Sollen wir Pippi verbrennen?


The difference between the almost right word & the right word is really a large matter–it’s the difference between the lightning bug and the lightning.
Mark Twain, Brief an George Bainton, 1888 Weiterlesen

Auch Gottlose leben nicht vom Brot allein


Wir alle sind mehr oder weniger religiös, mehr oder weniger abergläubisch, mehr oder weniger in unsere Überzeugungen verliebt. Wir alle sind mehr oder weniger rational, mehr oder weniger emotional. Emotionen gelten oftmals immer noch als Gegenpol der Vernunft. Wo Gefühle sind, scheint die Duselei nicht weit. Wir, die wir uns als nicht-religiös verstehen, halten uns in dieser Hinsicht für weniger emotional und für sehr viel rationaler als Religiöse. Wir sollten aber nicht zu überheblich sein. Denn wenn wir denken, eine Rationalität ohne Emotionen sei möglich, dann sitzen wir immer noch Descartes‘ Irrtum auf. Wir wissen inzwischen aber, dass es ohne das emotional gesteuerte Belohnungssystem in unserem Kopf schwierig bis unmöglich ist, eine Handlung überhaupt auszuführen, eine Entscheidung überhaupt zu treffen, eine Überzeugung überhaupt zu haben. Weiterlesen

„Wir alle müssen sterben, das heißt, wir haben Glück gehabt“


Vor einigen Tagen wurde der 2nd Annual Carl Sagan Day begangen. Aber heute erst, am 9. November, wäre er 76 Jahre alt geworden. Über ihn ist der Lichtkegel der Zeit vor 14 Jahren schon hinweggewandert, aber jemand, dessen Arbeit am ehesten beanspruchen dürfte, Carl Sagans Erbe anzutreten, steht noch voll im Scheinwerferlicht.
unweaving-the-rainbowHeute möchte ich daher – auch zu Ehren Carl Sagans – in der Kategorie „Zeitloses“ einen Text von Richard Dawkins vorstellen, von dem er selbst sagt, er habe ihn schon für seine eigene Begräbnisfeier vorgesehen. Es ist der Beginn seines Buches Der entzauberte Regenbogen: Wissenschaft, Aberglaube und die Kraft der Phantasie [Unweaving the Rainbow: Science, Delusion and the Appetite for Wonder] (als Leseprobe des Verlags frei zugänglich).

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Blick von außen


Ein weiterer Eintrag unter der Rubrik „Zeitlose Dokumente“:
Carl Sagans poetischer Blick von außen auf unsere Welt und unser Leben.

„Man sagt, dass die Erfahrung der Astronomie bescheiden macht und den Charakter stärkt.“ (2:56“)

In der Tat.
Und doch darf uns die Fähigkeit unserer wissenschaftlichen Kultur, ein Bild unserer Erde aus 6,4 Milliarden Kilometern Entfernung aufzunehmen und anzuschauen, auch ein wenig stolz machen. Diese Mischung widerstreitender Gefühle, die der Inhalt des Fotos einerseits und die Umstände seiner Entstehung andererseits auslöst, macht den großen Reiz dieses Fotos und dieses Films aus.