziemlich ungebildet und auch sonst nicht im Geschäft politischer Meinungen vertreten. Sie haben nicht die Medien und kommen darin kaum vor. Entsprechend selten melden sie sich zu Wort.

    Ich halte die Bedenken nicht generell für unbegründet, aber ich finde es noch schwieriger Schlussfolgerungen zu ziehen.

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    • ropow says :

      Ah – jetzt verstehe ich endlich, warum ich keine muslimischen Demonstranten mit Plakaten wie „ISIS mordet und die Welt schaut zu“ oder „Holocaust in Syrien und Irak. Schau nicht weg!“ gesehen habe – weil die Obrigkeit der muslimischen Bürger der BRD diese Ansichten schon von sich aus vertritt. Eine wirklich originelles Argument.

      Aber Kai Diekmann schlägt Sie noch um Längen. Auf sein Argument „Wer eine Religion pauschal ablehnt…“ hätte Goebbels kommen sollen:

      „Wer den Nationalsozialismus pauschal ablehnt, der stellt sich gegen Millionen Menschen, die in Deutschland in überwältigender Mehrheit friedlich leben.“

      Eigentlich sollte aber sogar im Gehirn eines BILD-Redakteurs ein Plätzchen für die Erkenntnis vorhanden sein, dass Ideologien, die einer Minderheit gestatten, Menschen in Gaskammern umzubringen oder ihnen den Kopf abzusäbeln – und sich dabei auch noch im Recht zu fühlen, abgelehnt werden müssen, einerlei wie groß das Schweigen der „friedlichen Mehrheit“ dazu auch ist.

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      • user unknown says :

        Nein, das ist überhaupt kein originelles Argument. Wenn der Staat die Meinung vertritt, er will mehr AKWs bauen, und als Bürger bin ich dagegen, dann demonstriere ich, in der Hoffnung dass wir viele sind, und der Staat sich von der großen Zahl beeindruckt zeigt; dass die Öffentlichkeit sieht, es gibt Protest, die Argumente kennenlernt und sich dem Protest zum Teil anschließt.

        Was ich nie erlebt habe, das war, dass es innerhalb etwa der Grünen eine Minderheit gegeben hätte, und diese wäre gegen die Mehrheit der Grünen oder gegen die Parteiführung auf die Straße gegangen. Auf der Straße demonstriert man gegen die Regierung, gegen Kanzler, evtl. Landesminister oder Bürgermeister.

        Es gibt auch keine Demos gegen Putin in Deutschland, weil Putin hier nix zu sagen hat. Gegen Obama und dessen Vorgänger schon, weil wir in der Nato sind, und die USA als Führungsmacht der Nato uns übergeordnet sind.

        Radikale Islamisten sind aber nicht die Obrigkeit gemäßigter Moslems. Ein gemäßigter Moslem wird sich am Kopf kratzen über die Meinung der Radikalen, vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber wieso sollte er demonstrieren? Um beim nichtmoslemischen Teil der Bevölkerung als braver Pudel Punkte zu sammeln?

        Aufmerksamkeit genießen die Radikalen ohnehin genug.

        In den 70ern hat auch niemand gegen die RAF demonstriert – wieso nicht? Allenfalls wären Demos für die Todesstrafe und gegen Schmitt möglich gewesen.

        Daneben gibt es einen weiteren Grund: Der Konservative demonstriert generell ungern. Es gab in der Rot-Grün-Ära keine Pro-AKW-Demos, weil der konservative Typ nicht gern demonstriert. Er ist oft obrikkeitstreu, möchte nicht auffallen und lebt angepasst, und der angepasste Moslem tickt ähnlich – auch er will keinen Ärger mit der Polizei, hat wichtigeres zu tun und delegiert gern die Verantwortung. Er ist ja nicht radikal, also hat er sich auch nichts vorzuwerfen.

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        • Martin says :

          Hmmm… und Demos gegen die NPD bzw. gegen rechts richten sich demnach also gegen die Regierung bzw. gegen die machtausübende Mehrheit und nicht gegen eine radikale Minderheit, mit der die meisten Deutschen nichts zu tun haben?

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          • user unknown says :

            Ein gutes Argument, aber sehen Sie sich an welche Teilnehmerzahlen diese Demos haben (gering) und welches pol. Spektrum da meist demonstrier t(das extreme Linke). In der Tat wird hier fast immer gegen die Regierung protestiert, zu wenig gegen die NPD zu tun und die Absicht ist meist die NPD-Demo zu blockieren.

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            • Martin says :

              Das greift meines Erachtens viel zu kurz.
              Tatsächlich könnten (Groß-) Demonstrationen von Muslimen, die sich tatsächlich mal gegen die eigene Religion, deren „Authoritäten“ und Machthaber, richten würden, vielleicht große positive Wirkung haben.

              Für vorwiegend in Schamkulturen sozialisierte Menschen ist die öffentliche Anerkennung und Aussenwirkung enorm wichtig.
              Wirklich klare, massive und deutlich öffentlich dargestellte Ablehnung, vielleicht sogar Verachtung, für konservative/fundamentalistische Muslime, durch die (angeblich ja Masse der ) moderaten Muslime, dürfte so Einige davon weg bringen.

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              • user unknown says :

                Wieso sollte das die radikalen Moslems beeinflussen? Wieso sind dafür moderarte Moslems nötig, und nicht auch Christen oder Atheisten?

                Hier: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3845180/Irak_Der-Krieg-der-Islamisten-gegen-moderate-Moslems kann man nachlesen, was radikale Moslems mit moderaten machen – meinst Du die wüsssten nicht, dass das den moderaten missfällt, dass die dafür eine Demo brauchen, oder dass der Anblick einer echten Demo etwas ändert?

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                • Martin says :

                  Die Verhältnisse im Irak haben mit denen hier bisher sehr wenig zu tun. Mal davon abgesehen, das sie da ja auch sonst kaum jemand haben, gegen den sie sonst Krieg führen könnten.

                  Ja, ich denke das der Anblick einer entsprechend großen Demo etwas ändert. Nicht im Irak, was aber auch belanglos ist. Da hilft eh nur noch die komplette Ausrottung der entsprechenden Gruppen.

                  Aufgefallen sein könnte Dir aber auch, das Dschihadismus als schick gilt, das ein guter Teil der Anziehungskraft, die das Ganze auf junge Muslime ausübt, zu einem guten Teil daher rührt, das sie sich als Avantgarde und Verteidiger des Islam und der Muslime sehen. Diese Fehlsicht zu zerschlagen, könnte schon Einiges ausrichten.

                  Irgendwie scheinst Du mir so ein bischen zwanghaft Entschuldigungen für die Untätigkeit, Passivität, wenn nicht sogar willige Duldung der „moderaten Muslime“ zu suchen.

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        • ropow says :

          Dass Demonstrationen in einem Land nur von der Opposition gegen die eigene Regierung stattfänden ist bestenfalls Wunschdenken. Bei den Pro-Palästina Demos habe ich Plakate wie „Israel mordet und die Welt [sic!] schaut zu“ gesehen und die Proteste gegen Israel fanden nicht statt, weil Israel bei uns (insbesondere den muslimischen Bürgern der BRD) etwas zu sagen hätte. Das Skandieren von „Jude, Jude feiges Schwein“ oder „Juden ins Gas“ im Chor könnten Ihnen da schon eher Hinweise auf die Motivation vieler muslimischer Demonstranten geben.

          Googeln nach „Demo gegen Putin“ brachte auf Anhieb Demos am 31. August 2013 und 9. März 2014 in Berlin und am 2. Juli 2007 und 24. Juni 2014 in Wien zutage. Den Rest dürfen Sie gerne selber herausfinden.

          Und zur „generell“ mangelnden Demonstrationsfreude gemäßigter Muslime empfehle ich Ihnen im Internet nach „Arabischer Frühling“ zu suchen. Sie werden staunen.

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  2. Detlef Bosau says :

    Ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen und was Beck da erzählt, interessiert mich nicht.

    Seit der Beschneidungskatastrophe von 2012 mit dem unsäglichen Verfassungsbruch Par. 1631d BGB ist nicht die Frage, ob ein moderater Islam stört oder nicht.

    Die Frage ist, ob „Religionsausübung“ mit dem Grundgesetz vereinbar ist – und das ist sie NICHT.

    Das Grundgesetz gibt Menschen die Freiheit zu glauben was sie wollen, es gibt ihnen keine Carte Blanche zu tun, was sie wollen.

    Judentum und Islam kennen die Genitalverstümmelung (der Begriff ist geschlechtsneutral), das Christentum ist da bei näherem Hinsehen kein Stück besser.

    Religionsfreiheit heißt für mich: Freiheit von Religion. Und ein Staat, der reliös verbrämte Kinderschänderei gutheißt (und Volker Beck hat sich da in unterirdischer Weise eingelassen) ist für mich als Staatswesen des 21. Jahrhunderts nicht mehr akzeptabel.

    Ich weiß nicht, wieviel vorkantischen Dreck uind wieviel Kategorienfehler ich mir hier noch antun muß.

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  3. Franz Gstättner says :

    Die American Family Association und andere werden sich auch nicht als radikale, sondern als konservative Christen der Mitte bezeichnen. ebenso wie die Partei Bibeltreuer Christen. Und doch wollen sie Homosexuelle in Kliniken oder Gefängnisse sperren. Nicht alle. Sie sind nicht homosexuellenfeindlich und Homophobie existiert nicht da sie keine psychische Störung haben. Nur jene die Homosexualität praktiziert haben. :-)

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  4. Mirco says :

    Ob und warum die gemäßigten Moslems demonstrieren oder nicht, das ist nur ein Nebenaspekt. Tatsache ist, dass wir uns seit Jahrzehnten den Blick haben vernebeln lassen, von immer ein und demselben Scheinargument: „Diese radikalen Islamisten haben mit dem Koran und der friedlichen Mehrheit der Moslems nichts zu tun.“ Ich denke diese Behauptung war schon immer so falsch wie sie klingt, aber daran zu glauben war halt so schön einfach und gutmenschlich. Jetzt müssen wir leider feststellen, dass unser Gutmenschentum der letzten 30 Jahre uns schmerzhaft auf die Füsse fällt, dass unser netter türkischer Hausmeister zwar etwas gegen Politik hat, aber noch viel mehr gegen Juden. Auch wenn diese Debatte von den üblichen Kleingeistern gleich wieder in die ausländerfeindliche Ecke gestellt wird, sie ist gut und wichtig für unser aller Zukunft.

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    • ropow says :

      Man muss eigentlich nur Moslems genau zuhören, dann lösen sich alle Verwirrungen über die Verbindung von Islam und radikalen Moslems in Nichts auf. Wie Linda Sarsour, die National Advocacy Director for the National Network for Arab American Communities (NNAAC) in ihrer Replik auf Brigitte Gabriel in

      erklärt (@4:18), ist im wesentlichen jeder normale Moslem u. a. „someone who believes that Mohammed (MPBUH) is a perfect man“.

      Absolutes Vorbild ist also jemand, der von Überfällen auf Karawanen und Lösegeldzahlungen lebte, Gegner und Kritiker massenweise ermorden ließ, deren Frauen und Kinder in die Sklaverei verkaufte und der – sobald er die Macht dazu hatte – das über Jahrhunderte gewachsene soziopolitische Gefüge zerstörte und durch die Zugehörigkeit zu seiner Religion ersetzte, wo immer er mit seinen Horden hinkam. Man muss schon sehr naiv sein um zu glauben, dass ein normaler Muslim ernsthaft jemanden kritisieren könnte, der so genau nach seinem perfekten Vorbild Mohammed lebt und wirkt wie ISIS & Co.

      Dass auch hiesige islamophile Politiker dieses Trugbild von der Trennung von Islam und Islamismus aufrecht erhalten können, liegt ausschließlich daran, dass die meisten Bürger so tun, als wären sie – ganz nach dem Vorbild Mohammeds – Analphabeten und könnten die Inhalte des Korans und der Hadithen nicht verstehen. Dabei stünde alles da. Und jeder könnte es lesen.

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      • Harald Stücker says :

        Danke für den Link, ropow!

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        • ropow says :

          Gern geschehen.

          Der Link ist auch abseits vom angesprochenen Thema interessant, weil er einige Tricks zeigt, mit denen CNN arbeitet um unliebsame Gäste schlechter aussehen zu lassen.

          Neben der platten unausgewogenen Moderation und Clip-Auswahl für die einfacheren Gemüter unter den Zusehern hat man sich auch der viel subtileren Möglichkeiten bedient, die eine Manipulation der Kameraperspektive bietet. Während bei Linda Sarsour (und dem Moderator) die Kamera leicht unterhalb der Augenhöhe positioniert ist um die Sprecher auf den Zuseher leicht herabsehen zu lassen und ihnen damit den Anschein von Besonnenheit, Souveränität und Autorität zu geben, ist die Position der Kamera bei Brigitte Gabriel etwas über der Augenhöhe angesetzt, so dass sie zur Kamera (und dem Zuseher) leicht aufsehen musste um damit den Eindruck eines unbesonnenen und leicht verwirrten Underlings in der Defensive zu befördern.

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  5. itna says :

    Es gibt heute weltweit 1,2 Milliarden Muslime. Natürlich sind nicht alle von ihnen radikal. Die Mehrheit sind friedliche Menschen. Die Radikalen werden auf 15-25% geschätzt, gemäß allen Geheimdiensten auf der ganzen Welt. Das bedeutet, dass 75% der Muslime friedliche Menschen sind.

    Da bin ich aber ganz anderer Meinung.
    Man sehe sich allgemeine Umfragen in Ländern wie Ägypten, Tunesien, Marokko (die sind noch gemässigter als Pakistan o.ä.) zu Todesstrafe, Homosexualität, Meinungsfreiheit… an.

    Über 75% der dortigen „friedlichen“ Muslime vertreten Ansichten, die mit unserem Demokratieverständnis nicht vereinbar sind.

    Ich halte es da mit Hitchens : „Religion vergiftet die Welt“ .

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    • user unknown says :

      Es gibt auch regelmäßig Umfragen in Deutschland, die eine Mehrheit für die Todesstrafe ergeben. In der Regierung sitzen Sicherheitspolitiker, deren Gesetze regelmäßig am BVerfG gescheitert sind. Prozentual mag das mit der Zahl der Christen übereinstimmen, aber ob das auch immer die gleichen Leute sind, nur weil es gleich viele sind, bezweifle ich dennoch.

      Dann die Zahl der angeblich 15-25% radikaler Moslems. Verbürgt von wem – den Geheimdiensten der Welt, auch noch allen zugleich?

      Pardon, aber wenn ich irgendwen nicht für eine gute Quelle halte, dann neben den Religionsvertretern wohl die Geheimdienste.

      Und was heißt das, wenn Moslems in Ägypten oder Pakistan radikal sind? Uns interessiert ja primär der Moslem in Köln, München und Berlin. Weltweit fallen die natürlich nicht ins Gewicht. Ob 15% oder 25% – das ist ja auch eine Ungenauigkeit, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet.

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      • itna says :

        Da hast Du wohl recht.
        Nur sind auch die gemäßigten Muslime in Ihren Ansichten 200 Jahre hinterher.
        Nehme als Beispiel die Türkei als „zivilisiertes“ Europarates Land.
        50% der Bevölkerung sind dort „konservativ“.
        Und was da konservativ heißt, ist Dir ja klar.

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  6. Danilo says :

    Nein. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen waren überhaupt nicht friedlich. Der Holocaust war ausschließlich durch die kollektive Täter_innenschaft der Mehrheit der Deutschen möglich. Nein. Die Feitschen waren nicht in der Hand irgendwelcher Nazis. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen wählte die NSDAP. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen war im BDM, in der KFD Bewegung, in der HJ., war stolz auf ihr persönliches Familienmitglied, dass sich bei der Musterung für die SS entschieden hatte.

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    • ropow says :

      Wenn die überwiegende Mehrheit der Deutschen radikal war, dann müssen sie sich bei der Entnazifizierung aber gut versteckt haben. In den Westzonen fand man jedenfalls nur 2,5 Millionen Verdächtige und nach den Urteilen der Spruchkammern wurde bei etwa 35% davon das Verfahren eingestellt und 54% wurden als Mitläufer eingestuft.

      Vielleicht sollten Sie sich mit dem Unbekannten User zusammentun und sich erst im Internet etwas über die Faktenlage informieren, ehe Sie hier solchen Stuss posten.

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  7. Warmduscher says :

    Studie von 2013

    http://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/islamischer-religioeser-fundamentalismus-ist-weit-verbreitet

    Ja, ja, der moderate Islam:

    „Zwei Drittel der befragten Muslime halten demnach religiöse Gesetze für wichtiger als die Gesetze des Landes, in dem sie leben. Drei Viertel von ihnen finden, es gebe nur eine mögliche Auslegung des Korans.“

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  8. Christine says :

    Da muss ich doch leider mein Abo deines Blogs kündigen. Schade. Zu anderen Themen hast du dich durchaus reflektiert und lehrreich geäußert, aber hier scheint dein Skeptizismus in einer Weise auszusetzen, die ich untragbar finde.

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    • ropow says :

      Interessant. Wenn angesichts des absoluten Dogmatismus im Islam, wie er uns im Koran, in den Hadithen und vor allem in der schaurigen Realität vorgeführt wird, jemandes Skeptizismus „aussetzt“, dann kann das bei anderen geradewegs zum Eskapismus führen.

      Was es alles gibt.

      Dürften wir anderen auch erfahren, was an Stückers Ansichten über den Islam so untragbar ist? Etwa gar deren Evidenz?

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    • Harald Stücker says :

      Schade. Aber vielen Dank für das Lob. Leider kann ich mit der in Ihrem Kommentar impliziten Kritik nichts anfangen. Was ist untragbar und warum?

      Trotzdem viel Erfolg bei dem Versuch, Ihre Informationsquellen so exakt passgenau zu Ihren vorgefertigten Ansichten auszuwählen, dass diese nicht in Gefahr geraten. Unter einem gewissen confirmation bias leiden wir alle. Was ich allerdings aus Ihrem Kommentar herauslese, ist eher so etwas wie eine confirmation mania.

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  9. James T. Kirk says :

    Die sogenannten friedlichen Muslime fordern allerdings bis zu 90 Prozent die Todesstrafe für vom Glauben Abgefallene. So in Ägypten oder Pakistan.

    Der Islam ist eine zutiefst kranke Religion. Nicht unbedingt per se, aber eben de facto. Darüber muß man laut sprechen dürfen, gerade um die progressiven und liberalen Muslime zu unterstützen, die Kinder und Jugendlichen, die in diesem kranken System großwerden.

    Es ist ungeheuerlich, was für lebensfeindliche und bornierte Anschauungen z.B. im hiesigen Islam existieren, ganz jenseits des Islamismus, Terrors oder obiger Extreme. Das muß man sich vor Augen führen: der kranke Ehrbegriff, die Prüderie, die Feindlichkeit und Ablehnung gegenüber der heimischen Kultur etc.

    Der Islam ist überspitzt gesagt ein religiöser Minderwertigkeitskomplex und es fällt vielen Muslimen schwer, sich das einzugestehen.

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  10. Tom Torn says :

    Dieser Blog ist sehr lesenswert. Verwunderlich ist, dass der Autor die Balla-Balla-gbs fördert.

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