Religionsfreiheit als Freiheit von Mission

Jeder nimmt das Recht in Anspruch, keiner Religion angehören zu müssen, bis auf höchstens einer. Das ist das Recht auf „negative“ Religionsfreiheit. Dieses Recht auf Freiheit von Religion ist eigentlich positiv, denn es ist als Abwehrrecht gegen missionierende Religionen für Gläubige und Ungläubige gleichermaßen zentral. 

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Religionsfreiheit gibt es in zwei Lesarten: Die „positive“ Freiheit zur Religion und die „negative“ Freiheit von Religion. Auch für den Begriff „negative Religionsfreiheit“ können wir zwei Lesarten unterscheiden.

Wenn wir „Religion“ als großes allgemeines Phänomen zusammenfassen, das wir entweder annehmen oder ablehnen können, dann ist negative Religionsfreiheit nur für diejenigen relevant, die nicht religiös sind, also nur für Atheisten, Freidenker, Agnostiker etc.

Wenn wir aber „Religion“ als jedes einzelne solcher Glaubenssysteme verstehen, wenn wir also treffender von „Religionen“ und „Konfessionen“ im Plural sprechen, dann nimmt jeder Einzelne ohne Ausnahme die Freiheit von Religion in Anspruch. Dann ist sie die Freiheit von allen Religionen, bis auf (höchstens) eine. Und in diesem Sinne ist diese „negative“ Freiheit von Religion für jeden von uns sehr positiv und eindeutig zentraler und wichtiger als die „positive“ Freiheit zur Religion.

Es war lange Zeit fast überall undenkbar, dass jemand einfach so seine Entscheidung verkündete, ab heute einen anderen Gott – oder sogar gar keinen mehr anbeten zu wollen. Je ernster die Menschen Religionen und Konfessionen nahmen und nehmen, desto wichtiger war und ist ihnen auch das Bekenntnis der anderen. Staaten mit Staatsreligionen können gnädig sein und Milde oder „Toleranz“ walten lassen, ein Rechtsanspruch auf die tolerante Duldung anderer Religionen bestand vor der Aufklärung nirgends. Das Prinzip Cuius regio eius religio – der Herrscher bestimmt die Religion seiner Untertanen – war insofern ein fortschrittliches Prinzip, als es dort Ordnung schaffte, wo aufgrund von Religionsstreitereien ganze Landstriche in Chaos und Anarchie verfielen. Von der positiven Religionsfreiheit in unserem heutigen Sinne ist das Prinzip noch weit entfernt. Aber es schützte die Freiheit von Religion, indem es die Missionsarbeit von nicht herrschenden Religionen und Konfessionen massiv erschwerte.

Bei uns gehört zur Religionsfreiheit auch das „Recht auf Mission“. Dieses Recht steht allerdings im Konflikt mit dem übergeordneten Ziel jeder Rechtsordnung, den Frieden zu wahren und Konflikte zu vermeiden. In dem Sinn, in dem das Recht auf die Freiheit von Religion ein Abwehrrecht ist, nämlich das Recht darauf, von missionarischen Religionen nicht belästigt zu werden, ist das „Recht auf Mission“ ein Angriffsrecht, nämlich das Recht auf religiöse Belästigung. Jetzt werden einige gegen diese martialische Rhetorik protestieren wollen. Aber wir sollten nicht vergessen, dass alle missionarischen Religionen um Gläubige kämpfen. Für jede missionarische Religion sind alle, die ihrer spezifischen Lehre nicht folgen wollen, „Ungläubige“, „Heiden“ oder „Kuffar“. In diesem Sinne ist die Mission ein Nullsummenspiel. Was eine Religion durch Mission an Anhängern gewinnt, muss die andere verlieren. Die Christianisierung und Islamisierung hat nicht nur die Zahl von Christen und Muslimen wachsen lassen, sondern auch zusammen mit vielen „Heiden“ und „Ungläubigen“ deren Kulturen und „heidnischen“ Religionen vernichtet.

Dass sich eine missionarische Religion mit dem Konzept der Religionsfreiheit arrangiert, dass sie eine Vielfalt von Glaubensüberzeugungen akzeptiert und anderen ihren anderen Glauben lässt, ist eine neue Entwicklung, die natürlich ohne Aufklärung und Säkularisierung, ohne die Marginalisierung von Religion überhaupt, nicht denkbar wäre. Wie sehr das stimmt, wird deutlich, wenn wir säkularisierte, mehrheitlich christliche Länder mit theokratischen, mehrheitlich islamischen Ländern vergleichen. Dort, wo Religionen noch Staatsreligionen sind, dort, wo sie ihren Machtanspruch noch nicht verloren haben, dort, wo sie so ernst genommen werden wie sie sich selbst ernst nehmen, dort gibt es keine Freiheit von Religion, dort kann es keine geben.

Missionierung kann lästiges Ärgernis sein – aber auch fundamentale Bedrohung für Leib und Leben. Nur in unseren größtenteils säkularisierten Kulturen des Westens ist die Mission zu einem relativ harmlosen und einigermaßen zivilisierten Vorgang geworden. Für uns (in unserem (Un)Glauben gefestigte Erwachsene) bedeutet Missionierung bloß die peinliche Penetranz beseelter Besucher an der Haustür, bloß das lästige Aufdrängen unerwünschter Flugblätter, bloß der scham- und distanzlose Versuch der Überredung mit armseligen Argumenten. Andernorts – wie früher bei uns – bedeutet Missionierung das Drangsalieren, das Nötigen, das Erpressen, das gewaltsame Unterwerfen unter die einzig wahre Religion. Und andernorts – wie früher bei uns – besteht ein Recht auf Mission nur für die herrschende Religion, alle anderen können froh sein, wenn sie geduldet werden.

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© Cahit Kaya

Tatsächlich aber ist Missionierung auch heute und bei uns mehr als nur ein Ärgernis, weil wir nicht alle im (Un)Glauben gefestigte Erwachsene sind. Konfessioneller Religionsunterricht an staatlichen Schulen, religiöse Zeichentrickserien auf staatlichen Sendern, Weltjugendtage, evangelikale Jesus Camps und Madrassas richten sich an noch wenig gefestigte Kinder und Jugendliche. Es sind Kinder und Jugendliche, die von salafistischen Islamfaschisten auf Schulhöfen und Youtube so sehr „missioniert“ werden, dass sie bereitwillig als Sexsklaven oder Kanonenfutter in den heiligen Krieg ziehen. Es ist – wie so oft – das Recht der Kinder auf Freiheit von Religion, das hier verletzt wird, vom Staat, den Kirchen und allen anderen, die bloß ihr „Recht auf Mission“ wahrnehmen. Zumindest für Kinder ist das Recht auf Freiheit von Religion vor allem das Recht auf Freiheit von Mission. Daher sollten wir fordern: Wenn schon „Recht auf Mission“, dann nur gegenüber Erwachsenen!

Kupferstich von De Bry, in: Las Casas, Brevísima relación de la destrucción de las Indias, 1542

Kupferstich von De Bry, in: Las Casas, Brevísima relación de la destrucción de las Indias, 1542

Gelegentlich wird versucht, die barbarische Missionsarbeit der gegenwärtig wütenden Islamfaschisten damit zu relativieren, dass Christen früher ähnlich vorgegangen seien. Es ist unklar, was mit diesem Tu-quoque-Argument eigentlich erreicht werden soll. Wenn es den Horror relativieren will, ist es erbärmlich. Aber es stimmt natürlich, dass Christen früher ebenfalls nicht bloß mit Worten, sondern mit Feuer und Schwert, mit Folter und Mord missioniert haben. In manchen Gegenden der Welt tun das christliche Terrorgruppen noch heute. Trotz alledem behält das Wort „Mission“ für viele einen positiven Klang. Kaum zu glauben, wie unbeschadet dieses Teflon-Konzept die katastrophalen und brutalen Exzesse in der Geschichte von Christianisierung und Islamisierung überstanden hat.

Gegenüber aggressiven missionarischen Religionen sitzen Gläubige und Ungläubige im selben Boot. Angesichts der großen Macht, die missionarische Religionen in weiten Teilen der Welt immer noch haben, und angesichts der Ansprüche, die sie mit Hilfe dieser Macht und auch mit brutaler Gewalt durchzusetzen versuchen, bleibt das Recht auf Freiheit von Religion eines der wichtigsten Rechte, die wir haben. Es ist nicht nur ein Recht für Ungläubige, es ist unser aller Abwehrrecht gegen das Angriffsrecht auf „Mission“. Wir alle nehmen es in Anspruch, Gläubige wie Ungläubige, und wir alle sollten es gemeinsam und offensiv verteidigen.

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Harald Stücker

10 responses to “Religionsfreiheit als Freiheit von Mission”

  1. Manfred says :

    „Das Prinzip „Cuius regio eius religio“ – der Herrscher bestimmt die Religion seiner Untertanen“

    Sorry, aber das ist Schwachsinn und war es schon immer !

    Niemand kann über das bestimmen was ich glaube oder nicht

    Allenfalls kann man jemanden zwingen bestimmte Rituale mitzumachen, z. B. jeden Sonntag in die Kirche/Mosche/Synagoge zu gehen und dort „so zu tun als ob“ . Was ich aber tatsächlich glaube entzieht sich doch jeglicher gewalttätigen (!) Einflussnahme.
    Wenn jemand allen Ernstes glaubt das sei dann Ehrerbietung für seinen (eingebildeten) Gott – dem ist nicht mehr zu helfen …
    (So eine Art „Gesslerscher Hut“ allenfalls …)

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  2. ropow says :

    Die Nationalsozialisten wussten es, die Drogendealer wissen es auch schon seit einiger Zeit, sogar die Paraphilen und die LSBTTI-und-was-weiß-ich-noch-alles-Genderideologen haben es inzwischen schon begriffen – aber am längsten wissen es wohl schon die Schamanen der Religionen: Erwachsene für den eigenen Zweck zu manipulieren und für die Zukunft zu konditionieren ist mühsam, aufwendig, unsicher und manchmal, wenn schon andere Konditionierungen vorhanden sind und Menschen sich wehren, sogar gefährlich.

    Am einfachsten ist es jedoch bei den Unbeschriebenen, Unerfahrenen, Wehrlosen und Abhängigen: Hat man erst einmal Zugriff auf die Kinder, dann ist die Zukunft einer Ideologie meist gesichert – im günstigsten Fall sogar über Jahrtausende hinweg, denn schafft man es, Menschen in der frühkindlichen lernsensiblen Phase geeignet zu prägen, weist diese Prägung – insbesondere bei nachfolgender konsequenter Konditionierung – eine so hohe Stabilität auf, dass sie nicht nur über die eigene Lebenszeit hinweg irreversibel bleibt, sondern auch für die kommenden Generationen zum Selbstläufer wird und Eltern ihre Kinder obligatorisch derselben Prägung durch dieselbe Ideologie ausliefern, die sie einst erfahren haben. Der „Kampf um die Gläubigen“ wird eben mit allen Mitteln geführt – und ausgerechnet diese wirksamste aller Methoden sollte man durch das „Recht auf negative Religionsfreiheit“ beeinträchtigen dürfen?

    In Zeiten stetig steigender durchschnittlicher Intelligenz im Westen während der industriellen Revolution konnte man ja noch auf die Aufklärung bei der Zurückdrängung der Religionen vertrauen – und darauf, dass mit zunehmender Intelligenz die Religiosität von Menschen stark abnimmt:

    http://sciencefiles.org/2015/02/02/ohne-dummheit-keine-religion/

    Doch seit einigen Jahrzehnten ist der IQ stark rückläufig – in Deutschland seit 1979 von 107 Punkten auf mittlerweile unter 99 Punkte:

    http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/06/06_Titel_Denken.xml/komplettansicht

    Intelligente Menschen bekommen immer weniger Kinder und die allgemein negative Demographie wird nicht durch Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität oder durch bildungsorientierte Immigration repariert, sondern durch Dauerstress erzeugende, den hiesigen Lebensstandard herunterwirtschaftende, bildungsferne Einwanderungs- und durch Kettenduldung bis zum Status des Dauerbleiberechts angelockte Asylantenströme aus Ländern mit niedrigem durchschnittlichen IQ:

    http://www.targetmap.com/viewer.aspx?reportId=2812

    Und so wird irgendwann niemand mehr Voltaire lesen, um sich der zentralen Aussagen der Aufklärung zu erinnern, oder Descartes und Leibnitz, um wieder etwas mehr Vertrauen in Verstand und Logik zu bekommen, oder Kant, um die Unvereinbarkeit von Vernunft und Religion zu erkennen, oder Spinoza, um Ethik vernunftbasiert und unabhängig von Religion zu sehen, oder Beccaria, um nachzuvollziehen, warum man grausame öffentliche Bestrafungen abschaffte, oder Merciers, um zu verstehen, wie man die Hegemonie einer allmächtigen korrupten Politik durch umfassend informierte (wissende) Bürger, unterstützt von einer wirklich freien Presse (!) überwindet.

    Die allgemeine Religiosität wird wohl mit abnehmendem IQ immer weiter zunehmen, bis niemand mehr willens oder imstande ist, die Aufklärung wieder zu beleben oder gar voranzutreiben zugunsten einer von der Barbarei mittelalterlicher Dogmen befreiten Zivilisation. Nicht das Genie individuellen Intellekts wird unsere Geschicke in Zukunft bestimmen, sondern die schon jetzt mit der Religiosität unübersehbar zunehmende Primitivität kollektiver Gewalt auf unseren Straßen. Und das mit der Religionsfreiheit wird uns dann eine ‚Tagesschau‘-Moderatorin mit Kopftuch viel besser erklären – denn erst wenn die Ideale der Aufklärung auch öffentlich-rechtlich sichtbar obsolet geworden sind, „dann haben wir gewonnen.“ (Sigmar Gabriel bei einer Podiumsdiskussion am 24. Juni 2013)

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    • Harald Stücker says :

      Lieber ropow,
      das ist wieder mal ein sehr interessantes Koreferat. Vielen Dank, Ihre Kommentare sind oft eine Bereicherung auf meinem Blog, gerade auch die kritischen. Sie haben originelle Ideen, vielleicht schreiben Sie sie auch mal in einem eigenen Blog auf?! Ohne deswegen das Kommentieren zu lassen, natürlich! Aber Kommentare unter Blogartikeln sind doch weit weniger sichtbar als die Artikel selbst.

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      • ropow says :

        Ausgerechnet eine „Bereicherung“ – na ja, vielen Dank, aber diese Blumen sind in jedem Fall vergiftet. Ein eigener Blog wäre eine ständige Erinnerung daran noch etwas zu tun, ein ständiges Fragezeichen, eine endlose Folge von Deadlines, die unaufhörlich daherkommen wie die Sprossen im Inneren eines Hamsterrads – aber das wissen Sie ja selber. Außerdem: Gibt es denn ein besseres Blog-Konzept, als „Evidenz-basierte Ansichten“?

        Meine „Gedanken zu diesem Thema“ sollten auch kein „Koreferat“ werden, sondern zuerst lediglich ein kurzer Kommentar zu Ihrer – angesichts bestehender Machtverhältnisse in Politik und Religion – putzigen Vorstellung, das „Recht auf Missionierung“ nur auf Erwachsene beschränken zu können. Mit dem Blick in die Evidenz-basierte Zukunft habe ich das selbstgesetzte Limit von maximal 10 Minuten für einen Kommentar allerdings etwas überschritten, aber für eine Prognose der Aussichten Ihrer Forderungen im zukünftigen religiösen Ambiente war er notwendig.

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        • Harald Stücker says :

          Na, da haben Sie mich offensichtlich falsch verstanden. Ich meinte die Blumen tatsächlich ernst. Bloggen hat sicher auch Nachteile, aber Deadlines gehören nicht wirklich dazu.

          Zum Thema: Meine „putzige Vorstellung“ ist die Formulierung eines möglichen Ziels für säkulare Bestrebungen. So utopisch wie die Abschaffung des Religionsunterrichts. So utopisch wie eine Anklage gegen einen amtierenden Papst. Eine solche „putzig“-naiv oder utopisch erscheinende Forderung kann ja vielleicht gerade deswegen provozierend und fokussierend wirken, weil viele sie gar nicht erst im Blickfeld haben.

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          • ropow says :

            Naaaah – ich habe Sie schon richtig verstanden, meine Anspielung auf die „Bereicherung“ war reine Koketterie mit einem Wort, das heute wahrscheinlich niemand mehr gerne liest, weder mit noch ohne Gänsefüßchen. Und sicher, solange Sie sich nicht weiter bewegen (wollen), kommen auch keine Deadlines auf Sie zu, ebenso wenig wie Sprossen in einem Hamsterrad. Aber das ist wohl nicht ganz der Sinn eines Blogs.

            Die Ziele Ihrer säkularen Bestrebungen stelle ich nicht in Frage, im Gegenteil, aber das würde ich mit den Zielen von Don Quijotes Bestrebungen vermutlich auch gemacht haben. Das Problem ist die Relevanz dieser Ideale im Konflikt mit der heutigen Realität. Denn während Sie sich mit dem Papst oder mit dem Religionsunterricht der Kirchen anlegen, formiert sich in Europa das geballte religiöse Mittelalter um im Verbund mit dem hereinbrechenden Islam 300 Jahre Aufklärung scheibchenweise wieder abzutragen. Im Vergleich zum dringend notwendigen Kampf gegen die Schneideköpfe dieser monströsen Abbruchfräsen mutet aber Don Quijotes Aufbegehren gegen ein paar Windmühlen schon auf der Ebene der Metaphern nun einmal nur „putzig“ an.

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  3. Manfred says :

    Nachtrag zu meinem Kommentar (um nicht missverstanden zu werden):

    Niemand kann mich zwingen Spinat zu mögen wenn ich ihn widerlich finde.
    Man kann mich allenfalls zwingen ihn trotzdem zu essen – vielleicht auch noch, in begrenztem Masse ein freundliches Gesicht dazu zu machen.

    An meiner Einstellung zu Spinat ändert das aber garnichts – selbst wenn ich das wollte !

    Genau so sehe ich das mit Religion und Zwangsmissionierung. In meinen Augen völlig sinnlos.

    Ich (nicht nur) die Christliche sogar stellenweise für Kindesmisshandlung – ich habe als betroffenes Heimkind sogar Jahrzehnte gebraucht um von der Angst vor der Hölle und einem grausam strafenden Gott loszukommen !

    Und was ist denn das bitte für eine Religion, deren Gott seinen unschuldigen Sohn ans Kreuz nageln lässt um besänftigt zu werden – und das Symbol dafür hängt auch noch in Klassenzimmern und Kindergärten !
    In jedem anderen Falle wäre das eine Angelegenheit für den Jugendschutz und/oder Gewaltverherrlichung.
    (Man stelle sich mal vor: Eine heutige Familie, in der ein Vater so handeln und dann vor Gericht unter Berufung auf diese Geschichte sich verteidigen würde.
    Absurd !)

    Wenn ich zu Gott spreche nennt man das „beten“
    Wenn Gott zu mir spricht ist das Schizophrenie …
    Auch sehr logisch …

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    • Harald Stücker says :

      Zwangsmissionierung. In meinen Augen völlig sinnlos.

      Ja, da hätten Sie wohl Recht, wenn es darum ginge, die individuelle Person zum Glauben zu bewegen. Aber es geht bei der Mission wohl vielmehr um politische Macht und Einfluss. Und dafür reichen Lippenbekenntnisse aus.

      Es gibt natürlich die individuelle Motivation zur Mission: Menschen suchen nach Unterstützung für ihre Überzeugungen, sie sind unruhig, wenn sie sich allein fühlen in dem, was sie glauben. Das gilt umso mehr, je unwahrscheinlicher ihre Überzeugung ist. Religiöse Überzeugungen sind ja definitionsgemäß unwahrscheinlich. Wenn sie glauben, dass alle anderen um sie herum dieselben Überzeugungen haben, beruhigen sie sich.

      Aber die institutionelle Motivation zur Mission ist die politische Macht. Die Gegner sind andere religiöse Institutionen oder Glaubenssysteme. Der Einzelne muss gar nicht selbst „glauben“, er muss sich nur zum jeweiligen Glauben „bekennen“. Was er tatsächlich glaubt, kann großzügig Privatsache bleiben. Aber das Bekenntnis bedeutet doch den Einzug der Kirchensteuer, mehr Subventionen und die Teilnahme der Kinder am Religionsunterricht. Und diese dann wirklich zu missionieren ist viel einfacher.

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      • ropow says :

        „Wenn sie glauben, dass alle anderen um sie herum dieselben Überzeugungen haben, beruhigen sie sich.“

        Sind Sie sich bewusst, dass Sie hier wunderbar präzise ein Verhaltensmuster von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen beschrieben haben? Diese leiden nämlich auch nur dann nicht, wenn sie unter sich sind.

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    • ropow says :

      Das liegt ein Missverständnis vor. Das Kruzifix dient nicht der Gewaltverherrlichung, sondern soll Sie in authentischer Darstellung daran erinnern, dass jemand für Sie eine maximale Leistung erbracht hat (gewaltsamer Sühnetod für Ihre Sünden). So wird rein emotional ein gegen Sie gerichtetes Schuldverhältnis aufrecht erhalten, über dessen Details, insbesondere die damit verbundenen Haupt- und Nebenleistungspflichten, Sie Ihr nächstgelegener Theologe sicher gerne und ausführlich unterrichtet.

      Sehen Sie es einfach als eine besonders originell gestaltete Zahlungserinnerung an, für eine Leistung, um die Sie außerhalb des Christenpools weder gebeten – noch derer Sie jemals bedurft hätten. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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