Tag Archive | Richard Dawkins

Weg mit der „Jungfrau“


Die Sexismus-Debatte hat einen zentralen Aspekt vernachlässigt, nämlich den der religiös motivierten Frauenverachtung. Im Zentrum dieser systematischen Diskriminierung von Frauen liegt das Konzept der „Jungfrau“. Es ist ein Konzept der Unterdrückung, der Scham und des Hasses. Wir sollten es ersatzlos streichen. Weiterlesen…

Religion für Ungläubige?


Alain de Botton schlägt in seinem Buch Religion für Atheisten vor, dass sich Ungläubige an den Religionen orientieren sollten. Sie sollten genau hinschauen, wie Religionen Macht ausüben, Gemeinschaften bilden und ihre Botschaften platzieren. Warum nicht von ihnen lernen? Weiterlesen…

Vom Hoerster zum Paulus



Die Piusbrüder, kath.net, das Bistum Regensburg etc. bejubeln dieser Tage den Abfall des bislang religionskritischen Philosophen Norbert Hoerster vom Unglauben, zumindest seinen Austritt aus der Giordano Bruno Stiftung. Sie feiern die Neuauflage der Geschichte der Bekehrung des Saulus zum Paulus, der von den Gründen seiner Bekehrung in der FAZ Zeugnis ablegt. Nein, er bezweifelt nicht die Evolutionstheorie. Er bezweifelt bloß, dass sie den Gottesglauben widerlege. Und nein, er hat nicht den Primat des Papstes in Fragen der Philosophie und Politik anerkannt. Er meint bloß, man müsse Kritik am Papst zunächst philosophisch abwägen und gewissenhaft durchdenken. (Der Papst bedankt sich damit, dass er Atheisten – wie Hoerster – für den Holocaust und so gut wie alle anderen Verbrechen und Übel der Welt verantwortlich macht.) Weiterlesen…

Wie unwahrscheinlich sind Sie?


Der Stapel der Vorfahren, aus: Richard Dawkins, The Magic of Reality (Grafik: Dave McKean)

Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie existieren? Nicht etwa jemand wie Sie, etwa eine mögliche Schwester von Ihnen, sondern Sie, mit der einzigartigen genetischen Ausstattung, die Sie unverwechselbar macht? Die Wahrscheinlichkeit ist astronomisch gering, und das ist noch untertrieben. Weiterlesen…

Auch Gottlose leben nicht vom Brot allein


Wir alle sind mehr oder weniger religiös, mehr oder weniger abergläubisch, mehr oder weniger in unsere Überzeugungen verliebt. Wir alle sind mehr oder weniger rational, mehr oder weniger emotional. Emotionen gelten oftmals immer noch als Gegenpol der Vernunft. Wo Gefühle sind, scheint die Duselei nicht weit. Wir, die wir uns als nicht-religiös verstehen, halten uns in dieser Hinsicht für weniger emotional und für sehr viel rationaler als Religiöse. Wir sollten aber nicht zu überheblich sein. Denn wenn wir denken, eine Rationalität ohne Emotionen sei möglich, dann sitzen wir immer noch Descartes‘ Irrtum auf. Wir wissen inzwischen aber, dass es ohne das emotional gesteuerte Belohnungssystem in unserem Kopf schwierig bis unmöglich ist, eine Handlung überhaupt auszuführen, eine Entscheidung überhaupt zu treffen, eine Überzeugung überhaupt zu haben. Weiterlesen…

Religion ist nützlich. Ja und?


Offensichtlich gibt die Templeton-Foundation eine Menge Geld für Forschung aus, die zeigen soll, dass Religion evolutionär adaptiv ist. Das verstehe ich nicht. Also ich verstehe, warum es Auftragsforschung gibt. Ich verstehe z.B., warum RWE das RWI finanziert. Oder warum Claudia Witt von der Carstens-Stiftung bezahlt wird. Aber warum ist eine religiöse Lobby-Stiftung an einem Nachweis dafür interessiert, dass Religion eine evolutionäre Anpassung ist? Weiterlesen…

Religiöser Exhibitionismus


Wir sollten Kreationisten nicht ernst nehmen. Wer mit ihnen über Evolution und Biologie diskutiert, erweckt den Anschein, dass sie möglicherweise eine relevante Antwort auf offene Fragen der Biologie zu bieten hätten. Das ist aber nicht der Fall. Dieser Punkt ist politisch sehr wichtig. Er ist wichtiger als ein allzu leichter Sieg in einem Debatten-Scharmützel mit Kreationisten. (Darum lehnt etwa Richard Dawkins auch jede Teilnahme an Debatten mit Kreationisten ab.) Gerade wir, Skeptiker, Wissenschaftler, wir neigen dazu, die Vernunft zu überschätzen. Wir denken, ein gutes treffendes Argument kann eine Gegenposition widerlegen und so vernichten. Das gilt aber nur für Positionen, die aus vernünftigen Gründen überhaupt erst eingenommen wurden. Ein Kreationist ist aber nicht durch intensives Nachdenken und vorurteilsfreies Abwägen aller relevanten Daten zu seiner Position gekommen, sondern aus religiösen, also aus emotionalen Gründen. Seine Position ist nicht das Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung. Er nimmt am wissenschaftlichen Spiel gar nicht teil, weil er die Spielregeln nicht akzeptiert.

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Kein Beifall für Ratzinger!


Muster für einen offenen Brief an Ihren Abgeordneten im Deutschen Bundestag

Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter,

Am 22. September 2011 wird Papst Benedikt XVI. alias Joseph Ratzinger vor dem Deutschen Bundestag reden. Er gilt als religiöser Führer und als Staatsoberhaupt. Wenn er als religiöser Führer spricht, stellt sich die Frage: Wann lädt der Deutsche Bundestag Ayatollah Khamenei ein? Wenn er als Staatsoberhaupt spricht, so spricht er als Oberhaupt eines der beiden Staaten, welche die Europäische Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert haben, nämlich Vatikan und Weißrußland. So stellt sich also die Frage: Wann lädt der Deutsche Bundestag Alexander Lukaschenko ein?

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Doppelblind sehen wir besser


Die EDGE-Frage für 2011: „Welches wissenschaftliche Konzept würde die kognitive Ausstattung aller verbessern?“

Einige der Antworten auf diese Frage sind wahre Kleinode, da sie wichtige Konzepte prägnant beschreiben und präzise erklären. Vor einiger Zeit habe ich hier meine Übersetzung der Antwort von Howard Gardner gepostet. Hier jetzt die Antwort von Richard Dawkins: Weiterlesen…

Niedergänge


Manfred Lütz beklagt den Niedergang der atheistischen Kultur. Diesem Argument von religiöser Seite begegnet man öfter. Es hat etwas Skurriles. Seit Erscheinen von Dawkins’ „Gotteswahn“ wird gebetsmühlenartig immer wieder die Niveaulosigkeit der Argumente kritisiert. Weiterlesen…

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