Ist die Religion am Ende?


Obwohl Religion in aller Munde ist, spielen religiöse Argumente in unseren öffentlichen Diskursen kaum noch eine Rolle. Religiöse sind immer mehr darauf angewiesen, ihre Absichten so zu tarnen, dass sie mit einer nicht-religiösen Ethik und wissenschaftlichen Daten vereinbar sind.  Weiterlesen

Politisch korrekt und moralisch orientierungslos


Die politische Korrektheit ist kein Instrument der Erkenntnis, sondern dient der Meinungspflege innerhalb einer Gruppe. Da sie aber die Tabuisierung auch wissenschaftlicher Hypothesen fordert, ist sie ebenso wie Religion und Esoterik der natürliche Gegner einer jeden skeptisch-säkularen Bewegung. Sollte man meinen. Weiterlesen

Der absolute Nullpunkt der Ultra-Orthodoxie


Viele empören sich, wenn der Mohel zum Abschluss einer jüdisch-orthodoxen Beschneidung das Blut vom Penis saugt. Das Ritual Metzitzah B’peh kommt inzwischen sogar in Israel unter Druck. Es ist allerdings Bestandteil des orthodoxen Beschneidungsrituals. Die Tatsache, dass es von den allermeisten Juden abgelehnt und nur noch von sogenannten „ultra-orthodoxen“ Juden praktiziert wird, ist der Beweis dafür, dass sich auch religiöse Rituale wandeln können.  Weiterlesen

Worin sehen Gläubige den Sinn ihres Lebens?


Vor kurzem antwortete Paula Kirby auf die Frage, die sich gewöhnlich Ungläubige anhören müssen: „Wie findet Ihr eigentlich Sinn in Eurem Leben?“ Oder etwas unverblümter: „Warum bringt Ihr Euch eigentlich nicht gleich um?!“ Aber wissen wir denn überhaupt, wie Gläubige den Sinn in ihrem Leben finden? Weiterlesen

Sollten wir für unsere Überzeugungen sterben?



Im letzten April wurden UN-Mitarbeiter im nordafghanischen Masar-i-Sharif abgeschlachtet. Nur ein Russe kam mit dem Leben davon, weil er das islamische Glaubensbekenntnis mit der MG an der Schläfe herbeten konnte: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“. Auf Facebook war der treffende Kommentar zu lesen, wir sollten unseren Kindern diesen Satz einschärfen. Er kann über Leben und Tod entscheiden. Aber sollten unsere Kinder diesen Satz aufsagen, nur um sich vor religiösen Amokläufern zu retten? Wer selbst Kinder hat, wird diese Frage wohl nicht mal verstehen … es sei denn, er ist religiös.

Weiterlesen

Auch Gottlose leben nicht vom Brot allein


Wir alle sind mehr oder weniger religiös, mehr oder weniger abergläubisch, mehr oder weniger in unsere Überzeugungen verliebt. Wir alle sind mehr oder weniger rational, mehr oder weniger emotional. Emotionen gelten oftmals immer noch als Gegenpol der Vernunft. Wo Gefühle sind, scheint die Duselei nicht weit. Wir, die wir uns als nicht-religiös verstehen, halten uns in dieser Hinsicht für weniger emotional und für sehr viel rationaler als Religiöse. Wir sollten aber nicht zu überheblich sein. Denn wenn wir denken, eine Rationalität ohne Emotionen sei möglich, dann sitzen wir immer noch Descartes‘ Irrtum auf. Wir wissen inzwischen aber, dass es ohne das emotional gesteuerte Belohnungssystem in unserem Kopf schwierig bis unmöglich ist, eine Handlung überhaupt auszuführen, eine Entscheidung überhaupt zu treffen, eine Überzeugung überhaupt zu haben. Weiterlesen

Sie sind nichts Besonderes


Die EDGE-Frage für 2011 lautete:

„Welches wissenschaftliche Konzept würde die kognitive Ausstattung aller verbessern?“

Nach meiner Übersetzung der Antworten von Howard Gardner und Richard Dawkins hier jetzt die von P.Z. Myers:

Das Prinzip der Mittelmäßigkeit

Gerade habe ich wieder eine Einführung in Biologie gegeben, und ich muss sagen, dass ich bei der Frage nach der wesentlichen Fähigkeit, die jeder haben sollte, zuallererst an Algebra dachte. Und grundlegende Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik. Das würde jedenfalls mein Leben leichter machen. Es hat etwas schrecklich Deprimierendes, kluge Studenten stolpern zu sehen, weil ihnen grundlegende mathematische Kenntnisse fehlen, die sie in der Grundschule hätten erwerben sollen.

Aber das ist nicht genug. Grundlegende Kenntnisse in Mathematik sind ein wesentliches Werkzeug, das wir in einer wissenschaftlichen und technologischen Gesellschaft als selbstverständlich voraussetzen können sollten. Welche Idee aber sollten die Leute begreifen, um ihren Platz im Universum besser verstehen zu können?

Ich schlage das Prinzip der Mittelmäßigkeit vor. Es ist grundlegend für die Wissenschaft, und es ist auch eines der umstrittensten Konzepte, für viele Leute sehr schwer zu begreifen – und der Widerstand gegen das Prinzip der Mittelmäßigkeit ist eine der Hauptstützen für Religion und Kreationismus und Chauvinismus und gescheiterte Sozialpolitik. Es gibt sehr viele kognitive Leiden, die sauber verpackt und einfach entsorgt werden könnten, wenn nur jeder diese eine einfache Idee verstehen würde.

Weiterlesen

Fukushima ist kein 11. September


Bundesumweltminister Röttgen irrt sich. Die atomare Katastrophe von Fukushima ist kein Ereignis wie der 11. September 2001. Was in Fukushima passiert, hatte vor dem Eintreten einen gewissen Wahrscheinlichkeitswert. Dieser war bekannt, wenn auch politisch umstritten. Der Begriff des „Restrisikos“ ist aus diesem Grund unscharf. Befürworter der „Kernkraft“ [Euphemismus] haben es stets klein geredet, Gegner der „Atomkraft“ [Schimpfwort] haben es hingegen aufgebauscht. [Im Vertrauen auf die Euphemismus-Tretmühle schreibe ich im Folgenden „Kernkraft“.] Weiterlesen

Universalsäure Internet


Kath.Net: Wegen intensiver Internetnutzung wurde spanische Ordensschwester nach 35 Klosterjahren aus der Ordensgemeinschaft ausgeschlossen.

Wenn Ameisen bei einer der ihren ein charakteristisches merkwürdiges Verhalten bemerken, kennen sie kein Erbarmen und schaffen diese Ameise so weit wie möglich weg von ihrer Kolonie. Denn das seltsame Verhalten ist ein Symptom für eine Infektion mit den Sporen eines gefährlichen Killerpilzes. Würde die Infektion nicht bemerkt oder ließen die Ameisen sie in der Nähe der Kolonie sterben, wäre die gesamte Kolonie bedroht. Weiterlesen

O Gott, Olga Ohlsson ist Atheistin!


Olga Ohlsson ist Schülerin der 8b des Gymnasiums Eppendorf in Hamburg. Sie hat gestern den folgenden Text im Hamburger Abendblatt veröffentlicht. Es ist ein erstaunlich guter Text für eine Schülerin der 8b – sowohl stilistisch als auch inhaltlich. Ich wünsche ihm weite Verbreitung.

Deshalb jetzt Bühne frei für Olga Ohlsson:

Lieber Herr Gott, Weiterlesen